Prozess Rentner brutal überfallen: Berner Gericht verhängt lange Strafen

BERN - BE - 15 Jahre vier Monate sowie 16 Jahre Freiheitsstrafe: Diese Sanktionen hat am Freitag das Berner Obergericht gegen zwei junge Männer verhängt, die 2013 in Ostermundigen BE ein Rentnerpaar in deren Wohnung überfielen.

Prozess in Bern: Harte Strafen für Überfall auf Rentner-Ehepaar play
Das Unheil begann, als die Täter spätabends beim Rentnerpaar klingelten und der Mann die Tür öffnete. (Archivbild) KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER

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Die 16-jährige Freiheitsstrafe richtet sich gegen einen heute 32-jährigen Mann, der den 73-jährigen Rentner zu Boden schlug, sich auf ihn kniete und ihn mit Schlägen eindeckte. 24 Stunden später starb dieser herzkranke Mann als Folge von Sauerstoffmangel während des Überfalls an einem Herzversagen im Spital.

Schuldig gesprochen wurde der Angreifer wegen eventualvorsätzlicher Tötung, versuchter vorsätzlicher Tötung der Ehefrau des Rentners und weiterer Delikte.

Die vorsitzende Richterin sagte in der Urteilsbegründung, wer während zehn Minuten heftig auf einen älteren Mann einschlage und ihn zu Boden drücke, nehme in Kauf, dass das Opfer sterbe. Gutachter hätten bestätigt, dass der Tod des Rentners direkt auf den Angriff zurückgehe.

Der zweite Angeklagte ging auf die auf einem Sofa schlafende Ehefrau des Rentners los. Dort deckte der heute 26-jährige die 67-jährige Frau mit Schlägen ein. Das Gericht befand, die beiden hätten gemeinsam gehandelt. Sie seien Mittäter.

Deshalb wurde auch dieser Mann wegen eventualvorsätzlicher Tötung des Rentners und versuchter vorsätzlicher Tötung der Frau sowie wegen weiterer Delikte verurteilt. Die Richterin sagte, das Gericht habe in Akten schon viele Bilder von Verletzungen gesehen. Doch diese Fotos hätten auch «abgebrühte Oberrichter» erschreckt.

Die zweite Instanz bestätigte mit dem Urteil das Strafmass des Regionalgerichts Bern-Mittelland. Es hatte die beiden aus Mittelamerika stammenden Männer im Februar verurteilt. Dagegen erhoben die beiden Berufung.

Der eine gab den Angriff auf den Rentner zu, beteuerte aber, er habe diesen Ausgang nicht gewollt. Der andere bestritt, die Frau angegriffen zu haben. Doch fanden sich DNA-Spuren von ihr in einem Auto, in das sich der Mann nach dem Angriff setzte.

Wieso es zum Angriff kam, ist seit den ersten Ermittlungen unklar. Eigentlich hatten die beiden Männer den Auftrag bekommen, in einer Wohnung über jener der Rentner einen Pass zu stehlen. Klar ist jedoch, dass sie nach dem Überfall Uhren, Schmuck und Bargeld aus der Wohnung der Rentner mitlaufen liessen. (SDA)

Publiziert am 09.12.2016 | Aktualisiert am 09.12.2016
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