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Der Mann sitzt hinter verschlossenen Türen im alten Zollhäuschen bei der Hafeneinfahrt. Seelenruhig hält er seine Rute aus dem Fenster und lässt die Schnur in die 3 Meter tiefer fliessende Wiese hängen. Neben sich ein Glas Whisky und eine Thermoskanne. Aus einem kleinen Radio dudelt Musik ...
Auf Klopfen und Rufe von Passanten und Hafenarbeitern reagiert er nicht. Selbst Polizei und Sanität sind bereits angerückt, um den komischen Kauz unter die Lupe zu nehmen. «Am Montagnachmittag sind eine Patrouille und ein Rettungswagen mit Blaulicht aufgefahren», erzählt ein Kranführer aus dem nahen Container-Terminal.
«Ein Passant hatte der Alarmzentrale eine regungslose Person gemeldet», sagt Polizeisprecher André Auderset. Daraufhin seien Polizei und Sanität ausgerückt. Doch auch durch die aufgeregten Retter lässt sich der Angler nicht aus der Ruhe bringen.
Kein Wunder: Der Fischer ist eine Puppe. Zürcher Künstler haben sie in der Hütte aufgestellt.
BLICK hat die beiden ausfindig gemacht. «Das Häuschen gehört einem Kollegen», sagen Mischa Düblin (34) und Fabian Hachen (30) von der Künstlergruppe «Thylacine». «Weil es ständig aufgebrochen und besprayt wurde, bat er uns, dort etwas Künstlerisches zu installieren, das die Leute irritiert.»
Schnell war der Angler geboren. Und schnell sorgt er auch für Irritationen. «Bereits in der Nacht vom 12. Juni, als wir das Werk installiert haben, hat die Polizei unsere Ausweise kontrolliert», erzählt Hachen. «Die Beamten fragten auch nach unserem ‹Kollegen da in der Hütte› – sie glaubten nicht, dass er nur eine Puppe ist.»
Mittlerweile kennen sämtliche Basler Polizisten den «verdächtigen Fischer», betont Auderset. «Dieses Anekdötchen hat sich natürlich auch bei uns schnell verbreitet und für entsprechende Heiterkeit gesorgt.»
So sieht die Fischer-Puppe von vorn aus.- Jan Fischer