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Eine Wohnung hat Sigmund nicht. Er schläft am Boden – irgendwo in Baden. Sein Mittagessen ist das, was andere Leute wegwerfen. Seit 30 Jahren ist das so. Lange kann er nicht an einem Ort bleiben. Denn Menschen wie ihn mag die Polizei nicht. Sigmund ist ein Penner.
Nichtsahnend sass der Obdachlose Sonntagabend auf einem Karton am stillgelegten Bahnhof Oberstadt. Plötzlich kommt die Polizei. Will ihn festnehmen. Ein Anwohner hatte sie auf den Randständigen angesetzt.
Polizisten spielen mit
Dann bemerken die Beamten die Zuschauergruppe um den Obdachlosen. Aus der Ernstfall! Denn Sigmund heisst in Wirklichkeit Ko Holthuizen und ist Schauspieler des Jungen Theaters Baden.
«Als die Polizisten den Irrtum bemerkten, haben sie gegrinst», erzählt der 69-jährige Schauspieler. Die Beamten hätten gut reagiert – so gut, dass beim Apéro nach der Première des Spaziertheaters «Besuk – eine absurde Utopie» einige Zuschauer dachten, dass auch der Einsatz zur Szene gehörten.
Der Polizei ist der Theater-Einsatz nicht peinlich. Anrufen müssten sie nachgehen. Der Schauspieler habe seine Rolle als Penner auch sehr gut gespielt. Das Stück ist noch bis Sonntag zu sehen.