Politikerin fordert: «Hooligans härter anpacken!»

  • Aktualisiert am 20.01.2012
  • Von Georges Wüthrich

Zuerst Krawalle in Zürich, dann in Bern. Die St. Galler Justiz-Direktorin Karin Keller-Sutter (45) sieht nur noch eine Lösung.

Sie scheut sich nicht, an die Front zu gehen. Sei es in Rapperswil bei den Lakers oder bei den gewaltbereiten St. Galler Fans.«Ja, ich war bei Polizeieinsätzen schon mitten drin», sagt die St. Galler Regierungsrätin gegenüber BLICK.Sie hat im Kanton St. Gallen bereits einen runden Tisch mit allen Beteiligten zusammengestellt und eine departementsinterne Arbeitsgruppe gegründet.Für die zupackende Politikerin ist klar: «Wir müssen den harten Kern von einigen Hundert gewaltbereiten Fans viel repressiver anfassen.»An den vorliegenden Gesetzen sei gar nicht so viel zu ändern, meint sie. Aber:Verhaftete müssen ihrer Meinung nach übers Wochenende in Haft bleiben: «Sie sollen am Montagmorgen ihre Arbeitgeber oder Schulen anrufen müssen: ‹Ich sitze noch im Knast›.» Aus der Anonymität herausholen, nennt Karin Keller-Sutter das.Wer Stadionverbote missachtet, soll nach englischem Vorbild zur Kasse gebeten werden: rigorose Bussen oder sogar kurze Gefängnisstrafen.Massivere Polizeieinsätze sind unabdingbar. Auch in den Fankurven, die ihrer Meinung nach in der Schweiz rechtsfreie Räume darstellen. Das mussten zwei St. Galler Kripo-Beamte in zivil erleben, als sie in der Wiler Fankurve brutal zusammengeschlagen wurden.Die Vizepräsidentin der Schweizer Justiz- und Polizeidirektoren-Konferenz ist sich dabei im Klaren: «Das Problem wird immer komplexer.»Etwa dadurch, dass sich militante Schweizer Fangruppen zunehmend mit ausländischen Kumpanen zusammentun. So erscheinen bei Auswärtsspielen des Eishockey-Klubs Fribourg Gottéron immer wieder radikale Fans des französischen Fussballvereins FC Metz.Karin Keller-Sutter möchte deshalb in dieser eskalierenden Situation dringend Erfahrungen im Ausland sammeln: «Wir werden mit einer Delegation von Regierungsräten nach England oder Holland reisen, um Informationen zu sammeln, wie man die Probleme besser in den Griff bekommen kann.»

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