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Minarett-Debatte: Islam-Gegner stecken Leuthard und Co. in Burka

LAUSANNE – Die Minarett-Gegner legen eine Schippe drauf: Mit von Kopf bis Fuss verhüllten Bundesrätinnen kämpfen sie gegen die Gebetstürme. Doch der Bildklau könnte sich rächen.

Aktualisiert um 11:24 | 05.11.2009
Reine Provokation: Unsere drei Bundesrätinnen verschwinden hinter einer Burka. (ZVG)
Reine Provokation: Unsere drei Bundesrätinnen verschwinden hinter einer Burka. (ZVG)
Der erste Blick täuscht: Das ist nicht das aktuelle Bundesratsfoto. Weniger weil Pascal Couchepin mittlerweile seinem Nachfolger Didier Burkhalter Platz gemacht hat. Sondern weil die drei Bundesrätinnen Widmer-Schlumpf, Leuthard und Calmy-Rey nicht zu erkennen sind: Sie stecken in einer dunklen Burka. Im Hintergrund haben sich weisse Halbmonde als Symbol des Islams zu den Schweizerkreuzen gesellt.

Das Motiv könnte in Kürze auf Plakatwänden in der Romandie zu sehen sein – als Beitrag zum Abstimmungskampf um die Minarett-Initiative. Die provokative Botschaft ist klar: Die angebliche Islamisierung unserer Gesellschaft führt irgendwann dazu, dass sich selbst Bundesrätinnen verschleiern müssen.

Hinter der Kampagne steckt gemäss «24 heures» ein mysteriöses «Comité question islam» (Komitee Islamfrage). Die entsprechende Website, die noch nicht in Betrieb ist, gehört dem Walliser David Luyet. Als Autorennfahrer hat er sich einst zwei Schweizermeister-Titel gesichert, er gilt als SVP-nahe und hat Kontakte zur erzkonservativen katholischen Êcone-Bruderschaft.

Gegenüber der Lausanner Zeitung erklärte Luyet, er sei ein einfacher Winzer und Familienvater – wollte jedoch keine nähere Auskunft zu den Aktivitäten seines Komitees geben. Er erklärte lediglich, dass darin keine aktiven Politiker vertreten seien.

Die Stadt Lausanne hat den Aushang des Plakats bereits bewilligt. Das ist erstaunlich, hat sie doch das offizielle Plakat des Anti-Minarett-Komitees mit der Burkafrau und den Minarett-Raketen verboten. Im Gegensatz zu diesem schüre das neue Motiv eben nicht den Hass, erläutert Stadtrat Olivier Français den Entscheid.

Ob Luyets Propaganda je in den Strassen hängen wird, ist dennoch fraglich – wegen des Vetos des Fotografen. Der Berner Michael Stahl hat das offizielle Bundesratsfoto geknipst und ärgert sich nun über die Verhunzung. Er prüfe zusammen mit der Bundeskanzlei rechtliche Schritte gegen die Minarett-Gegner, erklärt Stahl.

Die verschleierten Bundesrätinnen selbst könnten gegen die Publikation des Plakates nicht vorgehen, betont der Luganeser Rechtsprofessor Bertil Cottier. «Man darf die das Bild einer Person nicht ohne deren Zustimmung verwenden, ausser es geht um ein übergeordnetes öffentliches Interesse. Genau darum handelt es sich aber bei einer politischen Debatte», so Cottier. (hhs)
Hier das Original, auf dem auch die Frauen zu sehen sind. (Keystone)
Hier das Original, auf dem auch die Frauen zu sehen sind. (Keystone)
Das sagen Blick.ch-Leser
Karin Zink, Luzern - 09:33 | 06.11.2009
» Die Schweiz hat als einziges "europäisches Land der UNO Resolution gegen Israel zugestimmt. (Was für eine Schande!) Von derBurka auf der Zunge bis zur Burka-Frisur Calmy-Reys wars nur ein kleiner Schritt. Noch kleiner ist der Schritt in den Bundesrat. Das Plakat trifft ins Schwarze.
Patrick Kenel, Fribourg - 19:40 | 05.11.2009
» Minarette = Abschussbasen?? Lachhafter gehts nicht mehr. Schon mal eine echte Abschussbasis gesehen?
Christine Steurer, Lausanne - 19:37 | 05.11.2009
» was kommt als nächstes? kruzifixe entfernen, wie aktuell in italien der fall ist? das anbringen von kruzifixen verstosse gegen die menschenrechtskonvention. in einem so katholischen land wie italien wird es verboten, sich mit dem wichtigsten symbol der christlichen kirchen zu identifizieren? das minarett ist doch auch ein symbol eines glaubens. wenn religionsfreiheit, dann bitte auf der ganzen linie. das ist wirklich. beängstigend. liebe leute, wo soll das noch hinführen?
Christine Steurer, Lausanne - 19:22 | 05.11.2009
» @ d.maric: schade, dass sie nur die SVP hinter dieser abstimmung sehen, anstelle des eigentlichen themas. verlieren sie das wesentliche nicht aus den augen. vielleicht sollten sie sich die äusserungen der svp einmal genau anhören und darüber nachdenken. klar, sie übertreiben mit ihren plakaten, aber ein fünkchen wahrheit ist doch auch dabei. die stärktste partei der schweiz kann nicht so viel und oft daneben liegen, oder??
CHREGEL WEBER, Mels - 17:32 | 05.11.2009
» Liebe Leute wacht doch entlich auf:was glaubt ihr eigentlich was passiert wen die Abschusspasen gebaut sind?Dann sitzen viele von euch verdutzt in einer Ecke und denkt über das nach.Die die ein Minarett wollen sollen ihre Gärten zu verfügung stellen. Ich möchte nicht wen ich Flugzeug sitze und auf unser Land von oben schaue nur noch solche Silos sehen.Danke
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