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So richtig erwachsen ist ZSC-Fan Reto K.* noch nicht. Er ist 17 Jahre alt, wohnt bei seiner Mutter in Höri ZH – und verdient selber noch keinen einzigen Franken.
Im Krawallmachen jedoch gehört er schon lange zu den Grossen: Er ist mit einem Stadionverbot belegt – seine Daten sind in der internationalen Hooligan-Datenbank gespeichert. Und seit zwei Wochen ist er der gesamten Sportwelt ein Begriff: Reto K. war es, der mit einer Rauchpetarde den Abbruch des Spiels zwischen den Eishockeyklubs EV Zug und ZSC Lions in der Zuger Hertihalle provozierte.
Die sportlichen Folgen sind seit Donnerstag bekannt: Die Zürcher verlieren das Spiel 0:5 forfait. Verheerend für beide Klubs ist aber auch das finanzielle Desaster, das Reto K. anrichtete: Laut EVZ-Geschäftsführer Roland Wyss kostet der Spielausfall den Klub über 90000 Franken. Die Lions haben Aufwände von 20000 Franken (siehe Box).
Da wirds für den 17-Jährigen ungemütlich, sehr ungemütlich sogar. Beide Klubs sind fest entschlossen, das Geld bei ihm einzutreiben – notfalls vor Gericht. «Sobald unser Anwalt den definitiven Betrag kennt, schicken wir ihm die Rechnung zu», bestätigt Wyss. Der Jugendliche habe mit seiner Dummheit Dutzende Menschen gefährdet. «Es hätte leicht zu einer Massenpanik mit Verletzten und Toten kommen können», sagt Wyss. Seine Sicherheitsleute hätten grosse Mühe gehabt, die Fanmassen auseinanderzuhalten.
Ins gleiche Horn stösst ZSC-CEO Peter Zahner: «Ja, wir stellen ihm eine Rechnung. Es darf nicht sein, dass wir Randalierer entwischen lassen oder Erbarmen haben.»
Retos Anwalt Daniel Frech befürchtet, dass an seinem Mandanten «ein Exempel statuiert» wird. Es gehe Reto schlecht, er bereue seine Tat.
Reue allein wird dem jungen Mann nicht helfen. Der ZSC-Fan wusste genau, was er tat. Sonst hätte er vor dem Spiel wohl kaum das Rauchpulver fein säuberlich in kleine Portionen abgepackt, diese in seine Unterhosen gestopft und so an den Sicherheitsleuten vorbeigeschleust – trotz Stadionverbot.
* Name geändert