Chat zur Minarett-Initiative: Imam-Sohn: «Ich bete auf dem Töff»»
ZÜRICH – Als Muslim stand Yahya Hassan Bajwa unseren Lesern im Chat heute Red und Anwort. Braucht es das Minarett? Müssen sich Muslime mehr anpassen? Bajwa plädiert dafür, dass man einander mehr zuhört.
Von Michael Scharenberg | Aktualisiert um 16:37 | 27.11.2009
Hungerbühler Jean, Zürich: Herr Bajwa, Der Islam hat mit vielen Vorurteilen zu kämpfen. Was tun Sie dagegen? Immerhin sind viele Imame hierzulande keinesfalls intergriertg, ja sie sprechen nicht mal eine Landessprache.
Yahya Hassan Bajwa: Lieber Herr Hungerbühler! Sie haben Recht. Es gibt viele Vorurteile gegen den Islam. Ich finde, dass Imame zumindest ein wenig Deutsch lernen müssen. Da sie meist nicht lange bleiben, wäre es aber viel wichtiger, dass sie die Schweizer Gesetze, Gepflogenheiten und Kultur kenne lernen sollten. Und: Sie müssen eine Kontaktperson haben, an die sie sich wenden können, wenn sie Probleme mit Leuten haben, die sich nicht an unsere Schweizer Gesetze halten wollen.
Heiko, Kreuzlingen: Hallo Herr Bajwa, Minarette braucht es doch wirklich nicht. Wieso stimmen wir nicht einfach «ja» – dann gibt die SVP Ruhe. Ändern wird sich ja sowieso nichts?
Yahya Hassan Bajwa: Lieber Heiko! Kürzlich war «Tag der offenen Türe» in den Moscheen. Eine Bekannte von mir sagte, dass sie zwei Stunden lang die Moschee in Wohlen gesucht hat. Wenn ein – auch kleines – Minarettchen vorhanden gewesen wäre, hätte man die Moschee schneller gefunden. Und es geht ja nur um das. Als ein Zeichen für eine Moschee. Mehr nicht.
Kurt Hanselmann, Buchs: Herr Bajwa, einen wie grossen Prozentsatz der Schweizer Muslime schätzen Sie als praktizierend ein? Und wieviele haben fundamentalistische Tendenzen?
Yahya Hassan Bajwa: Lieber Herr Hanselmann! Schweizer Untersuchungen haben gezeigt, dass nur eine Handvoll Menschen in der Schweiz wirklich fundamentalistische Ideen vertreten. 10% der Muslime haben nichts mit dem Islam am Hut, 80% der Muslime sagen, dass die Religion Privatsache sei und dass sie zuhause ab und zu beten. Nur gerade 10% gehen ab und zu oder regelmässig in die Moschee. D.h. die grosse Mehrheit der Muslime ist nicht in irgendeinem Verband oder Moschee organisiert. Die Situation ist in etwa so, wie es bei Christen in der Schweiz ist...
Susana Stutz, Chur: Herr Bajwa, fühlen Sie sich nicht persönlich angegriffen durch Initiative?
Yahya Hassan Bajwa: Liebe Frau Stutz! Nein. Oder doch? Weiss es nicht, denn es gibt keine Argumente gegen ein Türmchen. Ehezwang, Bescheidung etc. kann man mit dieser Initative nicht beseitigen. Übrigens: Gerade diese zwei Beispiele gibt es auch in anderen Kulturen – auch unter Christen. Es sind somit Probleme, gegen die ich als Menschenrechtler ankämpfe!
Mathis, Thomas, Bern: guten Tag! Eigentlich und zum Glück ist ja die Initiative gelaufen. Fürchten Sie sich trotzdem vor einem hohen Ja-Stimmenanteil?
Yahya Hassan Bajwa: Herr Mathis! Nein. Es würde aber bedeuten, dass man mehr Aufklärungsarbeit leisten muss. Der Dialog muss zwischen den Religionen gefördert werden. Sich gegenseitig KENNENLERNEN ist sehr wichtig!
Franz Meier, Basel: Hallo Hassan. Warum muss sich die Schweiz an Muslime anpassen? Wenn wir Schweizer in einem Muslime Land sind würde sich dieses Land ja auch nicht für uns anpassen oder??
Yahya Hassan Bajwa: Hallo Franz! Ich will ja gar nicht, dass man sich den Muslimen anpasst. Die Schweizer Gesetze verbieten ja den Bau nicht. Sollte es verboten werden, wird sicher keine islamische Organisation ein Minarett bauen. Das gilt übrigens auch schon heute. Ich denke, dass das Baugesetz genügt. Man muss also nicht eine einzige Religionsgruppe gesetzlich unterscheiden. Das wäre sicher ein Problem. In vielen islamischen Länder stehen Kirchen – auch mit Kirchentum. In meinem Dorf in Pakistan haben wir eine Moschee mit zwei kleinen Minarettchen und eine Kirche mit einem grossen Giebel, aber keinen Kirchenturm. Der Grund: Muslime und Chisten haben nicht das Geld, um Minarette oder Kirchtum zu bauen – ein Gesetz verbietet es ihnen aber nicht.
Hungerbühler Jean, Zürich: Gibts eigentlich in Pakistan Kirchtürme. Oder überhaupt christliche Gotteshäuser?
Yahya Hassan Bajwa: Lieber Herr Hungerbühler! In vielen islamischen Länder stehen Kirchen – auch mit Kirchentum. In meinem Dorf in Pakistan haben wir eine Moschee mit zwei kleinen Minarettchen und eine Kirche mit einem grossen Gibel mit mehreren Kreuzen aber keinen Kirchenturm. Der Grund: Muslime und Christen haben nicht das Geld, um grosse Minaretten oder grossen Kirchtum zu bauen – ein Gesetz verbietet es ihnen aber nicht.
Silvana, Basel: Herr Bajwa: Solange immer wieder Muslime für negative Schlagzeilen sorgen, wird die Aktzeptanz in der Schweiz nie grösser werden. Was tun Sie zur Integration?
Yahya Hassan Bajwa: Liebe Silvana, Ich unterrichte Integrationsfragen und auch interreligiösen Dialog an Universitäten. Bilde LehrerInnen aus. Bin in verschiedenen Organisationen tätig: Bsp Co-Präsident Netzwerk Bildung und Migration (AG), Aargauer interreligiöser Arbeitskreis. Setze mich aber auch als Schweizer Politiker für diese Fragen ein.
müller anna, zürich: Was hat das Minarett für eine Bedeuteung? Wieso ist es für ein Moslem wichtig, dass eine Moschee ein Minarett besitzt?
Yahya Hassan Bajwa: Liebe Frau Müller! Das Minarett ist heute ein Verzierungsbestandteil der Moschee. Ähnlich wie der Kirchentum für die Kirche. Beides sind Merkmale, damit Menschen von weit sehen, dass es sich um Gotteshäuser handelt.
Fäh Marco Boswil: Guten Tag Herr Bajwa, finden Sie, dass ein Minarett dazu gehört, um Ihre Kultur ausleben zu können??
Yahya Hassan Bajwa: Lieber Herr Fäh! Meine besten und intensivsten Gebete – in denen ich Gott nah gespürt habe – habe ich während dem Motorradfahren gehabt. Meine Kultur ist die schweizerische... Man kann ja dieselbe Frage stellen, ob Kirchtürme in islamische Länder passen und ich sage: JA!
Fred, Langenthal: Herr Bajwa, es gibt zu viel Muslime in der SSchweiz! Würden Sie wollen das in ihrem Land soviele Schweizer kommen würden?
Yahya Hassan Bajwa: Lieber Fred! Ich bin Schweizer, das ist mein Land! Ich bin sogar Schweizer Politiker und ich vertrete die Grüne Schweiz sogar in Europa!
