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Riesen-Überraschung: Volk sagt klar Ja zur Anti-Minarett-Initiative!

BERN – Die Islam-Gegner schaffen die Sensation: Das Volk nimmt die Initiative gegen den Bau von Minaretten mit 57,5 Prozent klar an.

Aktualisiert um 18:03 | 29.11.2009

In der Schweiz wird der Bau von Minaretten verboten. Das Stimmvolk hat der Anti-Minarett-Initiative aus Kreisen der SVP und der EDU heute wider Erwarten zugestimmt, und zwar deutlich: 57 Prozent der Stimmenden sagten Ja.

Bei der letzten Umfrage von Mitte November hatten sich lediglich 37 Prozent der Befragten für die Initiative ausgesprochen. Mit ihrer umstrittenen Kampagne gelang es den Befürwortern offenbar, in der letzten Phase des Abstimmungskampfes viele Unentschlossene für sich zu gewinnen.

Wie bei vielen Abstimmungen ist bei der Minarett-Abstimmung ein Röstigraben zu beobachten, wenngleich kein ausgeprägter: In der Deutschschweiz sagte nur ein einziger Kanton Nein. Es handelt sich um den Kanton Basel-Stadt. In der Westschweiz sagten dagegen drei Kantone Nein: Genf, Waadt und Neuenburg.

Zustimmung vielerorts über 60 Prozent


Am deutlichsten fiel die Zustimmung in Appenzell Innerrhoden mit 71 Prozent aus. Über 65 Prozent Ja-Stimmen gab es auch in den Kantonen Glarus, St. Gallen, Thurgau, Schwyz und Tessin.

Zwischen 60 und 65 Prozent lag die Zustimmung in den Kantonen Aargau, Bern, Appenzell Ausserrhoden, Schaffhausen, Nidwalden, Obwalden, Luzern, Uri und Solothurn. Unter 60 Prozent stimmten der Initiative in den Kantonen Zürich, Basel-Land, Graubünden, Freiburg, Wallis und Jura zu.

Nur SVP und EDU dafür


Das Ja erstaunt umso mehr, als sich nicht einmal die SVP geschlossen für das Minarett-Verbot einsetzte. Mit Ausnahme der SVP und der EDU hatten sich zudem alle Parteien gegen die Initiative ausgesprochen.

Auch der Bundesrat und das Parlament lehnten die Initiative für ein Verbot von Minaretten ab. Ein Ja würde die Religionsfreiheit verletzen und den religiösen Frieden in der Schweiz gefährden, argumentierten die Gegner.

Die Befürworter gaben an, mit der Initiative gegen eine zunehmende «Islamisierung» kämpfen zu wollen. Sie sehen in Minaretten Symbole für einen Machtanspruch des Islams. Zu reden gaben im Abstimmungskampf insbesondere die Plakate der Befürworter. Sie stellten vor dem Hintergrund der Schweizer Fahne Minarette dar, die an Raketen erinnerten.

Verhältnis zum Islam


Die Anti-Minarett-Initiative wurde nicht nur von SVP- und EDU- Wählern befürwortet: Der Ja-Anteil gehe über deren Potenzial hinaus, sagte der Politologe Claude Longchamp vom Forschungszentrum gfs.bern.

Das Ja ist laut Longchamp wahrscheinlich deshalb zustande gekommen, weil die Initiative eine breite Debatte über das Verhältnis zum Islam auslöste. So habe es viele verschiedene Gründe für ein Ja gegeben. (SDA/hhs)
Islam-Gegner Ulrich Schlüer und seine SVP dürfen heute jubeln. (Blick)
Islam-Gegner Ulrich Schlüer und seine SVP dürfen heute jubeln. (Blick)
Die Abstimmungs-Propaganda hat gewirkt. (ZVG)
Die Abstimmungs-Propaganda hat gewirkt. (ZVG)

Kriegsmaterialexporte: klares Nein

Volk und Stände sagen Nein zur Initiative «für ein Verbot von Kriegsmaterial-Exporten». 68,2% der Schweizer Stimmberechtigten lehnten heute das Volksbegehren der Gruppe Schweiz ohne Armee (GSoA) ab. Kein Kanton sagte Ja.

Auch in der dritten Vorlage des Tages gab es ein klares Verdikt: Zwei Drittel der Erträge der Kerosinbesteuerung kommen künftig der Luftfahrt und nicht mehr dem Strassenbau zu. Volk und Stände haben der dafür nötigen Verfassungsänderung zugestimmt. Der Ja-Anteil betrug 65 Prozent.

Stimmen Sie ab!
Wird das Resultat der Minarett-Initiative das Image der Schweiz im Ausland beschädigen?
Ja.
32.47%
Nein.
67.53%


Das sagen Blick.ch-Leser
Micha Willi, Frauenfeld - 17:29 | 29.11.2009
» @ Cengiz Ajdini; Genau das ist es. Die anderen haben keine Ahnung. Nein, in islamischen Ländern dürfen KEINE Kirchtürme gebaut werden. Eine Kirche nur nach jahrelangem bürokratischem Prozedere, sie darf aber von aussen nicht als christl. Kirche erkennbar sein (z.B. keine Kreuze). Jede andere Behauptung ist schlichtweg erstunken. Und ja, es gibt Kirchen in islamischen Ländern. Die Christen wohnten ja auch schon mehrere hundert Jahre vor Mohamed da. Keine Toleranz gegenüber Intoleranz!
Matthisa Kraft, Nummer 1 - 17:28 | 29.11.2009
» An Cengiz Ajdini Ach, Herr Ajdini, wenn machen Sie hier was vor? In Saudi Arabien sind weder Kirchen noch Synagogen noch irgendetwas anderes antiislamisches erlaubt. Nicht mal Bibeln sind dort erlaubt und auf den Uebertritt vom Islam zum Christentum steht die Todesstrafe!!! Also reden SIE hier nicht so einen Bloedsinn! Ausserdem welche Glaubensgemeinschaft, wird weltweit am meisten verfolgt??? Sie denken wahrscheinlich die Moslems dieser Erde... Aber nein, es sind CHRISTEN! Ueber 80 Prozent der
Pesche Lang, Bern - 17:21 | 29.11.2009
» An Stefan Meier, Basel: Wahrscheinlich sind in Basel und Genf schon derart viel Muslime eingebürgert worden, dass sie das Abstimmungsresultat stark zu ihren Gunsten beeinflussen können. Das darf in der Restschweiz nicht passieren.
Jost Grisiger, Zürich - 17:16 | 29.11.2009
» ..."das christliche Schweizer Volk"...dass ich nich lache! Ein jeder wahrer Christ hätte nein zum Verbot gesagt. Aber leider lassen sich viele von Angst und Unwissenheit! leiten. Ein wahrer, von Angst hervorgebrachter, büenzli-Schweizer-Entscheid!
Gerhard Boegli-Canindo, Steffisburg - 17:14 | 29.11.2009
» @ Cengiz Ajdini, Hombrechtikon; ich bewunderte schon ein paar Mal die schönen Moscheen mit Minarett in muslimischen Ländern. Damit habe ich kein Problem. NUR, wir sind hier in der Schweiz und da sind diese fehl am Platz, wie im übrigen auch die Kirchtürme die könnte man auch verbieten. Und noch etwas, wir müssen uns sicher nicht auf etwas gefasst machen aus muslimischen Ländern UND WENN, dann zeigt das wieder mal die Toleranz, welche immer erwähnt wird, der Muslime;-)
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