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AHV, IV, Steuern, Krankenkassen: So hart wird Burkhalters Job

BERN – Didier Burkhalter ist frischgebackener Bundesrat. Heute darf er seinen Triumph feiern – doch bald warten die Knacknüsse Krankenkassen-Prämien, AHV und IV.

Von Simon Hehli | Aktualisiert um 10:29 | 26.10.2009
Christian Lüscher (FDP, GE) gratuliert dem neuen FDP-Bundesrat Didier Burkhalter (rechts). (Keystone)
Christian Lüscher (FDP, GE) gratuliert dem neuen FDP-Bundesrat Didier Burkhalter (rechts). (Keystone)
Pascal Couchepin tritt Ende Oktober ab – und hinterlässt seinem Nachfolger ein schweres Erbe. Das Innendepartement (EDI), das Didier Burkhalter (49) wohl übernehmen wird, ist zuständig für einige der kniffligsten Fragen, mit denen sich die Politik in den nächsten Monaten und Jahren wird beschäftigen müssen.

Das sind die grössten Baustellen für Burkhalter:

  • Explodierende Krankenkassenprämien: Pascal Couchepin hat sich an der Ärzte- und Pharmalobby die Zähne ausgebissen und es nicht geschafft, den Kostenanstieg im Gesundheitswesen einzudämmen. Konsequenz davon ist der Prämienschock, der uns nächstes Jahr eine Erhöhung von rund 10 Prozent beschert. Der Neuenburger muss sich auf die mühsame Suche nach Kompromissen zwischen den mächtigen Playern im Gesundheitswesen machen – und etwa Medikamentenpreise drücken oder das heisse Eisen Aufhebung der freien Arztwahl anfassen.

  • IV: Am 27. September tritt Pascal Couchepin zu seiner letzten Volksabstimmung an: Mit einer befristeten Erhöhung der Mehrwertsteuer will er die Invalidenversicherung sanieren und die AHV vom milliardenschweren IV-Defizit entlasten. Scheitert die von der SVP bekämpfte Vorlage, steht Didier Burkhalter vor einem Scherbenhaufen. Doch auch bei einem Ja an der Urne muss er sich überlegen, wie die finanzielle Unterstützung der Behinderten langfristig garantiert werden kann – das Geld aus der Mehrwertsteuer wird nur sieben Jahre lang fliessen. Dank der verstärkten Integration von Behinderten in den Arbeitsmarkt ist die Zahl der Neurenten in den letzten Jahren zwar gesunken – doch auf dem Arbeitsmarkt wird wegen der Krise bald ein noch schärferer Wind wehen.

  • AHV: Mit seiner Forderung nach einem Rentenalter 67 hat sich Pascal Couchepin in die Nesseln gesetzt. Auch sein Nachfolger wird kaum um unpopuläre Entscheidungen herumkommen, um die Renten zu sichern. Die 11. AHV-Revision sieht vor, dass auch Frauen bis 65 Jahre arbeiten sollen. Doch um die Frage, wie die erhöhten Einnahmen verteilt werden sollen, wird es heftigen Parteienzank geben. Angesichts einer immer älter werdenden Bevölkerung wird die Finanzierung der AHV Didier Burkhalter auf unbestimmte Zeit hinaus Kopfzerbrechen bereiten.

  • Bildungsdepartement: Bisher sind die verschiedenen Bildungsämter auf das Innendepartement und das Volkswirtschaftsdepartement (EVD) von Doris Leuthard aufgeteilt. Zahlreiche Parlamentarier fordern seit langem, dass sämtliche Bildungsbelange in einem Departement zusammengelegt werden, vorzugsweise im EVD. Pascal Couchepin hat sich gegen diesen Machtverlust gewehrt – doch Nachfolger Burkhalter könnte sich offener zeigen.


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    Was ist Didier Burkhalters dringendstes Problem, wenn er das EDI übernimmt?
    Gesundheitskosten
    70.1%
    IV
    14.64%
    AHV
    10.31%

    Bildungswesen
    4.95%
    Neu-Bundesrat Didier Burkhalter: «Er störe niemanden», schreibt der Lausanner «Le Martin». (Keystone)
    Neu-Bundesrat Didier Burkhalter: «Er störe niemanden», schreibt der Lausanner «Le Martin». (Keystone)
    (Screenshot SF)
    (Screenshot SF)
    Das sagen Blick.ch-Leser
    Hans Zimmermann, Detligen - 16:48 | 16.09.2009
    » Dem Nickerkabinett und den EinzelgängerInnen des Bundsrates klarmachen, wie gemeinsame Regierungsarbeit unser Land weiterbringt. Dieser Mann bringt neue Ideen in das alte und verkrustete Gremium. Dem neuen Bundesrat ist einiges zuzutrauen sofern es nicht von Anfang an zu viele Verhinderer gibt.
    Ivar Rydstroem, Angeles Philippines - 14:40 | 16.09.2009
    » Frueher wurden die IV Renten auf dem goldenen Tablar serviert. Das raecht sich jetzt.
    Mike Kaiser, Zug - 13:34 | 16.09.2009
    » Der neue Bundesrat wird gleich scheitern wie seine Vorgänger. Das hat nichts mit seiner Qualität zu tun sondern damit, sobald eine Sparmassnahme vorgeschalgen wird, die sofort bekämpft wird. Pharma, Ärzte und Patienten wollten das gespart wird, aber sicher nicht bei ihnen selbst. Das Problem ist nicht zu lösen, gewöhen wir uns daran.
    Danny Zuberbühler, Zürich - 11:58 | 16.09.2009
    » Bei den Krankenkassen sollte man einfach schauen, dass man die Fehler von Couchepin und Dreyfuss so gut als möglich ausbessert. Das ist sehr schwer. Bei der IV, sollte man einfach besser überprüfen, wer eine IV-Rente verdient hat und wer simuliert. Ausländern, welche in ihrem Heimatland eine IV-Rente aus der Schweiz beziehen solle man wesentlich besser auf die Finger schauen. Allenfalls die Rente kürzen. Bei der AHV muss man wohl oder übel was ändern, da die Leute immer älter werden. Und im Bildungswesen wäre es das wichtigste, das gesamtschweizerisch englisch als erste Fremdsprache gelernt wird. Und zwar ab der ersten Klasse. So wie z. B. in Norwegen. Dort kann fast jeder fliessend englisch. Und somit mit vielen Menschen auf dieser Welt kommunizieren.
    Alfred Christen, Basel - 11:54 | 16.09.2009
    » Zuerst Gratulation zur Wahl zum Bundesrat. Gesundheitswesen, IV, AHV und das Bildungswesen sind alle dringend handlungsbedürftig, aber nicht miteinander sondern schön der Reihe nach nacheinander.
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