Tom Forler: Guten Tag Herr Bajwa. Mich würde interessieren, welche Werte die Minarette für Moslems haben. Sind das wirklich «nur» Machtsymbole, oder liegt die Bedeutung eines Minaretts noch woanders?
Yahya Hassan Bajwa: Lieber Herr Forler! Für mich hat das Minarett keine Machtsymbolik. Die Mahmud Moschee steht seit 1963 mit Minarett im Balgrist / Zürich, ohne dass nun deshalb dort die Scharia eingeführt wurde, ohne dass dort massenweise Leute zum Islam konvertiert sind... Wenn heute Leute diese Behauptung aufstellen, dann diskutieren sie über andere Fragen, aber nicht über das Minarett. Glauben Sie, wenn das Minarett verschwindet, dass dann alle Probleme, die man mit Muslimen in der Schweiz hat, sich lösen werden? Daran glaubt nicht einmal mehr der Samichlaus!
Robin Spiri: Ich will noch in 40 Jahren leben können. Und laut Hochrechnung werden dann mehr MUslime als Schweizer in der Schweiz leben. Ich sage deshalb JA zum MInarett-Verbot. Damit auch Frauen nicht unterdrückt werden.
Yahya Hassan Bajwa: Lieber Herr Spiri! Laut SVP Hochrechnung haben wir bis 2070 80 Millionen Muslime in der Schweiz... Wie ernst kann man solchen Unsinn nehmen? Übrigens: Der Tagi berichtet, dass die Zahl der Muslime abgenommen habe. Je besser die Muslime integriert sind, umso weniger Kinder werden sie haben, weil sie sich den Schweizer anpassen – falls sie nicht schon Schweizer sind. Dann haben wir aber ein anderes Problem: Wer zahlt Ihre AHV?
Hallo Herr Dr. hassan Bajwa. Können sie mir bitte sagen welchen Zweck heute noch die Minarette haben?
Yahya Hassan Bajwa: Lieber Unbekannter! Diese Frage habe ich bereits oben beantwortet... Bitte lesen! Danke!
Mischa/Wallisellen Guten Tag Hr. Bajwa. Könnte man eine Kirche in einem Islamistischen Bauen? Oder hätte man auch solche Probleme wie hier?
Yahya Hassan Bajwa: Lieber Mischa! In den meisten islamischen Ländern stehen Kirchen, sogar mit Kirchtürmen. In Syrien haben die Kirchen auch Glocken, die benutzt werden.
Sarina Arninger Zürich: Die Plakate von den Minarett-Gegner sind doch pure Angstmacherei. Was löst dies bei Ihrem Umfeld aus?
Yahya Hassan Bajwa: Liebe Sarina! Unverständnis. Vielleicht auch Angst, weil man fast als Verbrecher angesehen wird. Ein ungutes Gefühl... Anstatt die Menschen zu integrieren!
Staudenmann Jürg Oberwangen: Sehr geehrter Herr Bajwa, über 100 Tausend Schweizer haben diese Initiative unterschrieben, ist das das Problem weil sich die Umma an der Kritik am Minarett stört, das Minarett ist ja nicht zwingend nötig zum ausleben des Glaubens?
Yahya Hassan Bajwa: Lieber Herr Staudenmann! Kritik ist gut. Kritikfähigkeit ist auch wichtig. Ich habe nichts dagegen, wenn man darüber spricht. Es wird problematisch, wenn man mit einem Gesetz nur eine Religion «in die Schranken weisen» will. Wir haben das in Europa schon einmal gehabt.
Dani: Der Islam hat hier sehr oft ein negtives Image. Ich habe das Gefühl, dass von Seiten des Ismlam zu wenig dagegen getan wird.
Yahya Hassan Bajwa: Lieber Dani! Viele Muslime in der Schweiz sind einfache Arbeiter, mit wenig Bildung. Da kann man wohl auch nicht viel erwarten. Doch die verschiedenen Verbände protestieren ebenfalls gegen Anschläge. Wenn nun in Nordirland ein Anschlag geschieht, dann erwartet man ja auch nicht, dass nun alle Christen sich dafür entschuldigen sollen. Weder die Christen, noch die meisten Muslime identifizieren sich mit solchen Machenschaften.
Robin Spiri: Ich will nicht in einer Islamischen Rebublik werden, die nach Hochrechnungen kommen wird. Leider hatten Sie noch keinen von meinen 5 Komentaren beantwortet. Dies zeugt davon, dass Sie keine Argumente haben.
Yahya Hassan Bajwa: Lieber Robin, Wer will schon eine Islamische Republik in der Schweiz gründen?! Ich kenne niemanden. Ich bin Schweizer und steh dazu. Was ich will ist Religionsfreiheit, damit ich – egal welche Relgion ich habe – meine Religion in Frieden ausüben kann....
Staudenmann Jürg Oberwangen: Herr Bajwa, was sagen Sie zu dieser Sure, 5:51 Ihr Gläubigen, nehmt euch nicht die Juden und die Christen zu Freunden?
Yahya Hassan Bajwa: Lieber Herr Staudenmann! Das bezieht sich auf Kriesgszeiten. Im Koran steht auch, dass man sich mit Christen zusammentun soll, um Gutes zu tun, da die Christen den Muslimen am NÄCHSTEN SIND. Ich habe viele Juden und auch Christen, die ich als Brüder oder Schwester bezeichne!
Andrea Meister, Basel: Sie waren doch eine Muslim-Minderheit und sind vor Jahrzehnten in die Schweiz geflüchtet. Warum wollen Sie jetzt unbedingt zulassen, dass die gleichen Probleme jetzt auch in die Schweiz kommen? Dazu hätten Ihnen wirklich nicht Tür und Tor öffnen müssen! Auch der Müezzin wird kommen. Das ist so klar wie das Amen in der Kirche! Sie nützen unsere liberale Art einfach nur aus. Das gefällt mir gar nicht. Setzen Sie sich doch lieber etwas mehr für die Sicherheit und gegen den Terror ein, als hier ihre gefährliche Religion zu verbreiten!
Yahya Hassan Bajwa: Liebe Frau Meister! Ich setze mich in Pakistan für Frauen und Mädchen ein. www.livingeducation.org. Dort nehmen wir Menschen auf, unabhängig, welche Religionszugehörigkeit sie haben. Wir versuchen sie vor dem Terror zu schützen und ihnen Bildung und eine berufliche Ausbildung zu geben. Das habe ich alles selber auf die Beine gestellt nach dem Motto: Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst!
Guido Baumgartner, Watt: Das Minarett ist Zeichen einer fremden Kultur, Religion und was besonders bedenklich ist, einer Gesetzgebung (Sharia), die unserem freiheitlichen Grundgesetz in vielen Bereichen widerspricht. Was verstehen Sie daran nicht, dass wir uns dagegen wehren so wie Saudi Arabien und andere Islamische Länder sich gegen den Bau von christlichen Kirchen und Kirchtürmen wehren?
Yahya Hassan Bajwa: Lieber Herr Baumgartner! In vielen islamischen Ländern gibt es Kirchen und gibt es Christen. Ich kritisiere Saudi Arabien ebenfalls. Doch da müssen sie die Schweizer Regierung fragen, weshalb sie trotzdem das Öl der Saudis will und nicht darauf verzichtet. Oder dass man Pakistan mit Waffen beliefert, auch wenn man weiss, dass dort Gesetze gegen religiöse Minderheiten (auch Christen) existieren!?
bris, zürich: Guten Tag, wenn es nur darum geht, die Moscheen besser zu finden, dann würde eine Tafel auch reichen. Oder nicht? Weiter stellte ich mir oft die Frage ob ein Kirchenturm in Muslimischen Ländern erlaubt würde?
Yahya Hassan Bajwa: Lieber Bris! Wie bereits geschrieben, es gibt in den meisten islamischen Ländern Kirchen, auch mit Kirchtürmen. Das ist eine falsche Vorstellung!
