Polizist nach Schimpftirade gegen Töff-Raser Alexander R. freigesprochen Bravo, Herr Richter!

ST. GALLEN - Weil ein St. Galler Polizist bei der Verhaftung von Töff-Raser Alexander R. eine Schimpftirade losliess, stand er gestern vor Gericht. Vorwurf: Amtsmissbrauch. Vom Richter bekam er einen Rüffel und einen Freispruch.

Hier flieht ein Töff-Rowdy vor der Polizei

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Die Irrfahrt von Töffraser Alexander R.* (43) machte international Schlagzeilen. Im September 2014 raste der Familienvater in einer halsbrecherischen Amokfahrt mit seiner KTM Super Duke 990 durch die Ostschweiz und filmte mit seiner Helmkamera alles mit. Er liess die Pneus qualmen, bretterte mit 100 km/h durch Ortschaften, beging insgesamt 83 Regelverstösse. Nach minutenlanger Verfolgungsjagd durch die Polizei stürzt der Ghostrider. Doch der Rowdy wehrt sich mit aller Kraft gegen die Verhaftung.

Polizist geigt dem Rowdy die Meinung

Stadtpolizist Hanspeter R.* (54) platzt der Kragen. Brüllend stürzt er sich auf den Raser und lässt eine heftige Schimpftirade los. O-Ton: «Du huere Sau, du Chrüppel, du verdammte, i rupf der de Grind us, ich mach di kaputt.» Dafür stand der altgediente Polizist gestern vor dem Kreisgericht. Der Staatsanwalt sah in den Kraftausdrücken einen Amtsmissbrauch, forderte als Strafe 50 Tagessätze à 170 Franken – auf Bewährung.

Polizist Hanspeter R. sagte dem Töff-Rowdy von Rheineck deutsch und deutlich die Meinung. play
Polizist Hanspeter R. sagte dem Töff-Rowdy von Rheineck deutsch und deutlich die Meinung. Marcel Sauder

«Es war eine absolute Ausnahmesituation»

Vor dem Richter war dem angeklagten Polizisten die Nervosität anzusehen. Die Verfolgung und Verhaftung des Töffrasers sei für ihn eine vollkommene Ausnahmesituation gewesen. Denn: «So eine Verfolgungsjagd habe ich in 30 Jahren Polizeidienst nicht erlebt.» Dem Töffraser sei er zudem körperlich hoffnungslos unterlegen gewesen: «Ich hatte Angst und war auf 200.» Und weiter: «Ich habe mich bereits für die Wortwahl entschuldigt. Netteres Deutsch hätte in der Situation aber nichts gebracht.» Viel wichtiger: Geschlagen habe er den Töffraser nicht. Und nach Anlegen der Handschellen habe man sich «ganz normal» unterhalten können.

Zuerst Rüffel, dann Freispruch

Am Schluss gab es für den Angeklagten einen Freispruch. Der Richter mahnte in der Urteilsbegründung nur, dass der Polizist hätte «sachlicher bleiben können». Die Bitte: Man solle doch statt «Krüppel» beim nächsten Mal einen anderen Begriff verwenden. Der Töffraser war für seine Amokfahrt bereits früher verurteilt worden. 

* Namen der Redaktion bekannt

Publiziert am 18.11.2016 | Aktualisiert am 15.12.2016
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49 Kommentare
  • Gerry  Scheiwiller 18.11.2016
    Wir möchten, dass uns die Polizei schützt! Dann soll unser Staat Polizisten die sich beherzt für unser Wohl einsetzen nicht vor den Richter gezogen werden. Besten Dank an Hanspeter R. und seine Kollegen. Weiter so!!
  • Reto  Leutenegger 18.11.2016
    Grundsätzlich genau richtig! Ich bin froh über dieses Urteil aber sobald ein Polizist sich so eine "Entgleisung" gegen einen Linken Chaoten bei einer Demo leistet, wird er mit der vollen Härte des Gesetzes verurteilt!
  • willi  weber 18.11.2016
    Aufgabe des Polizisten war es, den Täter zu stellen und der Justiz zuzuführen. Wird ein Normalbürger so ausfällig, wird er bestraft, also gehört auch der Polizist bestraft.
    • Stefan  Globus 18.11.2016
      Ist doch nur verständlich das er so reagierte. Er musste sein Leben und das von anderen Verkehrsteilnehmer gefährden und das nur wegen diesem Töffli Mann. Was hätten Sie gesagt wenn Sie Ihn gestellt hätten? Nicht so schnell bitte, böser Mann Sie, bitte in den Streifenwaagen einsteigen wenn Sie möchten? Die Aussagen des Polizisten waren das mindeste was der Töffli Mann an der Unfallstelle zu hören bekommen sollte!
  • Reto  Wenger , via Facebook 18.11.2016
    Schon die Anklage wegen Amtsmissbrauch war ein totaler Witz. Wenn schon, dann reden wir hier höchstens von einer Beschimpfung.
  • Werner  Klee aus Kindhausen
    18.11.2016
    Ob bei der Durchsetzung von vielleicht situativ unangebrachten Gesetzen, bei Krawallen, im Kampf gegen Gewalt oder wie hier bei einem offensichtlichen Fehlverhalten eines Bürgers, es sind immer Polizisten, die für unsere Sicherheit den Kopf hinhalten . Sie verdienen es , gerecht beurteilt zu werden (wie hier geschehen).