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«Feinstaub ist für fast 4000 Todesfälle im Jahr verantwortlich. Wir verbieten das Rauchen in den Zügen. Wir tolerieren aber Russschleudern auf der Strasse. Feinstaubpartikel sind die Ursache für Krebs und andere schlimme Krankheiten. Sie dringen über die Blutbahnen sogar ins Gehirn. Seit Tagen registrieren die Messinstrumente in der Schweiz Rekordwerte für Feinstaub.
Wir kennen die Haupttäter – Dieselmotoren. Es gibt Mittel dagegen – die Partikelfilter. 99% der gefährlichen Russpartikel können damit aus der Luft gefiltert werden. Dieselautos sind im Trend. Aber nur jedes dritte verkaufte Dieselfahrzeug ist mit einem Partikelfilter ausgerüstet. Der Bund zögert bei der Filterpflicht. Er setzt auf freiwillige Massnahmen.
Aber niemand hört auf zu rauchen im Zug mit freiwilligen Massnahmen. Ohne Druck von oben reagiert auch die Autobranche nicht. Auch Automobilisten oder Landwirte rüsten ihre Fahrzeuge freiwillig nicht um.
Der Bund muss deshalb sofort eine Partikelfilterpflicht für alle Dieselfahrzeuge, Traktoren und Baumaschinen einführen.»
«Das von zahlreichen Politikern, u.a. auch von Bundesrat Moritz Leuenberger, verlangte Partikelfilter-Obligatorium für neue Diesel-Personenwagen macht wenig Sinn. Und dafür gibt es stichhaltige Gründe: Die Diesel-PWs verursachen einen äusserst marginalen Teil am gesamten Feinstaub-Ausstoss – laut Untersuchungen des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) nämlich gerade mal 1,6%. Ein Filter-Obligatorium würde demnach bedeuten, dass man mit Kanonen auf Spatzen schiesst.
Vielmehr muss man dort ansetzen, wo grössere Reduktionspotenziale vorhanden sind, z.B. in der Land- und Forstwirtschaft (37%) sowie im gewerblichen und industriellen Bereich (36%). Fast noch wichtiger aber ist die Tatsache, dass es kaum mehr einen Automobilhersteller gibt, der den Partikelfilter, der bekanntlich das effizienteste Schadstoffminderungssystem verkörpert, nicht bereits serienmässig anbietet oder in Kürze, d.h. also noch dieses Jahr, anbieten wird. Im Gegensatz zu anderen Verursachern wurden also in der Autobranche die Hausaufgaben gemacht.»