Prozess um Mörder von Marie (†19): Claude Dubois soll nie mehr freikommen

Im Prozess gegen den Marie-Killer Claude Dubois haben der Staatsanwalt und die Verteidigung ihre Plädoyers vorgelegt.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Deutscher Koch Werner C. (35) in Haft Er lauerte Paul im Internet auf
2 Muslim-Mädchen die Einbürgerung verweigert Kein Schwimmunterricht –...
3 Deutscher Koch Werner C. (35) in Haft Hat er Paul sexuell missbraucht?

Schweiz

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
28 shares
5 Kommentare
Fehler
Melden

Der Mörder von Marie (†19) soll nie mehr freikommen. Oberstaatsanwalt Eric Cottier forderte am fünften Prozesstag die lebenslange Verwahrung für Claude Dubois (39). «Es gibt etwas Wichtigeres als die Freiheit. Es ist das Menschenleben», sagte Cottier in seinem emotionalen Plädoyer vor dem Strafgericht in Renens VD.

«Was auch immer Dubois behauptet, er war schwer in Marie verliebt», sagte Cottier. «Aber man verlässt Claude Dubois nicht. Wenn man ihm gehört, dann gehört man ihm für immer.» 

Dubois habe Marie Angst eingejagt. «Sie wollte ihn nicht mehr sehen. Er terrorisierte sie, spionierte ihr nach.» Dubois kaufte unter anderem einen Feldstecher und engagierte einen Privatdetektiv.

«Es ist klar Mord»

Am Abend des 13. Mai 2013 habe er sie dann an ihrem Arbeitsplatz in Payerne VD aufgesucht und «eine Erklärung» verlangt. Cottier ging nicht auf die Details der anschliessenden Entführung und Ermordung von Marie ein. «Ich habe Angst, dass ich Dubois damit Freude, ja sogar Vergnügen bereiten würde und dass ich weinen müsste.» 

Dubois habe den Entscheid, Marie zu töten, schon zum Zeitpunkt der Entführung getroffen. «Er sagte das Marie dann immer wieder. Er gab sich während Stunden seinem Vergnügen hin», so Cottier. «Es ist klar Mord.»

Es ist das erste Mal, dass im Kanton Waadt die lebenslange Verwahrung gefordert wird. Cottier sagte, sogar bei der restriktiven Anwendung des Bundesgerichts sei klar, dass Dubois nicht therapierbar sein. Die beiden Gutachter stimmten darin überein.

Dubois hörte regungslos zu. Er zeigte keine Reaktion. Auch die Familie von Marie war im Gerichtssaal. Ihre Mutter kam am Nachmittag nicht mehr. Sie brach zusammen.

Der Killer bleibt eiskalt

«Wenn man die lebenslange Verwahrung nicht bei Claude Dubois anwendet, bei wem dann?» fragte der Anwalt von Maries Familie, Jacques Barillon in seinem Plädoyer rhetorisch. Er hielt Dubois eine grosse Foto von Marie entgegen: «Schauen Sie, das ist Marie. Sie haben sie getötet.» Dubois blieb eiskalt. Dann tuschelte er demonstrativ mit seiner Verteidigerin.

Dubois' Verteidiger sagte, die lebenslange Verwahrung widerspreche der Europäischen Menschenrechtskonvention. «Es gibt keine Diagnose, dass jemand für immer unheilbar ist», sagte Loïc Parein. Dubois klopfte seinem Verteidiger nach dem Plädoyer anerkennend auf den Rücken. Auch Verteidigerin Yael Hayat plädierte gegen die lebenslange Verwahrung: «Dubois ist nicht der richtige Kandidat.»

Maries Mörder hatte das letzte Wort. Er sagt nichts über die Tat, kein Wort über sein Motiv. Nach einer halben Stunde sagt Dubois: «Ich würde es deplaziert finden, wenn ich mich bei der Familie von Marie entschuldige», sagt Dubois. «Ich müsste mich bei Marie entschuldigen.» Das Urteil fällt am 24. März.

Publiziert am 11.03.2016 | Aktualisiert am 11.03.2016
teilen
teilen
28 shares
5 Kommentare
Fehler
Melden

5 Kommentare
  • Michel  Wehner aus Zürich
    12.03.2016
    «Es gibt keine Diagnose, dass jemand für immer unheilbar ist» Somit wäre ja überhaupt keine Verwahrung mehr möglich. Nur ich bin überzeugt dass es Delikte gibt mit denen sich der Deliquent das Recht sich in unsere Gesellschaft frei zu bewegen, für immer verwirkt hat. Dieses grausame Verbrechen war eines, so wie viele andere auch!
  • Shangali  Eberhart aus Marloth Park
    12.03.2016
    "Lebens-Lange" verwahrung? Wie lang ist das genau, und dann kommt "gute führung" hinzu und nach 8 oder 10 jahren ist er wieder draussen?
    Herr Dubois muss von der masse getrennt bleiben, er ist und bleibt eine gefahr für all "weiblichen" ausserhalb seiner Zelle wo er hin gehört.
    Und das ist doch was wichtig ist.
    Richtig ist auch das wir glauben das alles "Heilbar" ist, wer stellt sich zur verfügung um das heraus zu finden? .... Entfernen vor allen allen anderen Menschen! Richtig !!


  • Frank  Richter 12.03.2016
    Bei jeder Strafe sollte immer ein Ende absehbar bleiben. Alles andere wäre unmenschlich. Dieser Mann ist kein fanatischer Massenmörder, wie zum Beispiel "Breivik", oder ein leichtfertiger Raubmörder, sondern eher jemand, der seine Gefühle (Liebe/ Zuneigung) nicht im Griff hat; was selbstverständlich keine Entschuldigung für diese Tat bedeuten soll! Ich denke, mit zunehmendem Alter (65+) spielen solche Gefühle keine so große Rolle mehr im Leben.
  • Marc  Schumacher aus Rüthi
    12.03.2016
    Grad eben gelesen:
    Dubois war bereits im Alter von 22 Jahren zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt worden, weil er 1998 seine damalige Freundin entführt, vergewaltigt und getötet hatte. Zum Zeitpunkt der Tat verbüsste er seine Reststrafe mit einer elektronischen Fussfessel im Hausarrest. (SDA/kra)
    Und da stellt sich tatsächlich noch die Frage, ob dieser Mann irgendwann wieder mal in Freiheit kommt?
    Unfassbar!
  • Marc  Schumacher aus Rüthi
    12.03.2016
    Der Mann hat 2 Anwälte?
    Ob er therapierbar ist oder nicht, er hat ein Leben genommen mit voller Absicht. So soll er bis zu seinem Lebensende in Gewahrsam sein, alles andere wäre keine Gerechtigkeit und zudem eine potentielle Gefahr für die Öffentlichkeit. Ich sehe nicht ein, weshalb dieser Mann jemals wieder das Tageslicht sehen sollte.