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Online-Vergleichsdienste stehen vor einem goldenen Herbst: Die Krankenkassenprämien steigen bis zu 30 Prozent. Über eine Million Versicherte dürften zu einer billigeren Kasse wechseln. Diese finden sie bei Internetportalen wie comparis.ch oder bonus.ch. Ein Klick genügt und schon liegt eine Offerte in der Mailbox.
Für den Kunden ist es gratis. Comparis und die übrigen Anbieter kassieren von den Versicherungen aber 45 Franken pro Offerte. Total dürften die Versicherungen den Portalen jährlich rund 30 Millionen Franken überweisen.
Dieses Geschäft wollen die Politiker nächstes Jahr trockenlegen. Auf Antrag der Gruppe um FDP-Haudegen Otto Ineichen (68) hat der Nationalrat diese Woche beschlossen, Maklerprovisionen zu verbieten.
Die Politiker zielen vor allem auf aggressive Telefonverkäufer in Callcentern. CVP-Politikerin und Gruppe-Ineichen-Mitglied Ruth Humbel (52): «Die Anrufe nerven die Leute.» Dass auch die Vergleichsdienste getroffen werden, nimmt sie in Kauf: «Das Ziel ist, Kosten zu sparen.»
Fragt sich, ob das gelingt. Auf die Anwerbung neuer Kunden werden die Krankenkassen nicht verzichten. Statt mit freien Maklern werden sie aber mit Festangestellten arbeiten. Die Telefonverkäufe werden sie als Umfragen zur Kundenzufriedenheit tarnen. Wer unzufrieden ist, erhält eine Offerte. «Ein solches System ist viel aufwändiger», sagt Felix Schneuwly, Sprecher des Versicherungsverbandes Santésuisse.
«Die Kosten werden steigen statt sinken.» Denselben Effekt könnte auch das Ende der Prämienrechner haben. «Durch das Provisionsverbot schläft der Wettbewerb ein», sagt Comparis-Chef Richard Eisler (46). «Der Schuss geht hinten raus.»
Einen Ausweg gibt es: «K-Tipp» hat einen Vergleichsdienst aufgeschaltet, der keine Provisionen verlangt. Wer Prämien sparen will, findet auch hier die billigste Kasse. Die Offerte muss allerdings direkt beim Versicherer beantragt werden.