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Billag-Gebühr: Auch wer keinen TV hat, soll blechen

BERN – Steht bei Ihnen zuhause kein Fernseher? Völlig egal. Geht es nach dem Bundesrat sollen bald alle Haushalte TV-Gebühren bezahlen. Doch es gibt ein Zückerchen.

Aktualisiert um 15:51 | 21.01.2010
Radio- und Fernsehgebühren soll künftig auch bezahlen müssen, wer kein Empfangsgerät hat. In einem Bericht an das Parlament empfiehlt der Bundesrat, eine allgemeine Abgabe für Haushalte und Betriebe einzuführen.

Radio- und Fernsehprogramme könnten heute auch über Handys, Computer und Laptops empfangen werden, begründet der Bundesrat die Empfehlung. In vielen Fällen könne kaum festgestellt werden, wer gebührenpflichtig sei. Zudem nützten heute nahezu alle Radio und Fernsehen.

Natürlich gebe es auch ein paar wenige Leute, die «rein» bleiben wollten von elektronischen Medien, räumte Leuenberger an der Medienkonferenz ein. «Ist es gerecht, wenn auch sie bezahlen müssen?», fragte Leuenberger rhetorisch – und antwortete: «Wir finden Ja: Denn auch sie profitieren zumindest indirekt vom Service public, den das öffentliche Radio und Fernsehen für unser demokratisches System bereitstellen.»

Wie die allgemeine Abgabe erhoben werden soll, ist noch offen. Eine zentrale Lösung sei am zweckmässigsten, schreibt das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) in der Mitteilung von heute. Der Bundesrat habe das UVEK beauftragt, die Frage der Inkassomodalitäten weiter zu vertiefen.

Bundesrat verspricht tiefere Gebühren


Der Bundesrat hält ein Zückerchen bereit: Er rechnet damit, dass mit dem neuen System die Gebühren sinken könnten. Zum einen, weil sich das Problem der Schwarzhörer und -seherinnen nicht mehr stellen würde. Zum anderen, weil die Inkassokosten gesenkt werden könnten.

Fürs Kassieren der Gebühren ist derzeit die ungeliebte Billag zuständig. Mit einem neuen System könnte sie theoretisch überflüssig werden. Etwa, wenn der Staat die TV-Abgabe künftig über die Steuern eintreibt – so wie es die Initiative «Bye bye Billag» fordert.

Doch deren Initiantin Francisca Brechbühler glaubt nicht, dass der Bund ihr entgegenkommen werde. Die «zentrale Lösung», die dem UVEK vorschwebt, sei eben genau die Billag.

Auch der Alpöhi muss zahlen


Der neue Vorschlag sei eine «Verschlimmbesserung», findet Brechbühler. «Selbst wenn Sie auf der Alp oben wohnen, weder einen Fernseher, Laptop noch ein Smartphone haben, müssen Sie bezahlen», kritisiert sie.

Auch das Versprechen tieferer Gebühren begeistert sie nicht wirklich: «Dabei würde es sich höchstens um ein paar Fränkli pro Haushalt handeln», prophezeit Brechbühler. Viel radikaler ist ihre Forderung: Jede erwachsene Privatperson soll 100 Franken bezahlen, für Rentner, Lehrlinge und Studenten gäbe es eine reduzierte Abgabe von 50 Franken.

Damit würde ein grosser Teil des Geldflusses zur SRG und zur Billag versiegen: Derzeit muss jeder Haushalt pro Jahr 462 Franken berappen. (SDA/hhs)
Moritz Leuenbergers Departement will bei allen Haushalten TV-Gebühren einkassieren – dadurch sollen die Gebühren sinken. (Reuters)
Moritz Leuenbergers Departement will bei allen Haushalten TV-Gebühren einkassieren – dadurch sollen die Gebühren sinken. (Reuters)
«Bye bye Billag»-Initiantin Francisca Brechbühler ist nicht begeistert. (ZVG)
«Bye bye Billag»-Initiantin Francisca Brechbühler ist nicht begeistert. (ZVG)
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Das sagen Blick.ch-Leser
Ronn sommer, Solothurn - 11:01 | 22.01.2010
» Der Baumann Guido aus Schübelbach hat sicher auch keine Zeitung, weil er den Schrott nicht lesen will. Da zieht er sich die Infos lieber gratis über das Internet rein und vergisst, dass es Leute gibt, die für den Bericht zu verfassen arbeiten müssen. Wichtig ist, dass die Millionen, welche die Billag kassiert hat, endlich wegfallen. Duie gebühren sollen auf die Steuern mit einem Fixbetrag erhoben werden. Dann zahlen die uin der Schweiz arbeitenden Ausländer und sozial schwachen nichts.
Kurt Bidi, Bern - 10:32 | 22.01.2010
» Herr Leuenberger so einfach wäre es 1-2 % von den Steuer und jeder zahlt das was richtig ist nämlich nach verdienst der mehr hat ein bisschen mehr wer wenig hat (kleinverdiener eben weniger) das wäre gerecht und die Bilag könnten Sie gleich entsorgen.. wou was wir da noch für Sparpotenzial hätten....
Kurt Bidi, Bern - 10:21 | 22.01.2010
» Herr Leuenberger, haben sie sich schon mal gefragt, wenn sie einen solchen stuss erzählen ob es Ihnen wirklich am wohle des Schweizervolkes geht oder ob bei Ihnen irgendwo langsam aber sicher nur nocjh um das wohl von Ihnen geht, bei der Privatwirtschaft wären sie schon weg.......
Domenig Wilhelm, Graubünden - 23:15 | 21.01.2010
» Herr Leuenberger es gibt noch mehrere Möglichkeiten Steuern einzutreiben. Wie wäre es wenn man alle Einwohner verdonnert für ein Auto Strassansteuern zu bezahlen obwohl sie kein Auto haben? Wäre viel Potenzial vorhanden Leute im Pflegeheim Altersheim und und. Departement Leuenberger kopflos trotzdem die Abzocker der Nation. Wie lange noch Herr Leuenberger sie wären schon seit langem fällig.
Philippe Priyakorn Gueissaz, Reinach - 22:42 | 21.01.2010
» Soll da einer noch unsere Politiker verstehen. Einmal nach dem Verbraucher Gebühren erheben, und jetzt für den Nichtverbraucher. Schauen wir nur was unsere Nationalbank für einen Gewinn von mehreren Millionen Franken durch den gestiegenen Goldpreis gewonnen hat, das würde unter anderem reichen unsere Konsessionen über Jahrzehnte zu finanzieren.
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