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Rosen für Leuthard: Aber BLICK redet über die Dornen

Noch strahlt die frisch gewählte Bundes­präsidentin. Aber Doris Leuthard drohen fürs Präsidialjahr einige kalte Duschen.

Von Simon Spengler | Aktualisiert um 23:26 | 02.12.2009
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Ihre kometenhafte Berner Polit-Karriere ist auf dem Gipfel angekommen. Was bei den Nationalratswahlen 1999 mit dem Slogan «Duschen mit Doris» begann, fand gestern in der Wahl fürs Bundespräsidium ihre Vollendung.

Zwar erreichte Doris Leuthard mit 158 von 183 Stimmen im Gegensatz zu 1999 kein Spitzenresultat. Aber im Vergleich zu den peinlichen 128 Stimmen, mit denen SP-Verkehrsminister Moritz Leuenberger zum Vize-Präsidenten gekürt wurde, wars doch sehr respektabel.

Je höher der Aufstieg, desto dünner die Luft. Das wird nächstes Jahr auch Leuthard spüren. Sie kann sich nicht nur auf den Glanz des Bundespräsidiums freuen, sondern muss auch eiskalte Duschen fürchten:

Religionsfrieden:
Als CVP-Politikerin könnte Leuthard bei der konstruktiven Bewältigung der Folgen der Minarett-Abstimmung eine führende Rolle spielen. Nur müsste ihre Partei erst ihr eigenes Verhältnis zum «C» klären, um gegen die offensichtliche Identitätskrise der Schweiz anzukämpfen.

Arbeitslosigkeit:
Trotz leiser Anzeichen für ein Ende der Rezession werden auch 2010 noch viele Jobs verloren gehen. Das birgt sozialen Zündstoff, den Wirtschaftsministerin und Bundespräsidentin Leuthard entschärfen muss.

Personenfreizügigkeit:
Je mehr Jobs flöten gehen, desto grösser die Wut auf neue Einwanderer – und desto leichter das Spiel politischer Populisten. Auch hier ist Leuthards Wirtschaftsdepartement gefordert.

Bauern:

Mit ihrem forcierten Freihandelskurs hat Leuthard die Bauern gegen sich aufgebracht. Präsentiert sie nicht bald eine glaubhafte Perspektive für die Landwirtschaft, wirds bald nicht nur Stiefel hageln.

Bundesrat:

Unter Vorgänger Hans-Rudolf Merz (FDP) sprach die Regierung selten mit einer kraftvollen Stimme, sondern produzierte oft schauerliche Kakophonie. Leuthard muss jetzt dem Amt des Bundespräsidenten wieder Achtung verschaffen. Kein leichter Job bei dem Erbe, das sie antritt.
Doris Leuthard nach ihrer Wahl mit einem Rosenstrauss. (Keystone)
Doris Leuthard nach ihrer Wahl mit einem Rosenstrauss. (Keystone)
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