
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar abzugeben.
Wenn Sie ein Konto bei Facebook haben, können Sie sich damit anmelden.
Aktueller hätte der Nationalrat nicht sein können. Als die grosse Waffendiskussion aufs Sessionsprogramm gesetzt wurde, ahnte niemand, wie dringlich werden könnte. Der Amoklauf an einer Schule im deutschen Winnenden und der Todesschuss auf eine 16-Jährige im zürcherischen Volketswil dürften aber auch dem Letzten die Augen geöffnet haben.
Blick.ch fragte Chantal Galladé, was eine Verschärfung bringt. Die SP-Politikerin ist Mitglied des Initiativkomitees der soeben eingereichten Volksinitiative «Für den Schutz vor Waffengewalt». Sie ist eine der schärfsten Kritikerinnen von Privatbesitz von Schusswaffen.
Blick.ch: Frau Galladé, welche Bedeutung hat die Diskussion im Nationalrat heute Nachmittag?
Chantal Galladé: Aktueller hätte diese Diskussion kaum noch kommen können! Wichtig wäre sie aber auch ohne die traurigen jüngsten Ereignisse gewesen. Denn im Durchschnitt kommt in der Schweiz jeden Tag ein Mensch durch eine Schusswaffe ums Leben.
Geht es nur um die Armeewaffe?
Nein, überhaupt nicht. Es geht um sämtliche Schusswaffen in Privathaushalten. Derzeit kann jedermann schon mit 18 Jahren eine erwerben. Ich fordere, dass diese Limite auf 25 heraufgesetzt wird.
Aber können denn Tötungsfälle wie «Winnenden» und «Volketswil» durch schärfere Gesetze verhindert werden?
Natürlich nicht. Aber wir müssen die Privathaushalte entwaffnen. Derzeit befinden sich nach offizieller Zählung 2,3 Millionen Schusswaffen in Schweizer Haushalten. Armee- und andere Waffen, legale und illegale. Von dieser Zahl müssen wir runter. Dann werden auch weniger Menschen durch Schusswaffen getötet!