BERN - BE - Die Schweiz hat sich an einer Aktion gegen den internationalen Menschenhandel beteiligt. Ingesamt 70 Lokale im Rotlicht-Milleu wurden durchsucht.
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Wieviele Prostituierte sind Opfer von Menschenhändlern? (Bild: Prostitution im Zürcher Niederdorf, Archiv)
(Keystone)Im Kampf gegen den westafrikanischen Menschenhandel haben Polizeien in neun europäischen Ländern zeitgleich Razzien im Rotlichtmilieu durchgeführt. Auch die Schweiz hat sich an der Aktion beteiligt.
Insgesamt wurde hierzulande in über 70 einschlägigen Lokalen rund 370 Personen kontrolliert, wie eine Sprecherin des Bundesamts für Polizei (fedpol) sagte. Darunter waren offenbar rund 130 nigerianische Staatsangehörige.
Rund 30 davon seien «vertieft überprüft» worden. Bei einem Teil von ihnen handle es sich um potenzielle Opfer von Menschenhandel, sagte die Sprecherin.
Bei den Kontrollen sei es nicht darum gegangen, Verhaftungen vorzunehmen.
Wie das fedpol in einer Mitteilung schreibt, dienten die Razzien und der Austausch von Informationen in erster Linie dem Zweck, Erkenntnisse und Zusammenhänge über Netzwerke von in Europa aktiven nigerianischen Menschenhändlern zu gewinnen.
In der Schweiz haben jene Kantone die Aktion unterstützt, die von Prostitution und möglichem Menschenhandel aus Nigeria betroffen sind: Aargau, Bern, Neuenburg, Schwyz, Schaffhausen, Thurgau, Waadt und Zürich. Beteiligt hat sich auch die Stadt Zürich, wie das fedpol schreibt.
Angestossen hat die konzertierte Aktion das deutsche Bundeskriminalamt (BKA), wie die deutsche Nachrichtenagentur dpa berichtete. Laut BKA zeigen die bisherigen Ermittlungen, dass ein internationales Netz von westafrikanischen Zuhältern, eingeschleusten Prostituierten, Geldwäschern, Passverleihern, Dokumentenfälscher und Schleusern existiert.
Nach Angaben der dpa laufen die Fäden in der niederländischen Stadt Den Haag zusammen. Neben Deutschland und der Schweiz gab es Kontrollen auch in Grossbritannien, den Niederlanden, Belgien, Luxemburg, Schweden, Dänemark und Österreich. (bau/SDA)