Julia Onkens Brandbrief an 4000 Frauen: Minarette sind Macho-Symbole
Bestseller-Autorin Julia Onken ruft zu einem Ja für die Anti-Minarett-Initiative auf. Mit ihrem Appell stösst die Frauenrechtlerin bei ihren Kampfgefährtinnen auf Ablehnung.
Von Marcel Odermatt | Aktualisiert um 00:32 | 15.11.2009
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Bisher machte nur ein kleines Grüppchen Unentwegter für die Anti-Minarett-Initiative mobil. Zwei Wochen vor der Abstimmung bekommen die SVP-Hardliner jetzt überraschende Schützenhilfe. Die Psychotherapeutin, Bestseller-Autorin und Vorzeigefeministin Julia Onken (67) ruft die Frauen der Schweiz in einem Brandbrief für ein Ja zum Minarettverbot auf.
In dem Schreiben, das SonntagsBlick vorliegt, heisst es: «Es ist beängstigend, dass kritische Frauen in diesem Lande nicht bereit sind, sich ernsthaft mit diesem Thema auseinanderzusetzen.» Der Koran, der für Muslime als Gesetzesquelle gelte, schreibe frauenfeindliche und frauenverachtende Regeln vor wie die Verhüllung des ganzen Körpers. Onken weiter: «Moscheen sind Männerhäuser. Minarette sind männliche Machtsymbole.»
Die Politik habe jämmerlich versagt und die Unterdrückung muslimischer Frauen unter dem Deckmantel angeblicher Toleranz gebilligt, heisst es in dem Schreiben, das Onken diese Woche 4000 Empfängerinnen zukommen liess. Es könne den Frauen nicht gleichgültig sein, was mit Frauen und Mädchen aus anderen Kulturen geschehe, die in der Schweiz lebten.
«Die Reaktionen auf mein Schreiben sind überwältigend und fast ausschliesslich positiv», sagt Onken. Der flammende Appell der Gründerin des Frauenseminars Bodensee stösst aber auch auf Ablehnung. Amira Hafner-Al Jabaji (37), Islamwissenschaftlerin und Präsidentin des Vereins interreligiöser Think-Tank: «Frau Onken hat offensichtlich keine Kenntnis vom Koran und auch nicht von der Situation der Muslime und Musliminnen in der Schweiz.» Ihre Aussagen über frauenfeindliche Regeln im Koran seien entweder falsch oder entsprächen einer fundamentalistischen Auslegung, gegen die sie sich als muslimische Frauenrechtlerin entschieden wehre.
Ex-SP-Präsidentin und Frauenrechtlerin Christiane Brunner (62) kann Onkens Schützenhilfe für die Islam-Gegner aus feministischer Sicht auch nicht verstehen: «Die Bibel wie der Koran sind heilige Schriften, welche die Männer benützen und benützten, um Frauen zu unterdrücken.» Niemandem käme es in den Sinn, deshalb Kirchtürme als Monumente des Machismo zu bezeichnen.
SP-Nationalrätin Jacqueline Fehr (46, ZH) glaubt zwar, dass Onken wichtige Fragen stellt, die Anti-Minarett-Initiative biete aber keine Lösung: «Kann ein Minarettverbot Zwangsheiraten verhindern? Ziehen muslimische Frauen ihr Kopftuch ab, wenn es keine Minarette mehr gibt?» Fehr: «Wer Verbote sät, wird Extremismus ernten.»
In dem Schreiben, das SonntagsBlick vorliegt, heisst es: «Es ist beängstigend, dass kritische Frauen in diesem Lande nicht bereit sind, sich ernsthaft mit diesem Thema auseinanderzusetzen.» Der Koran, der für Muslime als Gesetzesquelle gelte, schreibe frauenfeindliche und frauenverachtende Regeln vor wie die Verhüllung des ganzen Körpers. Onken weiter: «Moscheen sind Männerhäuser. Minarette sind männliche Machtsymbole.»
