Bistum Chur Priester hat Kinder sexuell missbraucht!

  • Aktualisiert am 03.01.2012

CHUR – Gregor M.* ist Priester in Schübelbach SZ. Doch er hat eine schlimme Vergangenheit – und die holt ihn nun ein.

Der Grüsel-Pater Gregor M. (69) ist seit 1992 Pfarr-Administrator in Schübelbach SZ. Bis heute. Ein Opfer meldet sich beim Bistum in Chur. Gregor M. habe ihn in den 70er-Jahren sexuell missbraucht!

Der Diözesanbischof stellt den Priester sofort zur Rede. Und Gregor M. gibt alles zu. Er hat sich mehrfach an Kinder und Jugendlichen vergriffen. Nach dem Geständnis tritt der Priester sofort von seinem Amt zurück.

Die Übergriffe geschahen in Birnau (D) und in Mehrerau. Das Bistum Chur wurde zu keinem Zeitpunkt, weder 1992 noch bis heute über die sexuellen Übergriffe des Paters auf Minderjährige informiert. Aus der Zeit seiner Tätigkeit in der Diözese Chur sind bis jetzt keine strafbaren Taten bekannt geworden.

Auf Empfehlung seines Abtes und des Churer Bischofs hat Gregor M. sich bei der Polizei in Bregenz gemeldet. Das Voralberger Landeskriminalamt hat mit den Ermittlungen bereits begonnen.

Riesiger Missbrauchs-Skandal

Das Geständnis des Paters bringt ihn mit einem Missbrauchs- Skandal dramatischen Ausmasses in Verbindung, der im Verlauf der letzten Woche in Vorarlberg bekannt wurde. Bis Sonntag erstatteten 27 Personen Anzeige.

Die Fälle reichen bis zu 50 Jahre zurück und ereigneten sich an verschiedenen kirchlichen Einrichtungen. Im Internat des Kloster Mehrerau, dem Gregor M. angehört, soll sich ein Pater zwischen 1970 bis 1982 an mindestens zehn Jugendlichen vergangen haben. In den letzten Wochen sind unter anderem in Deutschland und Irland dutzende Missbrauchsfälle bekannt geworden. (num)

*Name der Redaktion bekannt

Hans Küng nimmt Papst ins Visier

Der Schweizer Theologe Hans Küng fordert vom Papst ein persönliches Schuldeingeständnis für den Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche. Benedikt XVI. trage als Papst und als langjähriger Präfekt der Glaubenskongregation die Verantwortung dafür, dass die Kirche solche Fälle jahrzehntelang geheim gehalten habe – zum Schutz ihrer Priester und zum Leidwesen der betroffenen Kinder. «Bei keinem Menschen in der Kirche gingen so viele Missbrauchsfälle über den Schreibtisch wie gerade bei ihm», schreibt der katholische Tübinger Theologe in einem Gastbeitrag für die «Süddeutsche Zeitung». (SDA)

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