Puff an der Langstrasse Carlos ist wieder im Knast!

Das Sondersetting wurde erst Ende September beendet. Nun wurde der Messerstecher Carlos im Zürcher Chreis Cheib verhaftet.

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Er hatte ein selbstbestimmtes Leben in Freiheit. Messerstecher Carlos* (19) konnte tun und lassen, was er wollte. Schluss mit Betreuung, fertig Sondersetting. Das war Ende September. Nicht einmal einen Monat später ist eingetroffen, was alle verhindern wollten: Carlos sitzt wieder hinter Schloss und Riegel – diesmal weil er im Zürcher Chreis Cheib Ärger machte.

Die Medienbeauftragte der Zürcher Oberstaatsanwaltschaft, Corinne Bouvard, bestätigte BLICK die Verhaftung. Sie fand am letzten Dienstag­nachmittag statt, nach ­einer Auseinandersetzung im Langstrassenquartier. Die Staatsanwaltschaft eröffnete ein Verfahren gegen Carlos. Der Vorwurf: Drohung und Hinderung einer Amtshandlung.

Gestern Morgen führte die Staatsanwaltschaft eine Einvernahme durch. Danach stellte sie beim Zwangsmassnahmengericht Antrag auf U-Haft. Ein Entscheid war gestern noch nicht gefällt.

Die Stadtpolizei wurde am Dienstag nach einer Anzeige aktiv. Offenbar war sie per Telefon alarmiert worden. Wo genau sich Carlos mit dieser Person gestritten hatte und wie er ihr gedroht haben soll, dazu will die Oberstaatsanwaltschaft nichts sagen.

«Die Hintergründe der Vorwürfe sind Gegenstand der laufenden Ermittlungen», sagt Bouvard.

Eine endlose Geschichte

Als die Polizisten Carlos festnehmen wollten, gab dieser laut BLICK-Informationen Fersengeld. Nach wenigen Metern holten ihn die Beamten aber ein. Carlos und die Justiz – eine endlose Geschichte.

Im August 2013 stellt das Schweizer Fernsehen den verurteilten Messerstecher (damals 17) in einem Dok-Film vor. Später kommt aus: Die Betreuung des therapieresistenten Jugendstraftäters, ein sogenanntes Sondersetting, kostet pro Monat 29 000 Franken. Inklusive 4½-Zimmer-Wohnung, Thai-Boxen und Privat­lehrer.

Die Oberjugend­anwaltschaft bricht dieses Sondersetting ab und weist Carlos in ein Massnahmenzentrum für junge Straftäter ein. Monate später entscheidet das Bundesgericht für Carlos. Er kommt in Sondersetting Nummer zwei.

Die Kosten: 19 000 Franken. Bringen tut es nichts. Das Setting wird beendet, da es «keine erzieherische Wirkung» mehr hat. Carlos kommt Ende September frei und wohnt seither mit seinem Vater in einer Notwohnung der Stadt Zürich.

* Name geändert

Publiziert am 31.10.2014 | Aktualisiert am 31.10.2014
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Carlos mit Samurai-Schwert im Zürcher HB. Dieses Foto postete er Mitte Oktober auf Facebook. play

Carlos mit Samurai-Schwert im Zürcher HB. Dieses Foto postete er Mitte Oktober auf Facebook.

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78 Kommentare
  • Hans  Gusen aus Zug
    31.10.2014
    Man kann es drehen und wenden wie man will: Der Fall Carlos ist ein krasser Einzelfall. Nicht mehr und nicht weniger.
  • Andy  Furrer , via Facebook 31.10.2014
    Vielleicht klappt es ja dann mit dem Sondersetting N°3..... ;-
  • fritz peter  friedli aus utzenstorf
    31.10.2014
    Februar 2014: Bundesgericht gibt Carlos recht!
    Der jugendliche Straftäter hätte nie ins Massnahmenzentrum Uitikon verlegt werden dürfen. Das Bundesgericht befiehlt seine unverzügliche Entlassung. Ja und jetzt was sagt ihr dazu, zu diesem Kuschel-Muschel Entscheid. Ausreden werden sicher von Fachleuten geliefert. Der Kerl will jetzt einfach nicht, da sitzt er wieder im Knast und alles fängt von vorne an. Die Gedanken sind frei, wer kann sie erraten. Mehr nicht sonst gibts Ärger u. Zensur. Danke!
  • Patrick  Hug 31.10.2014
    Was muss noch alles Pasieren oder wieviel Geld, Steuergeld will unser super Rechtsstaat noch in Carlos Investieren? Das ist ein Fass ohne Boden!! Und das in der noch so schönen Schweiz! Es muss sich da etwas ändern....wo wird das sonst noch hinführen? Ach du liebes Armes Vaterland!!
  • Iris  Schipke , via Facebook 31.10.2014
    Und ein 14 jähriger wird aber mit Handschellen abgeführt,weil er den Unterricht störte? Ich frage mich gerade wer an dieser Geschichte aus dem Bubi noch gestört ist............