Sparen als Schulfach? Politiker sollen Kids vor Schulden retten

  • Publiziert: 12.08.2010, Aktualisiert: 03.01.2012

BERN - Werbungen und Kredite: Die Konsumwelt ist voller Verlockungen. Deshalb sollen Kinder schon früh in der Schule den Umgang mit Finanzen lernen, fordert Pro Juventute.

Das Sparsäuli «Kinder-Cash» von «Pro Juventute» hat nicht nur einen Schlitz auf dem Rücken, sondern ganze vier! Ein Fach mit dem Geld zum Ausgeben, eins zum Sparen, eins mit Geld für Investitionen und ein viertes mit Geld für gute Taten. So sollen Schulkinder lernen, verantwortungsbewusst mit Finanzen umzugehen – und das schon in jungen Jahren.

Die grösste Kinder- und Jugendorganisation der Schweiz «Pro Juventute» hat gestern vor dem Bundeshaus mit einer Aktion auf die Problematik der Jugendverschuldung aufmerksam gemacht. Diese Aktion zum Schulbeginn soll vor allem den Politikern die Augen öffnen. Pro Juventute fordert, dass Finanzkompetenz als Fach in die Lehrpläne integriert wird.

9 bis 12-Jährige sollen lernen, mit ihrem Geld umzugehen. Auf dem Bundeshausplatz spielten drei Kinder das Quiz «Risiko» gegen SP-Nationalrätin Evi Allemann, Nationalrätin Margret Kiener Nellen, Beat Stocker, CEO der Aduno Gruppe und weitere Personen aus Politik und Wirtschaft. In dem Spiel ging es um Fragen zu Geld, Konsum und Schulden. Wer sich am besten mit dem Thema Finanzen auskannte, gewann das «goldene Sparschwein».

Die SP-Nationalrätin Evi Allemann unterstützt das Anliegen von Pro Juventute: «Schuldenberge sind eine grosse Belastung für den Start ins Erwachsenenleben.» Es sei wichtig, Kinder und Jugendliche früh für einen bewussten Umgang mit Geld und Konsum zu sensibilisieren.

«Pro Juventute» findet, dass die Zeit zum Handeln jetzt sei: Schon ab diesem Schuljahr sollen nach Meinung der Organisation auch an Schweizer Schulen der Umgang mit Finanzen gelehrt werden – wie dies im Ausland bereits der Fall ist. (tmm)

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