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Schlafstörung: Arzt verschrieb Blocher K.o.-Pillen

HERRLIBERG – Er gilt als Mann, der kaum Schlaf braucht. Doch jetzt wurde es auch Christoph Blocher zu wenig: Er musste Pillen schlucken, die auch als berüchtigtes K.o.-Mittel im Umlauf sind.

Von Beat Kraushaar | Aktualisiert um 11:44 | 13.11.2009
Blocher hat mit seinem Minder-Pakt alle überrascht. (Keystone/Reuters)
Blocher hat mit seinem Minder-Pakt alle überrascht. (Keystone/Reuters)
Gegen aussen gab sich Ex-Bundesrat Blocher kämpferisch. Politisch und juristisch ging er 2007 gegen angebliche Komplott-Vorwürfe im Zusammenhang mit dem Rücktritt des damaligen Bundesanwaltes Valentin Roschacher vor. Er warf seinen Gegnern vor, ihn mit falschen Unterstellungen aus dem Amt drängen zu wollen.

Als Bundesrat ist er nicht wieder gewählt worden. Und juristisch hat Christoph Blocher diese Woche den Kampf auch verloren, wie das Bundesstrafgericht mitteilte.

Zehnmal stärker als Valium


Das Bundesgerichtsurteil deckt aber in den Nebensätzen Erstaunliches auf: Die damaligen Vorfälle haben dem SVP-Tribun offensichtlich schlaflose Nächte bereitet. Und zwar in solchem Ausmass, dass er vom Arzt das Beruhigungsmittel Rohypnol verschrieben bekam.

Rohypnol ist nicht irgendein Schlafmittelchen, sondern etwas vom Stärksten, was auf dem rezeptpflichtigen Markt zu haben ist.

Rohypnol ist ein Beruhigungsmittel, das rund zehn mal stärker ist als Valium. Die Pille wirkt je nach Dosis 10 bis 70 Stunden lang und macht rasch süchtig.

In den USA verboten


In den USA ist Rohypnol als Vergewaltigungs-Droge verrufen und streng verboten. Dies weil die Pille in Getränke gemischt wird, um Frauen willenlos zu machen und um sie zu vergewaltigen. Die Opfer können infolge der extrem starken Wirkung des Medikaments sich meistens an keine Details der Tat erinnern. Darum nennt man das Medikament im Volksmund auch K.o.-Tropfen.

Dass Christoph Blocher von seinem Arzt das K.o.-Mittel verschrieben bekam, dürfte mit seinen schon vor dem Komplott-Vorwurf bestehenden Schlafverhalten zu tun haben. Der SVP-Politiker kokketierte immer wieder damit, dass Schlafen «Luxus» ist und er mit «drei bis vier Stunden Schlaf pro Nacht» auskomme. Da stellte sich medizinisch die Frage: Wie hilft man jemandem, der praktisch nicht schläft und dennoch über Schlaflosigkeit klagt?

Da wird sich sein Arzt gesagt haben: Da hilft nur das stärkste vom Stärksten – Rohypnol.
Das sagen Blick.ch-Leser
Küdde Rechsteiner, Zürich - 23:58 | 13.11.2009
» unter k.o.-tropfen versteht man was anderes als rohypnol. liquid exctasy genannt in der szene, chemische wirkstoff GHB, GBL. darum heissts ja "tropfen", weil die substanzen flüssig sind, rohypnol ist eine tablette. in normaler dosis
Benedict Egli, Allschwil - 16:42 | 13.11.2009
» Wie kommt so etwas überhaupt an die Öffentlichkeit? Hat da einer der Ärzte geplaudert? So etwas ist ganz einfach eine bodenlose Sauerei. Ob Herr Blocher Rohypnol oder Dormicum oder sonstwas schluckt, ist nicht von öffentlichem Interesse und geht niemanden was an ausser ihn selbst!
Marc Hubertus, solothurn - 14:55 | 13.11.2009
» Wie wird die nächst Schlagzeile lauten? Oh Herr er wusste nicht was er tut, er stand unter Drogen? Oder, nun wissen wir warum?
Klaus Pallent, Zürich - 14:37 | 13.11.2009
» Es ist köstlich, wie sich die ROTEN SOCKEN aufregen. Es ist der Neid der besitzlosen LINKEN.
Anita R. Nideröst, Zürich - 14:31 | 13.11.2009
» Ich möchte nicht wissen, wie viele Politiker und Manager Beruhigungsmittel nehmen. Aber wenn’s Herrn Blocher betrifft − jaaaa dann ist das gaaanz was anderes!!! Andere unter dem gleichen Druck wären längst vom Stuhl gekippt. Jeder meint, an ihm könne man ohne weiteres die Schuhe abputzen. Was heisst, er wurde nicht mehr gewählt. Er wurde in einer fiesen, hinterlistigen Art abgewählt!
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