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Politikerin fordert: «Hooligans härter anpacken!»

Zuerst Krawalle in Zürich, dann in Bern. Die St. Galler Justiz-Direktorin Karin Keller-Sutter (45) sieht nur noch eine Lösung.

Von Georges Wüthrich | Aktualisiert um 15:42 | 24.05.2009


Sie scheut sich nicht, an die Front zu gehen. Sei es in Rapperswil bei den Lakers oder bei den gewaltbereiten St. Galler Fans.

«Ja, ich war bei Polizeieinsätzen schon mitten drin», sagt die St. Galler Regierungsrätin gegenüber BLICK.

Sie hat im Kanton St. Gallen bereits einen runden Tisch mit allen Beteiligten zusammengestellt und eine departementsinterne Arbeitsgruppe gegründet.

Für die zupackende Politikerin ist klar: «Wir müssen den harten Kern von einigen Hundert gewaltbereiten Fans viel repressiver anfassen.»

An den vorliegenden Gesetzen sei gar nicht so viel zu ändern, meint sie. Aber:

  • Verhaftete müssen ihrer Meinung nach übers Wochenende in Haft bleiben: «Sie sollen am Montagmorgen ihre Arbeitgeber oder Schulen anrufen müssen: ‹Ich sitze noch im Knast›.» Aus der Anonymität herausholen, nennt Karin Keller-Sutter das.

  • Wer Stadionverbote missachtet, soll nach englischem Vorbild zur Kasse gebeten werden: rigorose Bussen oder sogar kurze Gefängnisstrafen.

  • Massivere Polizeieinsätze sind unabdingbar. Auch in den Fankurven, die ihrer Meinung nach in der Schweiz rechtsfreie Räume darstellen. Das mussten zwei St. Galler Kripo-Beamte in zivil erleben, als sie in der Wiler Fankurve brutal zusammengeschlagen wurden.

    Die Vizepräsidentin der Schweizer Justiz- und Polizeidirektoren-Konferenz ist sich dabei im Klaren: «Das Problem wird immer komplexer.»

    Etwa dadurch, dass sich militante Schweizer Fangruppen zunehmend mit ausländischen Kumpanen zusammentun. So erscheinen bei Auswärtsspielen des Eishockey-Klubs Fribourg Gottéron immer wieder radikale Fans des französischen Fussballvereins FC Metz.

    Karin Keller-Sutter möchte deshalb in dieser eskalierenden Situation dringend Erfahrungen im Ausland sammeln: «Wir werden mit einer Delegation von Regierungsräten nach England oder Holland reisen, um Informationen zu sammeln, wie man die Probleme besser in den Griff bekommen kann.»
  • (Keystone)
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    Randale, natürlich, auch beim Cupfinal in Bern. (Keystone)
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    Die Hooligans konnten so in Schach gehalten werden. (Keystone)
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    Die Polizei half sich mit Wasserwerfern. (Keystone)
    Die Hooligans flüchten. (Keystone)
    Polizei und einige «Fans» leisteten sich eine Strassenschlacht. (Keystone)
    Auch Tränengas kam zum Einsatz. (Keystone)
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    Wüste Szenen nach dem Schlagerspiel zwischen Zürich und Basel. (Keystone)
    Kurz vor den Ausschreitungen am Bahnhof Altstetten (Keystone)
    Nach dem Ende des Matchs gab es heftige Ausschreitungen zwischen Fussballfans und der Polizei. (Keystone)
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    Für einige Verhaftete wird das Spiel böse Folgen haben. (Reuters)
    Schade, dass solch unschöne Bilder vom Cup-Krimi in Erinnerung bleiben müssen. (Reuters)
    Idioten aus den Luzerner und Sittener Fan-Lagern gehen sich an die Gurgel. (Reuters)
    Nach dem Spiel geht es rund auf der Allmend. (Keystone)
    (Simon Ertler)
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    Klicken Sie sich durch die Diashow. (Simon Ertler)
    Nach dem Spitzenkampf vom vergangenen Sonntag kam es in Basel zu Ausschreitungen. (Simon Ertler)
    Nun klagt der FC Zürich gegen die Basler Polizei. (Simon Ertler)
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    Im Barrage-Spiel zwischen St. Gallen und Bellinzona vom vergangenen Mai kam es zu Ausschreitungen. (Keystone)
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    Klicken Sie sich durch die Bilder! (Keystone)

    Im Süden wirds heiss

    Am Sonntag droht in Bellinzona das nächste Chaos: Wie oft an verlängerten Wochenenden befindet sich die halbe Deutschschweiz im Tessin. Dazu kommen rund 2000 Zürcher Fussball-Touristen. Sie wollen ihren FCZ in Bellinzona lautstark unterstützen (Spiel um 16.00 Uhr).

