Rechtsextremer deutscher Kuschelrocker lacht die Schweizer Polizei aus Pnos-Auftritt trotz Einreiseverbot?

Eigentlich lag gegen den rechtsradikalen Sänger eine Einreisesperre vor. Durfte Philipp Neumann trotzdem am Event der Partei National Orientierter Schweizer (Pnos) in Kaltbrunn auftreten?

Kein Auftritt in Kaltbrunn: Philipp «Phil» Neumann von der deutschen Band Flak wurde von der Polizei an die Grenze eskortiert. play
Der Sänger der rechtsextremen Band «Flak» wurde mit einer Einreisesperre belegt.

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Trotz Einreisesperre konnte am Samstag ein Rechtsradikaler nicht nur ungestört die Schweizer Grenze überqueren, sondern womöglich auch seine Ausweisung über mehrere Stunden verschieben – obwohl seine Anwesenheit mutmasslich bekannt war. 

Vor dem Party-Chalet in Kaltbrunn: Einzelne Teilnehmer der Pnos-Feier hatten am Interesse der Medien keine Freude. play
Vor dem Party-Chalet in Kaltbrunn: Einzelne Teilnehmer der Pnos-Feier hatten am Interesse der Medien keine Freude. BLICK

Bei der Rückschaffung gab es keine Probleme

Nach dem Neonazi-Konzert am 15. Oktober in Unterwasser SG mit bis zu 6000 Besuchern wollten die Behörden bei einem Anlass der Partei National Orientierter Schweizer (Pnos) in Kaltbrunn SG am vergangenen Samstag mehr Vorsicht walten lassen: Das Bundesamt für Polizei (fedpol) verhängte eine Einreisesperre für Philipp Neumann, Sänger der rechtsradikalen Band «Flak» aus Deutschland.

Die Kantonspolizei St. Gallen bestätigte dies am Sonntag: «Es stimmt, dass gegen eine Person eine Einreisesperre verfügt wurde. Eine weitere Person ist freiwillig ausgereist.» Bei der Rückschaffung habe es keine Probleme gegeben.

Ein möglicher Grund: Die Polizei liess die Rechtsradikalen laut deren Aussagen selbst bestimmen, wann sie ausreisen wollten. Der Deutsche konnte so vor seinem Abgang noch am Event in Kaltbrunn SG auftreten, behauptet ein Kumpane. Obwohl: «Eine Einreisesperre ist eine behördliche Massnahme, die verfügt wird und dann auch sofort gilt», sagt die Mediensprecherin Lulzana Musliu vom fedpol zu BLICK.

Auf Facebook lacht Neumanns rechtsextremer Kamerad und Reisegspänli Sven Skoda vom «Widerstand West» über die Handhabung der Sperre. Sie hätten zwar von der Massnahme gehört, konnten aber trotzdem ohne Probleme die Grenze überqueren. Am Versammlungsort hätten ihnen ihre Pnos-Kumpanen mitgeteilt, dass die Polizei von ihrer Ankunft in der Schweiz wüssten und eine Auslieferung gefordert werde.

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Verhandelte die Polizei mit den Rechtsradikalen?

«Diese Forderung wurde natürlich abgelehnt», schreibt Skoda auf seinem Profil. Zwischen den Zeilen habe die Polizei durchblicken lassen, dass man über den Zeitpunkt der «Auslieferung» verhandeln könne, um «andere Massnahmen» zu vermeiden. «Der Polizei wurde daher mitgeteilt, dass Phil und ich uns um 22 Uhr bei ihnen melden würden.» Dieses «Angebot» sei angenommen worden.

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Sven Skoda vom «Widerstand West», einem Verbund der rechtsextremen Freien Kameradschaften aus Deutschland. Facebook

Nach einem «Grusswort aus Deutschland» und fast zwei Stunden Balladen hätten sie sich dann in die «Obhut der Polizei» begeben. Nach einem Umweg über St.Gallen, wo der Sänger von «Flak» eine Verfügung erhielt bis Mitte November, seien sie an die Grenze gestellt worden. 

Einreisesperre muss unterschrieben werden

«Unser Vorgehen hat einen sicherheitspolizeilichen Hintergrund, wir legen unsere Taktik und Strategie nicht offen», sagt Mediensprecher Gian Andrea Rezzoli. Zum zeitlichen Ablauf der Ausweisung will er sich deshalb nicht äussern.

Fakt sei: «Solange der Person die Einreisesperre nicht eröffnet werden kann, hat sie sich nicht illegal in der Schweiz aufgehalten.» Konkret: Die entsprechende Person müsse mit einer Unterschrift bestätigen, dass sie über die Einreisesperre in Kenntnis gesetzt wurde, sagt der Mediensprecher.

«Alles in allem sehr unterhaltsam», schreibt Sven Skoda. Dementsprechend lautet auch sein Fazit: «Wir waren garantiert nicht das letzte Mal in der Schweiz.» (kra)

Publiziert am 26.10.2016 | Aktualisiert am 15.01.2017
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  • Morgan  Schwab aus Bülach
    28.10.2016
    Mir wäre lieber, die Polizei hätte richtig gehandelt, dieses Konzert beendet, und die ausländischen Neonazis sofort abgeschoben. Die Grenzer hätten diese sofort stoppen sollen. Ich verlange, dass jetzt endlich entschieden gehandelt wird. Was zu tun ist ist klar : Neonazis daran hindern zu reisen, möglichst harte Auflagen, damit diese nicht einfach reisen können, keine Räume mehr für Neonazis, gründliche Kontrollen, und diese Lieder, die sie da haben, allesamt auf den Index !
  • Istvan  Gorowich aus Switz
    27.10.2016
    Ich liebe Europas offene Grenzen, Danke liebe EU und Schengen. So haben diese Systeme doch noch ihr Gutes. Vor 5-6 Jahren habe ich schon mal prophezeit, es wird die Zeit kommen, wo nicht mehr die Rechten gegen Europa und offene Grenzen sind, sondern die Linken, Intellektuellen und Medien. Wir stehen kurz davor, ha, ha, ha.
  • marcel  Ruetsche 26.10.2016
    Schon lustig was fuer eine theater gemacht wird wegen diesem mann, waere toll wenn man das gleiche machen wuerde mit den 10000den von illegalen die eine einreisesperre haben und trotzdem in der schweiz Ihr unwesen treiben.
  • Urs  Schaad aus Zürich
    26.10.2016
    «Eine Einreisesperre ist eine behördliche Massnahme, die verfügt wird und dann auch sofort gilt», sagt die Mediensprecherin Lulzana Musliu vom fedpol zu BLICK

    Ja, ja, Frau Musliu. Ausser es handelt sich um den nicht rechtsextremen, dafür ausgewiesenen und mit Einreiseverbot belegten, verurteilten Straftäter aus dem Kanton Aargau, der zur medizinischen Behandlung auf Kosten des Steuerzahlers nach Anhalten und Rücksprache mit einem Sozialarbeitenden (!) g hereingelassen wurde....

    Blick 28.02.15
  • Christian  Meiergruber aus Winkel
    26.10.2016
    Er darf nicht einreisen, aber Extreme Imam die für die IS rekrutieren schon?