Missbrauchs-Opfer Sabine Bühler über Freilassung des Regisseurs «Polanski wird kein gutes Leben haben»

  • Publiziert: 12.07.2010, Aktualisiert: 19.01.2012
  • Von Maren Schaefer, Livia Vonaesch und Roman Neumann

ZÜRICH – Roman Polanski wird nicht ausgeliefert. Missbrauchs-Opfer Sabine Bühler weiss, wie es sich anfühlt, wenn der Peiniger frei herumläuft. Sie traf sich gar mit dem Mann, der sich an ihr vergriff. Für sie war es eine Befreiung.

Roman Polanskis Fall wurde seit seiner Verhaftung monatelang durch die Medien gespielt, immer auf der Suche nach Gerechtigkeit. Dass dabei dem Opfer nicht unbedingt geholfen wird, zeigt der Fall von Sabine Bühler. Sie wurde in ihrer Jugend von Primar- und Turnlehrer Köbi F. missbraucht.

Gegenüber Blick.ch sagt sie zur Freilassung von Polanski: «Ich finde es in Ordnung, dass er freigelassen wird. Man kann nicht das Leben lang Opfer sein.» Polanski sei jetzt schon genug gestraft.

Bühler selbst traf sich gar mit Köbi F., machte reinen Tisch. Dies geschah vor wenigen Tagen. Jetzt ist Bühler glücklich: «Seither geht es mir so gut.»

Köbi F. missbrauchte zwischen 1984 und 1992 mehrere seiner Schülerinnen. Er wurde wegen sexueller Handlungen mit Kindern und sexueller Nötigung zu 3 1/4 Jahren Zuchthaus verurteilt.

Der Star-Regisseur Roman Polanski wird nicht in die USA ausgeliefert. Seine elektronische Fussfessel wurde entfernt. Eine seiner Angestellten sagte der «Tagesschau», dass Polanski bereits abgereist sei. Was Passanten zum Fall Polanski sagen, sehen Sie im untenstehenden Video.

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