Die Politik habe jämmerlich versagt und die Unterdrückung muslimischer Frauen unter dem Deckmantel angeblicher Toleranz gebilligt, heisst es in dem Schreiben, das Onken diese Woche 4000 Empfängerinnen zukommen liess. Es könne den Frauen nicht gleichgültig sein, was mit Frauen und Mädchen aus anderen Kulturen geschehe, die in der Schweiz lebten.
«Die Reaktionen auf mein Schreiben sind überwältigend und fast ausschliesslich positiv», sagt Onken. Der flammende Appell der Gründerin des Frauenseminars Bodensee stösst aber auch auf Ablehnung. Amira Hafner-Al Jabaji (37), Islamwissenschaftlerin und Präsidentin des Vereins interreligiöser Think-Tank: «Frau Onken hat offensichtlich keine Kenntnis vom Koran und auch nicht von der Situation der Muslime und Musliminnen in der Schweiz.» Ihre Aussagen über frauenfeindliche Regeln im Koran seien entweder falsch oder entsprächen einer fundamentalistischen Auslegung, gegen die sie sich als muslimische Frauenrechtlerin entschieden wehre.
Ex-SP-Präsidentin und Frauenrechtlerin Christiane Brunner (62) kann Onkens Schützenhilfe für die Islam-Gegner aus feministischer Sicht auch nicht verstehen: «Die Bibel wie der Koran sind heilige Schriften, welche die Männer benützen und benützten, um Frauen zu unterdrücken.» Niemandem käme es in den Sinn, deshalb Kirchtürme als Monumente des Machismo zu bezeichnen.
SP-Nationalrätin Jacqueline Fehr (46, ZH) glaubt zwar, dass Onken wichtige Fragen stellt, die Anti-Minarett-Initiative biete aber keine Lösung: «Kann ein Minarettverbot Zwangsheiraten verhindern? Ziehen muslimische Frauen ihr Kopftuch ab, wenn es keine Minarette mehr gibt?» Fehr: «Wer Verbote sät, wird Extremismus ernten.»
Provokativ: Julia Onkens Ja zum Minarettverbot stösst bei anderen Frauenrechtlerinnen auf Unverständnis.
(RDB)
(RDB)
Das sagen Blick.ch-Leser
- Martin Wettstein, Kloten - 18:58 | 15.11.2009
- » Was ich befürchte ist, dass viele die die Minarette nicht wollen, ein Nein in die Urne legen...Ich lese hier immer wieder "Minarette Nein".....Was mir auffällt ist, dass wenn man etwas nicht will, muss man Ja stimmen und wenn man etwas will, muss man Nein stimmen. Irgendwie unlogisch...
- Janine Ruppen, Visp - 18:51 | 15.11.2009
- » Bravo Frau Onken ich bin alles andere als rassistisch und habe noch nie im Leben SVP gestimmt aber diese Machtsymbole von vielen Moslems und die Menschen -und Frauenverachtenden Gesetze will ich nicht unterstützen
- Martin Wettstein, Kloten - 18:48 | 15.11.2009
- » Klar werden keine Probleme gelöst durch das Minarettverbot. Doch es ist einfach genug! Wir haben Moscheen, wir sind Tolerant gegenüber Burkas und Kopftücher. Irgendwo muss einfach mal ein Zeichen gesetzt werden. Darum Ja zum Minarettverbot!
- Keller Urs, Binningen - 18:41 | 15.11.2009
- » Minarett-Initiative JA Viele schreiben "Minarette nein", das heisst Minarett-Initiative JA, ist das allen klar? Ich bezweifle es, wenn ich die Kommentare lese, da schein es viele die nicht begriffen haben, das wenn man keine Minarette will ein JA für die Minarettinitiative einlegen muss. Ein "JA " heisst wir wollen keine Minarette. alles klar?
- heinz zimmermann, zürich - 18:32 | 15.11.2009
- » schicken wir doch alle linken Befürworter eines Minaretts mit der Bukrka zur nächsten Parlaments-Sitzung, vieleicht käme dies am Karnevall zur sprache?
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