Rassismus-Kommission erklärt: Dafür könnte Thiel verklagt werden

BERN - Hat Andreas Thiel mit seinen Aussagen in «Schawinski» gegen die Rassismus-Strafnorm verstossen? Abschliessend klären könnte diese Frage nur ein Gericht. Die Eidgenössische Rassismus-Kommission liefert dafür eine Einschätzung.

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Es hätte eine Debatte über den Koran werden sollen. Doch dann lief das Gespräch in der Sendung «Schawinski» vom vergangenen Montag völlig aus dem Ruder. Talkmaster Roger Schawinski und der Satiriker Andreas Thiel deckten sich gegenseitig mit Beleidigungen ein.

Schawinski warf Thiel vor laufender Kamera vor, «ein aufgeblasener Typ» zu sein und soll ihn nach dem Gespräch gar als «Arschloch» betitelt haben. Thiel seinerseits fragte Schawinski gleich zu Beginn der Sendung unter anderem, ob er ein «Papier-Jude» sei.

Strafnorm verletzt?

Hat der Satiriker mit dieser oder anderen Aussagen in der Sendung – oder auch mit seinem umstrittenen «Weltwoche»-Artikel «Der Schatten des Ostens», der den Urspung der Diskussion bildete – gegen die Rassismus-Strafnorm verstossen?

Beurteilen müssten eine solche Frage letztlich die Strafverfolgungsbehörden beziehungsweise die Gerichte. Blick.ch hat aber bei der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus (EKR) nachgefragt und um eine Einschätzung gebeten.

Bevölkerungsgruppen verletzt

Sie könne zwar nachvollziehen, schreibt die EKR, dass in der Sendung Äusserungen gefallen seien, die ganze Bevölkerungsgruppen verletzt oder getroffen haben könnten.

Sie hält aber fest: «Mit seinen Aussagen in der Talkshow und in seiner Streitschrift der ‹Schatten des Ostens› hat Herr Thiel aus Sicht der EKR eher nicht gegen die Rassismus-Strafnorm verstossen, da nicht gegen die Gesamtheit der Muslime gezielt wird, sondern primär gegen den Islam als Religion und gegen (fundamentalistische) islamistische Gruppierungen.»

Altes Zitat ist problematisch

Als problematisch errachtet das Gremium aber ein Zitat Thiels aus einem Interview mit der «BernerZeitung» von vor zwei Jahren, das am Montag auch bei «Schawinski» eingeblendet wurde.

«Muslime sind, böse gesagt, irgendwo im Übergang zwischen Neandertaler und Homo Sapiens stecken geblieben», sagte Thiel damals dem Blatt. Damit verstosse er «aus Sicht der EKR klar gegen Artikel 261bis StGB» – also die Rassismus-Strafnorm. Den Fall untersuchen werde man indes nicht, da es sich bei der ERK nicht um eine Strafverfolgungsbehörde handle.

Der Sache «nicht dienlich»

Allerdings macht die Kommission auch kein Geheimnis daraus, wie viel – oder wie wenig – sie vom jüngsten Schawinski-Talk hält.

Im Statement heisst es: «Die polemisierende Diskussion der beiden Herren ist einer sachlichen Auseinandersetzung mit diesen wichtigen aktuellen gesellschaftspolitischen Themen nicht dienlich.»

Publiziert am 20.12.2014 | Aktualisiert am 20.12.2014
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149 Kommentare
  • Aida  Elvana , via Facebook 20.12.2014
    Icj verstehe nicht, was das mit der Rassismuskommission zu tun hat, wenn ein Satiriker und ein Performer sich verbal an den Kragen gehen: der Islam ist keine Rasse!!! Wenn wir Schweizer nur ständig aus jeder Mücke einen Elefanten machen können. Sorry.
  • Regula  Hiltebrand aus Au
    20.12.2014
    Das Volk hier hat schlicht und einfach Angst vor den Islamisten, denn sie sind unberechenbar. Nur Islamisten sind so radikal und wollen andersgläubige bekehren. Christen lassen sich sicher nicht bekehren, das können sie in ihren eigenen Ländern, aber nicht hier.
  • Hans  Burri 20.12.2014
    Herr Schawinski man kann Sie gar nicht ernst nehmen. Sie leben in einer vergangenen Welt und lassen es vom§ Staatsfernsehen gut bezahlen. Wenn Sie so ca. 160 000 Zuschauer haben sind Sie ihr
    Geld nicht wert. So würde ich sicher einen Abgang machen.
  • Schultheiss  Peter 20.12.2014
    Der Zeitgeist ist die Denk- und Fühlweise Mentalität eines Zeitalters! Wir leben in einer Zeit von Rot-Grünen-Psychologen und Moralprediger! Die freiheitliche Welt ist zu faul geworden, um ihre Errungenschaften zu verteidigen! Ich fürchte mich nicht um die Stärke des Islams, sondern um die Schwäche des Westens. Wir verkaufen unsere Schwäche als Toleranz, weil wir mehr zu verlieren glauben als die IS-Terroristen!
  • Hurni  Philippe 20.12.2014
    Die Antirassismusstrafnorm gehört abgeschafft, sie wird einseitig und willkürlich eingesetzt. Sie schützt Extremisten und verfolgt jene die auf Misstände aufmerksam machen wollen. In Basel-Stadt können Islamisten immer noch ohne Probleme ihre Hetzschriften auf öffentlichem Grund verteilen. Weder die Basler Regierung noch die Staatsanwaltschaft unternimmt etwas dagegen. Dies ist der klare Beweis für die willkürliche Anwendung dieses Gesetzes, sie schützt extreme Minderheiten in der Schweiz!