Jonas Müller: Ich bin als Schweizer absolut gegen das Minarett-Verbot. Die SVP hat mich sehr entäuscht, denn ihr geht es nicht um das Minarett, sie sprechen immer über die Islamisierung, was überhaupt nicht der Fall ist. Der Himmel in der Schweiz ist gross genug daher stimme ich gegen das Minarett-Verbot!
Yahya Hassan Bajwa: Lieber Herr Müller! Danke. Sie haben RECHT!
Tom Forler: Hallo Herr Bajwa. Minarette durften in der Schweiz ja schon immer gebaut werden, es gab kein Gesetz dagegen, warum stehen dann nur ein paar in der Schweiz und nicht mehr?
Yahya Hassan Bajwa: Lieber Herr Forler! Sehr richtig bemerkt. Die erste Moschee steht in Zürich. Eine weitere in Genf. Alle anderen Moscheen sind Fabrikgebäuden etc. Aber auch wenn die Initiative nicht angenommenw wird, wird es nicht viel mehr Minaretten geben. 1. Wegen dem Baugesetz und 2. (viel wichtiger) weil die meisten islamische Vereine gar nicht das Geld dazu haben.
Martin Keller: Sie wissen so viel wie ich über das Takyia Phänomen. Sprechen Sie also einmal tacheles über den Kriegsfürsten Mohammed als «perfektes Vorbild» für Moslems. So etwas kann man nicht tolerieren, denn die Ergebnisse sind weltweit täglich deutlich sichtbar. Danke.
Yahya Hassan Bajwa: Lieber Herr Keller! Bitte! Lesen Sie mehr über dieses Phänomen. Aufrichtigkeit ist die Basis für einen Dialog und wenn Sie schon von vornherein meinen, dass dies nicht der Fall ist, dann werden Sie auch keinen Dialog führen können.
Thomas, früher GR, jetzt BS: Ciao Yahya...Schön, sehen wir Dich wenigstens noch im Blick-Chat ;-) – und gut, beantwortet einer wie DU solche Fragen, der sich auskennt und weiss was Sache ist – und ein Vermittler der Kulturen und Religion war und ist! Wäre toll, wenn wir Dich wieder Mal sähen bei uns ;-)! Liebe Grüsse Th.
Yahya Hassan Bajwa: Lieber Thomas! Lad mich ein und ich komm wiedermal vorbei. Hab ja ein GA... Gruss an alle!
Staudenmann Jürg Oberwangen: Sehr geehrter Herr Baja, eine wichtige grundsätzliche Frage ist doch, hat der Koran hier und auf der ganzen Welt seine Gültigkeit oder nicht? Gemäss Sure 48, 28 «Er ist es, der seinen Gesandten (Mohammed) geschickt hat mit der Führung und der Religion der Wahrheit, daß er sie siegreich mache über jede andere Religion. Und Allah genügt als Bezeuger.
Yahya Hassan Bajwa: Lieber Herr Staudenmann! Das ist richtig. Doch hier ist nirgends die Sprache davon, dass man Gewalt anwenden soll! Im Koran steht auch, dass es in der Frage des Glaubens keinen Zwang gibt!!! Ich halte mich strikt an diese Aussage. Viele Christen oder Muslime haben sich nicht daran gehalten! Die Geschichte hat dies gezeigt. Trotzdem lehne ich Gewalt als Mittel strikt ab.
Robin Spiri: Sie hatten in einem voherigen Satz die SVP mit dem Hitler verglichen. Ich finde dies absurd. Sie sagen diese Initiative will eine Religion in die Schranken nehmen, wie es Hitler getan hat. Ein solche Meinung finde ich tiefste Schublade. Ihr Muslime führ euch auf als lebt ihr schon 1000 Jahre in der schweiz. Wenn wir das im arabischen Raum machen würden kämen wir an den Galgen.
Yahya Hassan Bajwa: Lieber Herr Spiri! Ich habe nur gesagt, dass wir das in Europa schon gehabt haben. Eine jüdische Kollegin, die an einem Podiumsgespräch dabei war, sagte dem EDU- und SVP-Teilnehmer, dass ihre Sprache ihr Angst machen. Sie hätte das schon einmal so erlebt!
Willi Daeppen Philippinen.Es ist ganz einfach,der Islam zerstört uinsere Kultur,und die Schweiz wird kontinuierlich vom Islam unterwandert, und dagegen wehren wir uns: ja das fällt mir auch auf,dass praktisch nur komentare von islam freundlichen beantwortet werden.
Yahya Hassan Bajwa: Lieber Herr Daeppen! Vielleicht ist das Ihre Meinung. Aber es gibt Vieles, was aus islamischen Ländern kommt: Kaffee, Tee, Döner, die dicken Bankkonten der Saudis, Ihr Chirurg im Spital, das Gewürz, ...
Fabian Schweizer, Winterthur: Wo sehen Sie das grösste Problem, wenn die Initiative angenommen wird?
Yahya Hassan Bajwa: Lieber Herr Schweizer! Als Demokrat habe ich den Entscheid zu akzeptieren. Eine Annahme wird der Integration der Muslime in der Schweiz sicher nicht förderlich sein. Anderseits, wenn islamische Investoren lieber anderswo ihr Geld anlegen oder Ferien machen wollen, dann ist das ihr Recht.
Staudenmann Jürg Oberwangen: Danke Herr Bajwa, ich behaupte dass die Ideologie Islam keine wirkliche Religion ist und das Minarett desshalb auch kein Bestandteil davon, also wird auch nichts in die Schranken verwiesen. Es geht nur um Minarette und nicht gegen Moscheen.
Yahya Hassan Bajwa: Lieber Herr Staudenmann! Ja, Minarette sind schlussendlich egal. Wir müssen uns mit den Menschen, die sich als Muslime bezeichnen, den Dialog suchen.
Fabian Schweizer, Winterthur: Glauben Sie, dass man jemanden umstimmen kann, der für die Initiative ist?
Yahya Hassan Bajwa: Lieber Herr Schweizer! Ich glaube an die Intelligenz der Menschen und dass man auch Meinungen ändern kann, wenn man die richtigen Argumente bekommt.
Tom Forler: Was bezweckt die SVP wirklich mit dieser Initiative? Jeder, der mal logisch darüber nachdenkt, sollte doch wissen, dass ein Minarett-Verbot keine Probleme lösen kann. Worum gehts der SVP also wirklich?
Yahya Hassan Bajwa: Lieber Herr Forler! Das müssen Sie Herrn Kollegen Schlüer fragen. Mir hat er diese Frage an mehreren Podiumsdiskussionen nicht beantwortet...
Meier Rico Luzen: Guten Tag, immer wird die Religionsfreiheit vorgehalten, so wie ich das sehe, wollen die Minarettgegner gar nicht die Religion verbieten, Moscheen können ja gebaut werden, ich möchte nur keine Minarette. Meine Abneigung dagegen kommt von gewissen Aussagen, die in der Vergangenheit gesagt wurden, Minarette sei ein Islamisches Machtsymbol .... Die 2. Angst: Meiner Meinung nach wird in 2 -3 Jahren über ganz andere Sachen diskutiert wie einen »Müezzin«. Was sagen sie dazu ?
Yahya Hassan Bajwa: Lieber Herr Meier! Diese Diskussion führt die andere Seite und kommt mit solchen Behauptungen, die für mich nicht haltbar sind. Stellen Sie sich die gleiche Frage für den Kirchtum und Sie werden sehen, es sind die gleichen Antworten, wie für das Minarett...
Marcel Müller, Steffisburg: entschuldigen Sie bitte, aber bis anhin, ist alles was Sie hier schreiben, scheinheilig. Ich finde super, was Sie machen, wofür Sie sich einsetzen! Ein Minarett, damit man die Moschee findet? Sorry, so ein Blödsinn hab ich noch nie gehört...