    Doch hier beginnt das Problem. Aufgrund der beschränkten Kapazität im Gästesektor des Stadio Comunale gehen nur 750 Tickets an die Zürcher.

    Deshalb wird damit gerechnet, dass die meisten FCZ-Fans ohne Tickets anreisen und versuchen werden, an ein Billett für einen anderen Tribünenbereich zu kommen.

    Weil aber die Verantwortlichen in Bellinzona eine «Durchmischung» der Fans verhindern wollen und keine weiteren Tickets an Zürcher abgeben, wird es für die meisten Gäste heissen: Wir bleiben draussen.

    Weichen die Tessiner nicht von ihrer Verkaufsstrategie ab, könnte es im günstigsten Fall zu einem friedlichen Strassenfest vor dem Comunale kommen. Wer die Bilder der Ausschreitungen vom letzten Sonntag um den Letzigrund noch im Kopf hat, befürchtet aber das Horrorszenario: einen Sektor-Sturm der abgewiesenen FCZ-Fans und ein entsprechendes Chaos, das schlimmste Folgen haben könnte. (Thomas Renggli)

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    Karin Keller-Sutter will sich auch am Ausland orientieren. (Keystone)
    Karin Keller-Sutter will sich auch am Ausland orientieren. (Keystone)
    Das sagen Blick.ch-Leser
    Romina Nüesch, Widnau - 15:31 | 22.05.2009
    » @ andiel streuli 1. als luzerner würde ich echt keine grossen Reden, eure supertollen Chaoten sind ja die schlimmsten und 2. hast du eigentlich ne Ahnung was du da redest? Es reicht ja wohl, dass Polizisten mit Problemen Gewehre mit Gummischrot und Platzpatronen erhalten und dann auf Gesichter zielen. uwas eure Bussen angehen, es gibt schon genug Jugendliche welche einfach so in die Schuldenfalle tappen, warum es nicht noch fördern!
    B. Joggeli, Basel - 15:14 | 22.05.2009
    » Hauptsache es ist ein neuer "Sündenbock" gefunden, richtig? Wie wärs wenn in Zukunft jedes Fussballspiel ein Geisterspiel ist und keine Fans mehr ins Stadion dürfen?!? An alle FCZ'ler: Bleibt am Sonntag doch zu Hause und helft euren GC-Freunden...die BASLER sind zurück!!!:o)
    Luther Sloane, Basel - 14:34 | 22.05.2009
    » Nich nur Hooligans, sondern grundsätzlich alle Vorkommnisse mit "Personenschaden" viel härter und schneller angehen, inkl. dazugehörender viel härterer Strafen. Begleitend dazu gehört aber natürlich auch "Ursachenbekämpfung", diese löst aber nicht das aktuelle Problem, sondern hilft evtl. für die Zukunft.
    Heinz Helfenstein, Muhen - 13:53 | 22.05.2009
    » Hooligans härter anfassen mag ja ein probates Mittel der Polizei und gewisser Politiker sein. Das Wort "Ursachenbekämpfung" scheint aber für sie ein Fremdwort zu sein! Darin liegt doch des Pudelskern. Kommen die Randalierer einfach so aus der Schublade? Haben oder hatten die Jungs auch ein Elternhaus? Ist doch effektiv nur ein gesellschaftspolitisches Problem...eltern welche für Ihre Jungs keine Zeit mehr haben weil sie mit der Doppelbelastung von Erziehung und Arbeit nicht mehr klar kommen!
    Werner Kestenholz, Oberwil BL - 13:50 | 22.05.2009
    » Sehr guter Vorschlag von Frau Keller-Sutter aus St. Gallen, die Hooligans das ganze Wochenende in den Knast zu stecken. Ein Wiederholungstäter dann gerade für 1 Woche. Wieso kann, was in Frankreich problemlos funktioniert, man die Täter nicht innert 24 Stunden von einem Schnellgericht aburteilen und für mindestens 3-6 Monate ins Gefängnis stecken? Aber wir haben vermutlich zuwenige Plätze..
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