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Auf Schlagworte wie Integration, Ausländer, bilateraler Weg oder die Abstimmung vom 25. September stimmten sie zum Teil minutenlange Sprechchöre an.
In den Sprechchören wurde der Bundespräsident auch persönlich beleidigt. So etwa mit den Worten «Verrat, Verrat, Halbbundesrat» oder «Lügen haben kurze Beine, Samuel Schmid, zeig uns deine».
Der Bundesrat wurde gar mit «Judas» und «Sau» beschimpft!
Aber auch einschlägig bekannte Äusserungen wie «Wer hat uns verraten, die Scheissdemokraten» sowie «Wir sind das Volk» und «Die Schweiz den Schweizern» wurden zum Besten gegeben.
Judith Stamm entschuldigte sich in ihrer Funktion als Präsidentin der Rütlikommission am Mikrofon bei Bundespräsident Schmid für die Störaktionen. Sie habe sich immer dafür eingesetzt, dass alle aufs Rütli dürften, wenn die Regeln eingehalten würden. Dies sei nicht der Fall gewesen, sagte die alt CVP-Nationalrätin.
Schmid hatte in seiner Ansprache an das Ende des Zweiten Weltkriegs vor 60 Jahren erinnert und ein entschiedenes Vorgehen gegen jeglich Form von Antisemitismus, Rassismus und Extremismus gefordert. Der grosse Applaus der anderen Rütli-Besucherinnen und -Besucher verdankte der Bundespräsident mit überschwenglicher Geste.
Mit Ausnahme der groben Störaktionen kam es laut der mit einem Grossaufgebot anwesenden Polizei vorerst nicht zu Zwischenfällen. Eine Fahne und ein Transparent wurden eingezogen. Auf dem Rütli hatten sich zur diesjährigen Feier insgesamt rund 2000 Menschen eingefunden.
Die erneute Störung durch Rechtsextreme weckte Erinnerungen an das Jahr 2000, als die Rede von Bundesrat Kaspar Villiger ausgepfiffen und mit Zwischenrufen sabotiert worden war.