Yahya Hassan Bajwa: Lieber Herr Müller! Das war eine intelligente, Schweizer Lehrerin, die mir das gesagt hat...
Alice Weissherbst, Otelfingen: Weshalb sind in der Türkei Kirchenbauten verboten?
Yahya Hassan Bajwa: Liebe Frau Weissherbst! Ich bin nicht Türke. Ich kann Ihnen dies nicht beantworten. Aber vielleicht haben die Türken die gleiche Angst vor Kirchtürmen und vor Christen. Wird Zeit, dass man auch in der Türkei Kirchen bauen lässt! In Pakistan kann man Kirchen bauen! Ich habe schon in mehreren Weihnachten oder Ostern gefeiert!
Leuenberger Urs, Bern: Herr Bajwa, jetzt betreiben Sie aber auch etwas Augenwischerei! Wenn in Deutschland eine Muslimin im Gericht getötet wird, dann steht ihre halbe Heimat auf der Strasse. Das habe ich von islamischen Terrorakten noch nie erlebt. Es wird einfach gebilligt. Und genau das macht über 54% der europäischen Bevölkerung Angst. Auch Sie unternehmen nichts aktiv dagegen!
Yahya Hassan Bajwa: Lieber Herr Leuenberger! Ich mache sehr wohl etwas. Doch ich identifiziere mich nicht mit jedem Anschlag. Haben Sie sich vor der ganzen Welt entschuldigt, als vor paar Tagen in Nordirland ein Anschlag war? Nein. Und das erwarte ich auch nicht von Ihnen, weil ich Sie nicht so einschätze. So sollten auch Sie über die Muslime denken!
Tom Forler: Lieber Herr Bajwa, seit 1963 gibt es in Zürich ein Minarett, aber keinen Müezzin. Erwarten Sie, dass die Müezzine tatsächlich irgendwann aktiv werden und 5x am Tag über Lautsprecher zum Gebet aufrufen?
Yahya Hassan Bajwa: Lieber Herr Forler! Nein. Es sei denn, dass Stimmvolk entscheidet anders...
Staudenmann Jürg Oberwangen: Danke Herr Bajwa, ok.. da wir hier gemäss Koran im dar-al harb (Kriegsgebiet)und nicht im dar-al Islam leben ist dies schon sehr fraglich. Sura 2,85, Glaubt ihr denn an einen Teil des Buches und leugnet einen anderen?
Yahya Hassan Bajwa: Lieber Herr Staudenmann! Nein, ich glaube an den ganzen Koran. Vielleicht müsste man zusammesitzen und die Sachlage in Ruge besprechen. Ich bin, wie die meisten Muslime in der Welt, gegen Krieg und Gewalt. Die Muslime leiden doch am MEISTEN unter der Gewalt solcher Islamisten. Interessant wäre ja auch die Frage: Wie sind sie entstanden???
Meier Rico Luzen: Eins würde mich noch wunder nehmen, was würde Ihrer Meinung nach geschehen wenn das Gesetz angenommen würde ? Würden Sie es auf sich beruhen lassen oder würden Sie vor den Richter gehen um das ganze anzufechten ?
Yahya Hassan Bajwa: Lieber Herr Meier! Ich habe von verschiedenen schweizerischen politischen Seiten gehört, dass dieser Fall weitergeführt würde. Was dann wirklich geschieht, kann ich nicht sagen. Aber es wird sicher auch viele Muslime geben, die es vielleicht einfach akzeptieren werden und hoffen, dass nicht als Nächstes die Moschee verboten wird...
Bamann, Andrea Tagelswangen: Gerne stelle ich meine Frage nochmals, da sie bis jetzt nicht beantwortet wurde. Warum sollen wir Minarett bauen, wenn an unseren Schulen das Kruzifix verboten werden soll ??
Yahya Hassan Bajwa: Liebe Frau Bamann! Minarett steht nicht mitten im Schulzimmer. Aber als Muslime habe ich nichts dagegen, wenn ein Kreuz im Schulzimmer steht. Mein Vater, als Imam, hat mich extra in die Bibelstunden geschickt. Er wollte, dass ich das Christentum aus erster Hand erfahre.
Gianni Desk,Rom: Sehr geehrter Herr Bajwa,Sie fragen, was hat all das mit den Minaretten zu tun »? Ich frage: Was hat ein Minarett mit einer Mosche zu tun? Ich denke eher nichts, denn früher, als die Araber oder wer auch immer Ländereien eroberten, bauten sie ein Minarette auf, um zu demonstrieren, dass sie hier die Macht haben. Ausserdem schreibt das Koran nicht zwingend vor,dass eine Minarette zu einer Mosche gehört.
Yahya Hassan Bajwa: Lieber Herr Desk! Wir leben heute im 21. Jahrhundert. Zeiten haben sich geändert. Die Mahmud Moschee und das Minarett steht seit 1963 in Zürich, ohne dass all diese Befürchtungen, die heute angebracht werden, sich in den fast 50 jahren erfüllt haben. Also, ein Gegenbeweis oder?
Stefan Bach Witterswil: Lieber Herr Bajwa. Was ist den eigentlich falsch daran, wenn man anders Denkende als Gäste gerne empfängt, man ihnen in schlechten Zeiten zur Seite steht, aber nicht dafür ist, dass ihre Ansichten und Glaubenrichtungen hier in diesem Umfang gelebt werden können? Das können die Betroffenen doch in ihren eigenen Ländern zur Genüge. Wir passen uns doch in anderen Ländern auch an und fordern nicht nur! Das hat doch auch mit Anstand gegenüber uns Schweizern ohne Migrationshintergrund zu tun? Oder sehe ich das falsch? Wahrscheinlich schon, wenn es nach Ihnen geht! Wahrscheinlich wird diese Frage aber eh nicht beantwortet! Viele Grüsse.
Yahya Hassan Bajwa: Lieber Herr Bach! Dann müsste die Schweiz die Menschenrechtserklärung annulieren. Wir haben sie unterschrieben und haben uns daran zu halten. Wer in die Schweiz kommt, soll sich ganz klar anpassen. Doch das heisst nicht, dass man seinen Glauben aufgibt. Deshalb würde ich mich als Muslim auch dafür einsetzen, dass ein Kirche in Saudi Arabien für die europäischen Gastarbeiter gebaut wird. Doch dies wagt niemand zu fordern, weil wir das Öl brauchen...
Tom Forler: Wäre die Schweiz eigentlich das einzige Land in Europa mit einem Minarett-Verbot in der Verfassung?
Yahya Hassan Bajwa: Lieber Herr Foler! Ja. Soweit ich das weiss.
Yahya Hassan Bajwa: Danke für die vielen interessanten Fragen. Mir wurde soeben mitgeteilt, dass die Zeit um sei. Mögen wir alle den richtigen Weg gehen, den Weg der Menschlichkeit!
Yahya Hassan Bajwa: Lieber Herr Hungerbühler! Sie haben Recht. Es gibt viele Vorurteile gegen den Islam. Ich finde, dass Imame zumindest ein wenig Deutsch lernen müssen. Da sie meist nicht lange bleiben, wäre es aber viel wichtiger, dass sie die Schweizer Gesetze, Gepflogenheiten und Kultur kenne lernen sollten. Und: Sie müssen eine Kontaktperson haben, an die sie sich wenden können, wenn sie Probleme mit Leuten haben, die sich nicht an unsere Schweizer Gesetze halten wollen.
Heiko, Kreuzlingen: Hallo Herr Bajwa, Minarette braucht es doch wirklich nicht. Wieso stimmen wir nicht einfach «ja» – dann gibt die SVP Ruhe. Ändern wird sich ja sowieso nichts?
