Ratten können wieder laufen: Schweizer Forscher machen Querschnittgelähmten Hoffnung

Die ETH Lausanne will Querschnittgelähmten wieder zum Laufen verhelfen. Bei Ratten haben das Forscher bereits hingekriegt.

Schweizer Forscher machen Querschnittgelähmten Hoffnung

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Die Lausanner Forscher nutzen dazu eine Art Fernsteuerung. Das geschädigte Rückenmark wird elektrisch stimuliert. Die Ratten können so nicht nur gehen. Die Forscher konnten ihre Beinarbeit sogar so genau steuern, dass sie auch Treppen hochsteigen konnten.

Die Resultate wurden am Mittwoch im Fachjournal «Science Translational Medicine» veröffentlicht.

Im nächsten Sommer wollen die Wissenschaftler nun mit den ersten Versuchen bei Menschen beginnen.

Schon länger ist bekannt, dass man dank elektrischer Stimulation die Kontrolle über Bewegungen wiedererlangen kann. So konnten etwa vier querschnittgelähmte Männer jüngst dank implantierter Elektroden ihre Beine wieder bewegen.

Doch dieses System ist unpraktisch, weil die Patienten die Stärke und Art der elektrischen Stimulation für jede Bewegung manuell anpassen müssen. Den Lausanner Forschern hingegen ist es gelungen, die Stimulation mit Hilfe von Rechenmodellen automatisch zu regulieren.

Sie implantierten dazu flexible Elektroden ins vollständig durchtrennte Rückenmark von Ratten und reaktivierten so die Rückenmarknerven, die den Gang kontrollieren - ganz ohne Input vom Gehirn.

«Durch Stimulation des durchtrennten Rückenmarks können wir die Hinterbeine der Ratte in Echtzeit kontrollieren und ihr einen realitätsnahen Gang zurückgeben», erklärt dazu Grégoire Courtine, Neurowissenschaftler an der ETH Lausanne (EPFL).

In den klinischen Versuchen am CHUV wird die Methode an Patienten mit einer unvollständigen Schädigung des Rückenmarks getestet. Dazu kommt ein von Courtine und seiner Gruppe entwickeltes Robotersystem zum Einsatz, das den Patienten auf einer Art Laufband aufrecht hält.

Infrarotkameras erfassen reflektierende Markierungen auf dem Körper des Patienten und analysieren zusammen mit zwei Kameras seine Bein- und Körperbewegungen. Damit kann das Gerät die elektrische Rückenmarkstimulation exakt dosieren und die Bewegungen präzise unterstützen.

In Zukunft wollen die Wissenschaftler die Möglichkeit untersuchen, direkt die Signale aus dem Gehirn zur Kontrolle der Beine zu entschlüsseln. Diese realitätsnahe Information wollen sie dann dazu verwenden, um das Rückenmark gezielt zu stimulieren. (sda)

Publiziert am 24.09.2014 | Aktualisiert am 24.09.2014
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ETH Lausanne CH-Forscher lassen querschnittgelähmte Ratten laufen

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4 Kommentare
  • Zane  Snozzi aus Rothrist
    24.09.2014
    Jetzt sollen die Tierschützer allen Gelähmten mit Hoffnung ins Gesicht sagen, dass diese Versuche verboten werden sollen! Keiner wird sich das trauen! Hoffentlich auch nicht, endlich eine sinnvolle Wissenschaft! Bravo, ETH Lausanne, im Namen aller Gelähmten mit Hoffnung!
  • Christian  Dürig aus Bern
    24.09.2014
    Shinya Yamanaka versucht bereits mit induziert pluripotenten Stammzellen beschädigte Nervenzellen zu ersetzen. Diese werden anschliessend gezielt stimuliert, so dass sich Nervenstränge zur Informationsübertragung ausbilden. Die Lähmungen verschwinden allmählich und die Patienten lernen wieder zu gehen. Computergesteuerte Exoskelette helfen mit, das Ziel zu erreichen.
    Ich hoffe, dass Shinya Yamanaka erneut einen Nobelpreis erhalten wird.
  • Hanspeter  Niederer 24.09.2014
    Vergesst es einfach ! Das ist reine Bastelei und unbezahlbar. Der einzig sinnvolle Forschungsansatz muss sein, die Wachstumssperre von durchtrennten Nervenbahnen zu überwinden.
    • Peter  Ern , via Facebook 25.09.2014
      Sie mögen Recht haben, und ich bin überzeugt, dass auch an Ihrer These heftig geforscht wird. Aber im Moment müssen wir uns offensichtlich mit diesem "positiven" Forschungsresultat zufrieden geben. Bravo ETH Lausanne.