«Quinten» wütet – und verletzt zwei Mädchen

  • Publiziert: 10.02.2009, Aktualisiert: 19.01.2012

BERN – Der Wintersturm, der heute durch die Schweiz zog, bescherte den Rettungsdiensten und der Polizei viel Arbeit. In Unterägeri wurde ein Mann von einem Baum erschlagen.

Der Gemeindearbeiter war in Unterägeri ZG bei der Arbeit, als er von einer einstürzenden Fichte erschlagen wurde.

Zwei sechsjährige Mädchen wurden von einem umstürzenden Baum getroffen und dabei verletzt. Ein Mädchen erlitt Beinfrakturen und musste ins Spital eingeliefert werden. Das zweite Kind zog sich eine Hirnerschütterung zu. Die anderen Kinder der Gruppe kamen mit dem Schrecken davon.

Verletzte auch im Gebiet Zürich

Doch auch in anderen Gebieten der Schweiz wütete «Quinten»: In Adliswil ZH wurde ein Bauarbeiter an den Beinen verletzt, nachdem sich auf einer Baustelle ein schweres Schalelement losgerissen hatte und gegen den Arbeiter geschleudert wurde. In Zürich wurde eine Person von einer umherwirbelnden Signalisationstafel leicht verletzt.

Im Kanton Freiburg starben vier Kühe in ihrem Stall in Mossel an einem Stromschlag, als eine Strom- auf eine Wasserleitung fiel. In Düdingen FR fing ein Baum Feuer, nachdem ein Strommast auf ihn gestürzt war.

Glück im Unglück hatten zwei Insassen eines Kleinbusses in Reinach BL. Wenige Meter vor dem Fahrzeug stürzte eine grosse Platane auf die Strasse. Der 49-jährige Lenker konnte zwar noch bremsen, kollidierte aber heftig mit dem Baum. Verletzt wurde niemand.

Über 20 Durchstartmanöver

Auf den Flughäfen Zürich-Kloten und Basel-Mülhausen mussten am Dienstagmorgen mehrere Flüge von und nach Paris gestrichen werden. Grund der Annullierungen waren jedoch nicht lokale Sturmprobleme, sondern die Schliessung der Pariser Flughäfen Charles de Gaulle und Orly.

In Zürich-Kloten wurden zudem über 20 Durchstartmanöver verzeichnet. Ein Teil der Flugzeuge steuerte daraufhin einen anderen Flughafen an, der Rest landete im zweiten Anlauf. Wie bei Sturmsituationen üblich, wurde in Kloten auf den Ostanflug ausgewichen.

Haushalte ohne Strom

Überall in der Schweiz standen die Rettungskräfte pausenlos im Einsatz. Umgestürzte Bäume oder Erdrutsche blockierten Strassen oder Geleise. Tausende Haushalte blieben wegen gekappten Stromleitungen mehrere Stunden ohne Strom. Bauabschrankungen und Velos fielen vielerorts gleich im Dutzend um.

Feuerwehren mussten lose Ziegel, Blechverkleidungen oder Kamine sichern. Der Betrieb vieler Bergbahnen und Schiffskurse wurde eingestellt. An einigen Orten traten Bäche über die Ufer. Die Polizei warnte vor Spaziergängen im Wald. (SDA/spj)

«Quinten» stürmte mit über 150 Stundenkilometer

Auf dem Säntis wütete der Sturm mit einer Geschwindigkeit von 144 Kilometern pro Stunde, auf dem Moléson in den Freiburger Alpen mit 147,6, auf dem Chasseral mit 142,2 und auf dem Pilatus mit 141,8 Stundenkilometern. Winde mit Werten von über 150 Kilometern pro Stunde wurden auf dem Üetliberg bei Zürich (152,3), auf dem Bantiger bei Bern (158,8) und auf der Chrischona bei Basel (157,7) gemessen. Auf dem La Dôle im Waadtländer Jura verzeichneten die Windmesser Werte von 151,2 km/h und in Les Diablerets in den Waadtländer Alpen 151,6 km/h. Selbst in Städten wie Basel (115,6) und Zürich (109) waren heftige Winde spürbar. Stürme mit Windgeschwindigkeiten ab 118 Stundenkilometer werden als Orkane bezeichnet.

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