Yahya Hassan Bajwa: Lieber Heiko! Kürzlich war «Tag der offenen Türe» in den Moscheen. Eine Bekannte von mir sagte, dass sie zwei Stunden lang die Moschee in Wohlen gesucht hat. Wenn ein – auch kleines – Minarettchen vorhanden gewesen wäre, hätte man die Moschee schneller gefunden. Und es geht ja nur um das. Als ein Zeichen für eine Moschee. Mehr nicht.
Kurt Hanselmann, Buchs: Herr Bajwa, einen wie grossen Prozentsatz der Schweizer Muslime schätzen Sie als praktizierend ein? Und wieviele haben fundamentalistische Tendenzen?
Yahya Hassan Bajwa: Lieber Herr Hanselmann! Schweizer Untersuchungen haben gezeigt, dass nur eine Handvoll Menschen in der Schweiz wirklich fundamentalistische Ideen vertreten. 10% der Muslime haben nichts mit dem Islam am Hut, 80% der Muslime sagen, dass die Religion Privatsache sei und dass sie zuhause ab und zu beten. Nur gerade 10% gehen ab und zu oder regelmässig in die Moschee. D.h. die grosse Mehrheit der Muslime ist nicht in irgendeinem Verband oder Moschee organisiert. Die Situation ist in etwa so, wie es bei Christen in der Schweiz ist...
Susana Stutz, Chur: Herr Bajwa, fühlen Sie sich nicht persönlich angegriffen durch Initiative?
Yahya Hassan Bajwa: Liebe Frau Stutz! Nein. Oder doch? Weiss es nicht, denn es gibt keine Argumente gegen ein Türmchen. Ehezwang, Bescheidung etc. kann man mit dieser Initative nicht beseitigen. Übrigens: Gerade diese zwei Beispiele gibt es auch in anderen Kulturen – auch unter Christen. Es sind somit Probleme, gegen die ich als Menschenrechtler ankämpfe!
Mathis, Thomas, Bern: guten Tag! Eigentlich und zum Glück ist ja die Initiative gelaufen. Fürchten Sie sich trotzdem vor einem hohen Ja-Stimmenanteil?
Yahya Hassan Bajwa: Herr Mathis! Nein. Es würde aber bedeuten, dass man mehr Aufklärungsarbeit leisten muss. Der Dialog muss zwischen den Religionen gefördert werden. Sich gegenseitig KENNENLERNEN ist sehr wichtig!
Franz Meier, Basel: Hallo Hassan. Warum muss sich die Schweiz an Muslime anpassen? Wenn wir Schweizer in einem Muslime Land sind würde sich dieses Land ja auch nicht für uns anpassen oder??
Yahya Hassan Bajwa: Hallo Franz! Ich will ja gar nicht, dass man sich den Muslimen anpasst. Die Schweizer Gesetze verbieten ja den Bau nicht. Sollte es verboten werden, wird sicher keine islamische Organisation ein Minarett bauen. Das gilt übrigens auch schon heute. Ich denke, dass das Baugesetz genügt. Man muss also nicht eine einzige Religionsgruppe gesetzlich unterscheiden. Das wäre sicher ein Problem. In vielen islamischen Länder stehen Kirchen – auch mit Kirchentum. In meinem Dorf in Pakistan haben wir eine Moschee mit zwei kleinen Minarettchen und eine Kirche mit einem grossen Giebel, aber keinen Kirchenturm. Der Grund: Muslime und Chisten haben nicht das Geld, um Minarette oder Kirchtum zu bauen – ein Gesetz verbietet es ihnen aber nicht.
Hungerbühler Jean, Zürich: Gibts eigentlich in Pakistan Kirchtürme. Oder überhaupt christliche Gotteshäuser?
Yahya Hassan Bajwa: Lieber Herr Hungerbühler! In vielen islamischen Länder stehen Kirchen – auch mit Kirchentum. In meinem Dorf in Pakistan haben wir eine Moschee mit zwei kleinen Minarettchen und eine Kirche mit einem grossen Gibel mit mehreren Kreuzen aber keinen Kirchenturm. Der Grund: Muslime und Christen haben nicht das Geld, um grosse Minaretten oder grossen Kirchtum zu bauen – ein Gesetz verbietet es ihnen aber nicht.
Silvana, Basel: Herr Bajwa: Solange immer wieder Muslime für negative Schlagzeilen sorgen, wird die Aktzeptanz in der Schweiz nie grösser werden. Was tun Sie zur Integration?
Yahya Hassan Bajwa: Liebe Silvana, Ich unterrichte Integrationsfragen und auch interreligiösen Dialog an Universitäten. Bilde LehrerInnen aus. Bin in verschiedenen Organisationen tätig: Bsp Co-Präsident Netzwerk Bildung und Migration (AG), Aargauer interreligiöser Arbeitskreis. Setze mich aber auch als Schweizer Politiker für diese Fragen ein.
müller anna, zürich: Was hat das Minarett für eine Bedeuteung? Wieso ist es für ein Moslem wichtig, dass eine Moschee ein Minarett besitzt?
Yahya Hassan Bajwa: Liebe Frau Müller! Das Minarett ist heute ein Verzierungsbestandteil der Moschee. Ähnlich wie der Kirchentum für die Kirche. Beides sind Merkmale, damit Menschen von weit sehen, dass es sich um Gotteshäuser handelt.
Fäh Marco Boswil: Guten Tag Herr Bajwa, finden Sie, dass ein Minarett dazu gehört, um Ihre Kultur ausleben zu können??
Yahya Hassan Bajwa: Lieber Herr Fäh! Meine besten und intensivsten Gebete – in denen ich Gott nah gespürt habe – habe ich während dem Motorradfahren gehabt. Meine Kultur ist die schweizerische... Man kann ja dieselbe Frage stellen, ob Kirchtürme in islamische Länder passen und ich sage: JA!
Fred, Langenthal: Herr Bajwa, es gibt zu viel Muslime in der SSchweiz! Würden Sie wollen das in ihrem Land soviele Schweizer kommen würden?
Yahya Hassan Bajwa: Lieber Fred! Ich bin Schweizer, das ist mein Land! Ich bin sogar Schweizer Politiker und ich vertrete die Grüne Schweiz sogar in Europa!
Tom Forler: Guten Tag Herr Bajwa. Mich würde interessieren, welche Werte die Minarette für Moslems haben. Sind das wirklich «nur» Machtsymbole, oder liegt die Bedeutung eines Minaretts noch woanders?
Yahya Hassan Bajwa: Lieber Herr Forler! Für mich hat das Minarett keine Machtsymbolik. Die Mahmud Moschee steht seit 1963 mit Minarett im Balgrist / Zürich, ohne dass nun deshalb dort die Scharia eingeführt wurde, ohne dass dort massenweise Leute zum Islam konvertiert sind... Wenn heute Leute diese Behauptung aufstellen, dann diskutieren sie über andere Fragen, aber nicht über das Minarett. Glauben Sie, wenn das Minarett verschwindet, dass dann alle Probleme, die man mit Muslimen in der Schweiz hat, sich lösen werden? Daran glaubt nicht einmal mehr der Samichlaus!
Robin Spiri: Ich will noch in 40 Jahren leben können. Und laut Hochrechnung werden dann mehr MUslime als Schweizer in der Schweiz leben. Ich sage deshalb JA zum MInarett-Verbot. Damit auch Frauen nicht unterdrückt werden.
Yahya Hassan Bajwa: Lieber Herr Spiri! Laut SVP Hochrechnung haben wir bis 2070 80 Millionen Muslime in der Schweiz... Wie ernst kann man solchen Unsinn nehmen? Übrigens: Der Tagi berichtet, dass die Zahl der Muslime abgenommen habe. Je besser die Muslime integriert sind, umso weniger Kinder werden sie haben, weil sie sich den Schweizer anpassen – falls sie nicht schon Schweizer sind. Dann haben wir aber ein anderes Problem: Wer zahlt Ihre AHV?
Hallo Herr Dr. hassan Bajwa. Können sie mir bitte sagen welchen Zweck heute noch die Minarette haben?
