Randale zur Nachdemo

  • Aktualisiert am 03.01.2012

ZÜRICH – Es ist die traurige Tradition der Steine, Scherben, sinnlosen Gewalt: Die unbewilligte Nachdemo in Zürich artete wieder aus.

Am 1. Mai, wenn die offiziellen Feiern in Zürich vorbei sind, formieren sich junge Demonstranten und treiben mit der Polizei ein Katz- und Maus-Spiel. Dabei geht vieles zu Bruch, Autos werden in Brand gesteckt. Auf der einen Seite fliegen Steine. Auf der anderen wird mit Gummischrot und Wasserwerfern geantwortet.

Kaputte Schaufensterscheiben, brennende Container, ein abgebranntes Auto. Das ist die bisherige Bilanz der unbewilligten Nachdemo im Zürcher Langstrassenquartier.

Begonnen hatte die Nachdemonstration friedlich. Einige hundert Personen, zum Teil vermummt, zogen durch den Kreis vier und versammelten sich anschliessend auf dem Kanzleiareal. Das liegt gleich neben dem Versammlungsplatz der offiziellen Mai-Kundgebung. Von dort aus zog dann ein kleiner Trupp randalierend durchs Quartier.

Die Auseinandersetzung zwischen Chaoten und Polizei beendet schliesslich das friedliche Fest auf dem Helvetiaplatz.

Bezeichnend: Es handelt sich bei vielen Chaoten offensichtlich um sehr junge Männer, die aus purer Lust an der Zerstörung beim Saubannerzug mitlaufen. Ihr Motto scheint klar: Hauptsache Randale.

Die Stadtpolizei schätzt die Sachschäden als massiv ein. Sie sollen laut einer ersten groben Schätzung weit über 100000 Franken liegen. Im Zug des Polizeieinsatzes wurden zahlreiche Personen festgenommen. Viele müssen auch nachträglich noch mit Strafverfolgung rechnen. Im Internet kursieren die ersten Videos mit denen Chaoten identifiziert werden könnten. Zudem haben laut Polizeisprecher Marco Cortesi zahlreiche Schaulustige die Chaoten beobachtet und forografiert.

100 Festnahmen, 14 Verletzte

ZÜRICH – Bis um 19 Uhr nahmen Stadt- und Kantonspolizei Zürich an der unbewilligten Nachdemonstration rund 100 Personen fest. Bei dem Einsatz waren drei Polizisten leicht verletzt worden. Insgesamt elf weitere Menschen, die an den 1.-Mai-Anlässen teilgenommen hatten, wurden ins Spital gebracht. Darunter befinden sich auch die sechs Verletzten einer Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppierungen aus Sri Lanka am frühen Nachmittag. An der tätlichen Auseinandersetzung waren rund 30 Anhänger zweier offenbar rivalisierender Gruppen beteiligt. Sie waren unter anderem mit Holz- und Eisenstangen aufeinander losgegangen.

1. Mai im Ausland

BERLIN – In der deutschen Hauptstadt verliefen die Kundgebungen zum 1. Mai im Vergleich zu anderen Jahren harmlos. 5000 Polizisten sorgten für Sicherheit. 119 Randalierer wurden verhaftet.In mehreren deutschen Städten kam es zu friedlichen Protesten gegen Aufmärsche rechtsextremer Gruppen. PARIS – In Frankreich war die anstehende Präsidentschaftswahl auch am Tag der Arbeit das Hauptthema. Im ganzen Land gingen mehrere zehntausend Leute auf die Strassen.ISTANBUL – In Istanbul wurden die Maifeiern von Gewalt überschattet: Die Polizei ging mit Tränengas und Schlagstöcken gegen linke Demonstranten vor. 580 Personen wurden verhaftet.MOSKAU – In Russland strömten laut dem staatlichen Fernsehen rund 1,5 Millionen Menschen zu den verschiedenen Kundgebungen. Alle verliefen friedlich.HAVANNA – In der Hauptstadt versammelten sich hunderttausende Kubaner zum Tag der Arbeit.
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