Prozess in Biel BE Bohrende Fragen an falschen Zahnarzt

BIEL BE - In Biel BE steht ein Zahntechniker vor Gericht, der jahrelang als falscher Zahnarzt wütete. Er ist nicht geständig.

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Zahntechniker Roman D.* (53) aus Biel BE fuhrwerkte als Zahnarzt im Mund von Patienten herum. Im Oktober sollte ihm der Prozess gemacht werden. Roman D. liess ihn platzen – wegen eines Unfalls.

Gestern nun stand er vor dem Regionalgericht in Biel. Und stritt alles ab: «Ich habe mich nie als Zahnarzt ausgegeben. Ich war nur Assistent.» Die Behandlungen in seiner Praxis habe ein Zahnarzt gemacht. Die Anklage lautet unter anderem auf schwere Körperverletzung. Dutzende ehemalige Patienten sowie die Stadt Biel treten als Kläger auf.

Kiefer ausgerenkt

Der Schweizer führte von 2006 bis 2015 eine Praxis. Eine ehemalige Patientin war gestern anwesend. 17 Zähne wurden ihr 2014 gezogen und Amalgamfüllungen ersetzt.

«Er ist ein richtiger Blender», sagte die Geschädigte. «Zweimal hat er mir den Kiefer ausgerenkt. Und als er das Amalgam rausnahm, brach der Bohrer ab.» Mehrere Opfer leiden bis heute. Eine Frau brauchte 38 Nachbehandlungen. Kosten: 32'000 Franken.

Das Berner Kantonsarztamt untersagte Roman D. schon 2006, zahnmedizinische Behandlungen vorzunehmen. Trotzdem konnte er bis letzten Oktober weiterpfuschen.

Er wollte Diplom aus Österreich

Er versuchte auch, in Österreich an ein Zahnarztdiplom zu kommen – und fälschte dafür Dokumente. Das gab Roman D. zu. Aber: «Ich wollte nur eine Weiterbildung machen.»

Der Richter bohrte noch an anderer Stelle: Warum zahlte er einer Geliebten zwei Darlehen à 50'000 Franken nicht zurück? Roman D.: «Ich habe das Geld nie bekommen.» Quittungen dafür hatte er aber unterschrieben. Das Urteil folgt am 24. März.

*Name der Redaktion bekannt

Publiziert am 15.03.2016 | Aktualisiert am 24.03.2016
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3 Kommentare
  • seb  cicero 16.03.2016
    mit welchen papieren und diplomen hat der dann seine praxis angemeldet bei den behörden? keine Meldepflicht?
  • Daniel  Kohler aus Wohlen
    16.03.2016
    Wen wunderts? Nur einer von zahlreichen Faellen, nachzulesen im Blick in den letzten Jahren. Da geben sich gleich mehrere Deutsche in einer Klinik als Aerzte aus, ein anderer zockt seine Patienten ab und treibt sie in den Selbstmord. Eine Schoenheitschirurg pfuscht Jahrzehnte ungestoert herum. Ein Patient stirbt, weil sein Arzt kein Wort Deutsch versteht. Auslaendische Zahnarzte pfuschen einige Monate bei uns rum und setzen sich dann ab. Und das alles ist wohl nur die Spitze des Eisbergs.
  • Roger  Berger 16.03.2016
    Da stellt sich schon die Frage, warum dieser Mann jahrelang praktizieren konnte, ohne dass eine Nachkontrolle seitens der Behörden statt fand. Damit, dass ihm das Praktizieren als Zahnarz untersagt wurde, ist es doch nicht getan. Eigentlich müssten die Geschädigten auch gegen die Behörden vorgehen.