Yahya Hassan Bajwa: Lieber Unbekannter! Diese Frage habe ich bereits oben beantwortet... Bitte lesen! Danke!
Mischa/Wallisellen Guten Tag Hr. Bajwa. Könnte man eine Kirche in einem Islamistischen Bauen? Oder hätte man auch solche Probleme wie hier?
Yahya Hassan Bajwa: Lieber Mischa! In den meisten islamischen Ländern stehen Kirchen, sogar mit Kirchtürmen. In Syrien haben die Kirchen auch Glocken, die benutzt werden.
Sarina Arninger Zürich: Die Plakate von den Minarett-Gegner sind doch pure Angstmacherei. Was löst dies bei Ihrem Umfeld aus?
Yahya Hassan Bajwa: Liebe Sarina! Unverständnis. Vielleicht auch Angst, weil man fast als Verbrecher angesehen wird. Ein ungutes Gefühl... Anstatt die Menschen zu integrieren!
Staudenmann Jürg Oberwangen: Sehr geehrter Herr Bajwa, über 100 Tausend Schweizer haben diese Initiative unterschrieben, ist das das Problem weil sich die Umma an der Kritik am Minarett stört, das Minarett ist ja nicht zwingend nötig zum ausleben des Glaubens?
Yahya Hassan Bajwa: Lieber Herr Staudenmann! Kritik ist gut. Kritikfähigkeit ist auch wichtig. Ich habe nichts dagegen, wenn man darüber spricht. Es wird problematisch, wenn man mit einem Gesetz nur eine Religion «in die Schranken weisen» will. Wir haben das in Europa schon einmal gehabt.
Dani: Der Islam hat hier sehr oft ein negtives Image. Ich habe das Gefühl, dass von Seiten des Ismlam zu wenig dagegen getan wird.
Yahya Hassan Bajwa: Lieber Dani! Viele Muslime in der Schweiz sind einfache Arbeiter, mit wenig Bildung. Da kann man wohl auch nicht viel erwarten. Doch die verschiedenen Verbände protestieren ebenfalls gegen Anschläge. Wenn nun in Nordirland ein Anschlag geschieht, dann erwartet man ja auch nicht, dass nun alle Christen sich dafür entschuldigen sollen. Weder die Christen, noch die meisten Muslime identifizieren sich mit solchen Machenschaften.
Robin Spiri: Ich will nicht in einer Islamischen Rebublik werden, die nach Hochrechnungen kommen wird. Leider hatten Sie noch keinen von meinen 5 Komentaren beantwortet. Dies zeugt davon, dass Sie keine Argumente haben.
Yahya Hassan Bajwa: Lieber Robin, Wer will schon eine Islamische Republik in der Schweiz gründen?! Ich kenne niemanden. Ich bin Schweizer und steh dazu. Was ich will ist Religionsfreiheit, damit ich – egal welche Relgion ich habe – meine Religion in Frieden ausüben kann....
Staudenmann Jürg Oberwangen: Herr Bajwa, was sagen Sie zu dieser Sure, 5:51 Ihr Gläubigen, nehmt euch nicht die Juden und die Christen zu Freunden?
Yahya Hassan Bajwa: Lieber Herr Staudenmann! Das bezieht sich auf Kriesgszeiten. Im Koran steht auch, dass man sich mit Christen zusammentun soll, um Gutes zu tun, da die Christen den Muslimen am NÄCHSTEN SIND. Ich habe viele Juden und auch Christen, die ich als Brüder oder Schwester bezeichne!
Andrea Meister, Basel: Sie waren doch eine Muslim-Minderheit und sind vor Jahrzehnten in die Schweiz geflüchtet. Warum wollen Sie jetzt unbedingt zulassen, dass die gleichen Probleme jetzt auch in die Schweiz kommen? Dazu hätten Ihnen wirklich nicht Tür und Tor öffnen müssen! Auch der Müezzin wird kommen. Das ist so klar wie das Amen in der Kirche! Sie nützen unsere liberale Art einfach nur aus. Das gefällt mir gar nicht. Setzen Sie sich doch lieber etwas mehr für die Sicherheit und gegen den Terror ein, als hier ihre gefährliche Religion zu verbreiten!
Yahya Hassan Bajwa: Liebe Frau Meister! Ich setze mich in Pakistan für Frauen und Mädchen ein. www.livingeducation.org. Dort nehmen wir Menschen auf, unabhängig, welche Religionszugehörigkeit sie haben. Wir versuchen sie vor dem Terror zu schützen und ihnen Bildung und eine berufliche Ausbildung zu geben. Das habe ich alles selber auf die Beine gestellt nach dem Motto: Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst!
Guido Baumgartner, Watt: Das Minarett ist Zeichen einer fremden Kultur, Religion und was besonders bedenklich ist, einer Gesetzgebung (Sharia), die unserem freiheitlichen Grundgesetz in vielen Bereichen widerspricht. Was verstehen Sie daran nicht, dass wir uns dagegen wehren so wie Saudi Arabien und andere Islamische Länder sich gegen den Bau von christlichen Kirchen und Kirchtürmen wehren?
Yahya Hassan Bajwa: Lieber Herr Baumgartner! In vielen islamischen Ländern gibt es Kirchen und gibt es Christen. Ich kritisiere Saudi Arabien ebenfalls. Doch da müssen sie die Schweizer Regierung fragen, weshalb sie trotzdem das Öl der Saudis will und nicht darauf verzichtet. Oder dass man Pakistan mit Waffen beliefert, auch wenn man weiss, dass dort Gesetze gegen religiöse Minderheiten (auch Christen) existieren!?
bris, zürich: Guten Tag, wenn es nur darum geht, die Moscheen besser zu finden, dann würde eine Tafel auch reichen. Oder nicht? Weiter stellte ich mir oft die Frage ob ein Kirchenturm in Muslimischen Ländern erlaubt würde?
Yahya Hassan Bajwa: Lieber Bris! Wie bereits geschrieben, es gibt in den meisten islamischen Ländern Kirchen, auch mit Kirchtürmen. Das ist eine falsche Vorstellung!
Jonas Müller: Ich bin als Schweizer absolut gegen das Minarett-Verbot. Die SVP hat mich sehr entäuscht, denn ihr geht es nicht um das Minarett, sie sprechen immer über die Islamisierung, was überhaupt nicht der Fall ist. Der Himmel in der Schweiz ist gross genug daher stimme ich gegen das Minarett-Verbot!
Yahya Hassan Bajwa: Lieber Herr Müller! Danke. Sie haben RECHT!
Tom Forler: Hallo Herr Bajwa. Minarette durften in der Schweiz ja schon immer gebaut werden, es gab kein Gesetz dagegen, warum stehen dann nur ein paar in der Schweiz und nicht mehr?
Yahya Hassan Bajwa: Lieber Herr Forler! Sehr richtig bemerkt. Die erste Moschee steht in Zürich. Eine weitere in Genf. Alle anderen Moscheen sind Fabrikgebäuden etc. Aber auch wenn die Initiative nicht angenommenw wird, wird es nicht viel mehr Minaretten geben. 1. Wegen dem Baugesetz und 2. (viel wichtiger) weil die meisten islamische Vereine gar nicht das Geld dazu haben.
Martin Keller: Sie wissen so viel wie ich über das Takyia Phänomen. Sprechen Sie also einmal tacheles über den Kriegsfürsten Mohammed als «perfektes Vorbild» für Moslems. So etwas kann man nicht tolerieren, denn die Ergebnisse sind weltweit täglich deutlich sichtbar. Danke.
Yahya Hassan Bajwa: Lieber Herr Keller! Bitte! Lesen Sie mehr über dieses Phänomen. Aufrichtigkeit ist die Basis für einen Dialog und wenn Sie schon von vornherein meinen, dass dies nicht der Fall ist, dann werden Sie auch keinen Dialog führen können.
