Philipp Müller, Experte für Ausländerpolitik: «Wir müssen uns die Frage stellen, wie viele Menschen das Land erträgt?»
Für den Aargauer FDP-Nationalrat Philipp Müller (57) ist die stark wachsende Bevölkerung der Grund für den drohenden Verkehrskollaps
Interview: Werner Vontobel | Aktualisiert um 00:35 | 08.11.2009
Müssen wir, wie es im Uvek-Bericht steht, wirklich 50 Prozent mehr Verkehr erdulden, nur um den Wohlstand zu halten?
Philipp Müller: Die Zunahme des Verkehrs hat vor allem mit der stetig wachsenden Gesamtbevölkerung, also der hohen Einwanderung zu tun. Ende 2008 lebten 106700 Menschen mehr in der Schweiz als zu Beginn des Jahres. Man kann doch nicht allen Ernstes ein derart hohes Bevölkerungswachstum einfach so hinnehmen und gleichzeitig glauben, dass dies nicht zu mehr Verkehr führen wird.
Was schlagen Sie vor?
Seit vielen Jahren jammern wir über stetig zunehmenden Verkehr, steigenden Stromverbrauch, Umweltzerstörung, CO2-Ausstoss usw. und blenden die Frage der zunehmenden Zahl von Menschen, die in der Schweiz wohnen, einfach aus. Es wäre also an der Zeit, dass wir uns die Frage stellen, wie viele Menschen dieses Land erträgt. Aus der Beantwortung ergeben sich Konsequenzen, über die politisch entschieden werden muss.
Die Zunahme des Verkehrs kommt nicht nur von der Einwanderung.
Richtig. Die zunehmenden Mobilitätsansprüche der Leute spielen auch eine Rolle, sind aber bei weitem nicht so bedeutend.
Gibts Alternativen zum Ausbau der Infrastruktur?
Ich sehe keine. Mobilität wird immer teurer werden. Die Energiekos-ten steigen, hohe Investitionen sind nötig und Unterhaltsarbeiten verursachen immer höhere Kosten. Die Frage ist bloss, wer das bezahlt.
cWarum wälzen wir die bisher vom Bund bezahlten Kosten der Inftrastruktur nicht auf die Benutzer ab?
So müssten wir die Bahnbenutzung um 60 Prozent verteuern. Und dann wäre klar, was passiert: Die SBB müssten den Laden dichtmachen. Also geht es nur mit einer Mischfinanzierung aus Steuergeldern und Billettpreisen.
Also müssen wir die vom Uvek skizzierte Entwicklung einfach hinnehmen?
Hinnehmen und bezahlen! Oder uns endlich die Frage stellen, was wir eigentlich unter Lebensqualität verstehen.
Philipp Müller: Die Zunahme des Verkehrs hat vor allem mit der stetig wachsenden Gesamtbevölkerung, also der hohen Einwanderung zu tun. Ende 2008 lebten 106700 Menschen mehr in der Schweiz als zu Beginn des Jahres. Man kann doch nicht allen Ernstes ein derart hohes Bevölkerungswachstum einfach so hinnehmen und gleichzeitig glauben, dass dies nicht zu mehr Verkehr führen wird.
Was schlagen Sie vor?
Seit vielen Jahren jammern wir über stetig zunehmenden Verkehr, steigenden Stromverbrauch, Umweltzerstörung, CO2-Ausstoss usw. und blenden die Frage der zunehmenden Zahl von Menschen, die in der Schweiz wohnen, einfach aus. Es wäre also an der Zeit, dass wir uns die Frage stellen, wie viele Menschen dieses Land erträgt. Aus der Beantwortung ergeben sich Konsequenzen, über die politisch entschieden werden muss.
Die Zunahme des Verkehrs kommt nicht nur von der Einwanderung.
Richtig. Die zunehmenden Mobilitätsansprüche der Leute spielen auch eine Rolle, sind aber bei weitem nicht so bedeutend.
Gibts Alternativen zum Ausbau der Infrastruktur?
Ich sehe keine. Mobilität wird immer teurer werden. Die Energiekos-ten steigen, hohe Investitionen sind nötig und Unterhaltsarbeiten verursachen immer höhere Kosten. Die Frage ist bloss, wer das bezahlt.
cWarum wälzen wir die bisher vom Bund bezahlten Kosten der Inftrastruktur nicht auf die Benutzer ab?
So müssten wir die Bahnbenutzung um 60 Prozent verteuern. Und dann wäre klar, was passiert: Die SBB müssten den Laden dichtmachen. Also geht es nur mit einer Mischfinanzierung aus Steuergeldern und Billettpreisen.
Also müssen wir die vom Uvek skizzierte Entwicklung einfach hinnehmen?
Hinnehmen und bezahlen! Oder uns endlich die Frage stellen, was wir eigentlich unter Lebensqualität verstehen.
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