Thomas, früher GR, jetzt BS: Ciao Yahya...Schön, sehen wir Dich wenigstens noch im Blick-Chat ;-) – und gut, beantwortet einer wie DU solche Fragen, der sich auskennt und weiss was Sache ist – und ein Vermittler der Kulturen und Religion war und ist! Wäre toll, wenn wir Dich wieder Mal sähen bei uns ;-)! Liebe Grüsse Th.
Yahya Hassan Bajwa: Lieber Thomas! Lad mich ein und ich komm wiedermal vorbei. Hab ja ein GA... Gruss an alle!
Staudenmann Jürg Oberwangen: Sehr geehrter Herr Baja, eine wichtige grundsätzliche Frage ist doch, hat der Koran hier und auf der ganzen Welt seine Gültigkeit oder nicht? Gemäss Sure 48, 28 «Er ist es, der seinen Gesandten (Mohammed) geschickt hat mit der Führung und der Religion der Wahrheit, daß er sie siegreich mache über jede andere Religion. Und Allah genügt als Bezeuger.
Yahya Hassan Bajwa: Lieber Herr Staudenmann! Das ist richtig. Doch hier ist nirgends die Sprache davon, dass man Gewalt anwenden soll! Im Koran steht auch, dass es in der Frage des Glaubens keinen Zwang gibt!!! Ich halte mich strikt an diese Aussage. Viele Christen oder Muslime haben sich nicht daran gehalten! Die Geschichte hat dies gezeigt. Trotzdem lehne ich Gewalt als Mittel strikt ab.
Robin Spiri: Sie hatten in einem voherigen Satz die SVP mit dem Hitler verglichen. Ich finde dies absurd. Sie sagen diese Initiative will eine Religion in die Schranken nehmen, wie es Hitler getan hat. Ein solche Meinung finde ich tiefste Schublade. Ihr Muslime führ euch auf als lebt ihr schon 1000 Jahre in der schweiz. Wenn wir das im arabischen Raum machen würden kämen wir an den Galgen.
Yahya Hassan Bajwa: Lieber Herr Spiri! Ich habe nur gesagt, dass wir das in Europa schon gehabt haben. Eine jüdische Kollegin, die an einem Podiumsgespräch dabei war, sagte dem EDU- und SVP-Teilnehmer, dass ihre Sprache ihr Angst machen. Sie hätte das schon einmal so erlebt!
Willi Daeppen Philippinen.Es ist ganz einfach,der Islam zerstört uinsere Kultur,und die Schweiz wird kontinuierlich vom Islam unterwandert, und dagegen wehren wir uns: ja das fällt mir auch auf,dass praktisch nur komentare von islam freundlichen beantwortet werden.
Yahya Hassan Bajwa: Lieber Herr Daeppen! Vielleicht ist das Ihre Meinung. Aber es gibt Vieles, was aus islamischen Ländern kommt: Kaffee, Tee, Döner, die dicken Bankkonten der Saudis, Ihr Chirurg im Spital, das Gewürz, ...
Fabian Schweizer, Winterthur: Wo sehen Sie das grösste Problem, wenn die Initiative angenommen wird?
Yahya Hassan Bajwa: Lieber Herr Schweizer! Als Demokrat habe ich den Entscheid zu akzeptieren. Eine Annahme wird der Integration der Muslime in der Schweiz sicher nicht förderlich sein. Anderseits, wenn islamische Investoren lieber anderswo ihr Geld anlegen oder Ferien machen wollen, dann ist das ihr Recht.
Staudenmann Jürg Oberwangen: Danke Herr Bajwa, ich behaupte dass die Ideologie Islam keine wirkliche Religion ist und das Minarett desshalb auch kein Bestandteil davon, also wird auch nichts in die Schranken verwiesen. Es geht nur um Minarette und nicht gegen Moscheen.
Yahya Hassan Bajwa: Lieber Herr Staudenmann! Ja, Minarette sind schlussendlich egal. Wir müssen uns mit den Menschen, die sich als Muslime bezeichnen, den Dialog suchen.
Fabian Schweizer, Winterthur: Glauben Sie, dass man jemanden umstimmen kann, der für die Initiative ist?
Yahya Hassan Bajwa: Lieber Herr Schweizer! Ich glaube an die Intelligenz der Menschen und dass man auch Meinungen ändern kann, wenn man die richtigen Argumente bekommt.
Tom Forler: Was bezweckt die SVP wirklich mit dieser Initiative? Jeder, der mal logisch darüber nachdenkt, sollte doch wissen, dass ein Minarett-Verbot keine Probleme lösen kann. Worum gehts der SVP also wirklich?
Yahya Hassan Bajwa: Lieber Herr Forler! Das müssen Sie Herrn Kollegen Schlüer fragen. Mir hat er diese Frage an mehreren Podiumsdiskussionen nicht beantwortet...
Meier Rico Luzen: Guten Tag, immer wird die Religionsfreiheit vorgehalten, so wie ich das sehe, wollen die Minarettgegner gar nicht die Religion verbieten, Moscheen können ja gebaut werden, ich möchte nur keine Minarette. Meine Abneigung dagegen kommt von gewissen Aussagen, die in der Vergangenheit gesagt wurden, Minarette sei ein Islamisches Machtsymbol .... Die 2. Angst: Meiner Meinung nach wird in 2 -3 Jahren über ganz andere Sachen diskutiert wie einen »Müezzin«. Was sagen sie dazu ?
Yahya Hassan Bajwa: Lieber Herr Meier! Diese Diskussion führt die andere Seite und kommt mit solchen Behauptungen, die für mich nicht haltbar sind. Stellen Sie sich die gleiche Frage für den Kirchtum und Sie werden sehen, es sind die gleichen Antworten, wie für das Minarett...
Marcel Müller, Steffisburg: entschuldigen Sie bitte, aber bis anhin, ist alles was Sie hier schreiben, scheinheilig. Ich finde super, was Sie machen, wofür Sie sich einsetzen! Ein Minarett, damit man die Moschee findet? Sorry, so ein Blödsinn hab ich noch nie gehört...
Yahya Hassan Bajwa: Lieber Herr Müller! Das war eine intelligente, Schweizer Lehrerin, die mir das gesagt hat...
Alice Weissherbst, Otelfingen: Weshalb sind in der Türkei Kirchenbauten verboten?
Yahya Hassan Bajwa: Liebe Frau Weissherbst! Ich bin nicht Türke. Ich kann Ihnen dies nicht beantworten. Aber vielleicht haben die Türken die gleiche Angst vor Kirchtürmen und vor Christen. Wird Zeit, dass man auch in der Türkei Kirchen bauen lässt! In Pakistan kann man Kirchen bauen! Ich habe schon in mehreren Weihnachten oder Ostern gefeiert!
Leuenberger Urs, Bern: Herr Bajwa, jetzt betreiben Sie aber auch etwas Augenwischerei! Wenn in Deutschland eine Muslimin im Gericht getötet wird, dann steht ihre halbe Heimat auf der Strasse. Das habe ich von islamischen Terrorakten noch nie erlebt. Es wird einfach gebilligt. Und genau das macht über 54% der europäischen Bevölkerung Angst. Auch Sie unternehmen nichts aktiv dagegen!
Yahya Hassan Bajwa: Lieber Herr Leuenberger! Ich mache sehr wohl etwas. Doch ich identifiziere mich nicht mit jedem Anschlag. Haben Sie sich vor der ganzen Welt entschuldigt, als vor paar Tagen in Nordirland ein Anschlag war? Nein. Und das erwarte ich auch nicht von Ihnen, weil ich Sie nicht so einschätze. So sollten auch Sie über die Muslime denken!
Tom Forler: Lieber Herr Bajwa, seit 1963 gibt es in Zürich ein Minarett, aber keinen Müezzin. Erwarten Sie, dass die Müezzine tatsächlich irgendwann aktiv werden und 5x am Tag über Lautsprecher zum Gebet aufrufen?
Yahya Hassan Bajwa: Lieber Herr Forler! Nein. Es sei denn, dass Stimmvolk entscheidet anders...
Staudenmann Jürg Oberwangen: Danke Herr Bajwa, ok.. da wir hier gemäss Koran im dar-al harb (Kriegsgebiet)und nicht im dar-al Islam leben ist dies schon sehr fraglich. Sura 2,85, Glaubt ihr denn an einen Teil des Buches und leugnet einen anderen?
Yahya Hassan Bajwa: Lieber Herr Staudenmann! Nein, ich glaube an den ganzen Koran. Vielleicht müsste man zusammesitzen und die Sachlage in Ruge besprechen. Ich bin, wie die meisten Muslime in der Welt, gegen Krieg und Gewalt. Die Muslime leiden doch am MEISTEN unter der Gewalt solcher Islamisten. Interessant wäre ja auch die Frage: Wie sind sie entstanden???
Meier Rico Luzen: Eins würde mich noch wunder nehmen, was würde Ihrer Meinung nach geschehen wenn das Gesetz angenommen würde ? Würden Sie es auf sich beruhen lassen oder würden Sie vor den Richter gehen um das ganze anzufechten ?
Yahya Hassan Bajwa: Lieber Herr Meier! Ich habe von verschiedenen schweizerischen politischen Seiten gehört, dass dieser Fall weitergeführt würde. Was dann wirklich geschieht, kann ich nicht sagen. Aber es wird sicher auch viele Muslime geben, die es vielleicht einfach akzeptieren werden und hoffen, dass nicht als Nächstes die Moschee verboten wird...
Bamann, Andrea Tagelswangen: Gerne stelle ich meine Frage nochmals, da sie bis jetzt nicht beantwortet wurde. Warum sollen wir Minarett bauen, wenn an unseren Schulen das Kruzifix verboten werden soll ??
Yahya Hassan Bajwa: Liebe Frau Bamann! Minarett steht nicht mitten im Schulzimmer. Aber als Muslime habe ich nichts dagegen, wenn ein Kreuz im Schulzimmer steht. Mein Vater, als Imam, hat mich extra in die Bibelstunden geschickt. Er wollte, dass ich das Christentum aus erster Hand erfahre.
Gianni Desk,Rom: Sehr geehrter Herr Bajwa,Sie fragen, was hat all das mit den Minaretten zu tun »? Ich frage: Was hat ein Minarett mit einer Mosche zu tun? Ich denke eher nichts, denn früher, als die Araber oder wer auch immer Ländereien eroberten, bauten sie ein Minarette auf, um zu demonstrieren, dass sie hier die Macht haben. Ausserdem schreibt das Koran nicht zwingend vor,dass eine Minarette zu einer Mosche gehört.
Yahya Hassan Bajwa: Lieber Herr Desk! Wir leben heute im 21. Jahrhundert. Zeiten haben sich geändert. Die Mahmud Moschee und das Minarett steht seit 1963 in Zürich, ohne dass all diese Befürchtungen, die heute angebracht werden, sich in den fast 50 jahren erfüllt haben. Also, ein Gegenbeweis oder?
Stefan Bach Witterswil: Lieber Herr Bajwa. Was ist den eigentlich falsch daran, wenn man anders Denkende als Gäste gerne empfängt, man ihnen in schlechten Zeiten zur Seite steht, aber nicht dafür ist, dass ihre Ansichten und Glaubenrichtungen hier in diesem Umfang gelebt werden können? Das können die Betroffenen doch in ihren eigenen Ländern zur Genüge. Wir passen uns doch in anderen Ländern auch an und fordern nicht nur! Das hat doch auch mit Anstand gegenüber uns Schweizern ohne Migrationshintergrund zu tun? Oder sehe ich das falsch? Wahrscheinlich schon, wenn es nach Ihnen geht! Wahrscheinlich wird diese Frage aber eh nicht beantwortet! Viele Grüsse.
Yahya Hassan Bajwa: Lieber Herr Bach! Dann müsste die Schweiz die Menschenrechtserklärung annulieren. Wir haben sie unterschrieben und haben uns daran zu halten. Wer in die Schweiz kommt, soll sich ganz klar anpassen. Doch das heisst nicht, dass man seinen Glauben aufgibt. Deshalb würde ich mich als Muslim auch dafür einsetzen, dass ein Kirche in Saudi Arabien für die europäischen Gastarbeiter gebaut wird. Doch dies wagt niemand zu fordern, weil wir das Öl brauchen...
Tom Forler: Wäre die Schweiz eigentlich das einzige Land in Europa mit einem Minarett-Verbot in der Verfassung?
Yahya Hassan Bajwa: Lieber Herr Foler! Ja. Soweit ich das weiss.
Yahya Hassan Bajwa: Danke für die vielen interessanten Fragen. Mir wurde soeben mitgeteilt, dass die Zeit um sei. Mögen wir alle den richtigen Weg gehen, den Weg der Menschlichkeit!
Das sagen Blick.ch-Leser
- Christine Steurer, Lausanne - 10:57 | 26.11.2009
- » Ich empfehle die Autobiografie 'Mein Iran: Ein Leben zwischen Revolution und Hoffnung' der Friedennobelpreisträgerin Shirin Ebadi zu lesen. Es ist sachlich und authentisch geschrieben. Nachdem ich das Buch gelesen habe, kommt für mich nur ein JA in die Urne. Ausserdem, befremdet es mich sehr, wie die moslimische Gemeinde in Italien die Kruzifixi, per Klage, verbieten will. Wird das in einigen Jahren auch bei uns passieren?
- daniel stevic, Luzern - 21:18 | 25.11.2009
- » hallo herr bajwa. schauen sie mal was in bosnien passiert sit während dem krieg. islamisten haben aus kirchen moschees gebaut und das genau gleich ist in kosovo passiert... sagen sie mir bitte warum sie nur so was schreiben das es in pakistan kirchen gibt?? ein gueter kollege von mir ist aus pakistan und er hat mir gesagt in pakistan ist christentum verhaast und es gibt dort keine kirchen und sie bahaupten hier das es kirchen gäbe?? wir stimmen aber trotzdem mit einem JAAAAA
- Mari Larsa, Neubabylonien - 21:12 | 25.11.2009
- » Zuerst ein schriftlicher Verzicht auf die Einführung der Sharia zwecks Beibehaltung unseres laizistischen Rechtstaates, erst danach kann man entspannt weiterdiskutieren.
- Mari Larsa, Neubabylonien - 21:01 | 25.11.2009
- » Kaum zu glauben, da schreibt der Herr Bajwa im Chat folgendes:.... "Dann müsste die Schweiz die Menschenrechtserklärung annulieren." Aber, aber Herr Bajwa, Fakt ist jedoch, dass z.B. sowohl Amerika als auch Saudi Arabien mit der Todesstrafe im klaren Widerspruch zu den proklamierten Menschenrechten stehen (Art. 3 "Jeder hat das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person"), jedoch beide aktive Mitglieder des UNO-Menschenrechtsrates sind.
- Rolf Wittwer, Küsnacht - 19:06 | 25.11.2009
- » Allein dieser von gewissen Initiativgegner clever gesteuerte "Chat" -gerade noch VOR DER ABSTIMMUNG- hat doch nur EIN ZIEL: den Islam auch uns Schweizern schmackhaft zu machen. Die meisten Medien schwimmen mit diesem als verheerend zu bezeichnenden Mainstream und veröffentlichen zahllose blauäugige Reportagen und Berichte (z.B. Kleinbasel/Mekka/Moscheen/Islam in Armee, etc.) um die alles zerstörenden POLITISCHEN KORREKTHEIT einzuhalten. Auch wir werden unter die Räder kommen! Abwarten!
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