Petition gegen Kuscheljustiz Polizisten fordern Knast für Pöbler

LAMONE TI - Angepöbelt, bedroht, tätlich angegriffen. Das passiert Polizisten jeden Tag. Doch die Täter werden, wenn überhaupt, nur mit Geldstrafen gebüsst.

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Immer mehr Polizisten werden beschimpft, angegriffen, sogar verletzt. Letztes Jahr gab es landesweit 2808 Anzeigen wegen Gewalt und Drohung gegen Beamte. Im Jahr 2000 waren es grad 774.

Doch zum Schutz der Beschützer tut Bern herzlich zu wenig. Die Täter werden allenfalls mit Geldstrafen gebüsst - und lachen sich ins Fäustchen. So der Tenor heute Vormittag in Lamone TI.

«Wenn Bern nichts tut, nehmen wir es in die Hand»

«Basta mit der Kuscheljustiz», hiess es auf der Pressekonferenz des Tessiner Vereins der Polizei-Freunde, «wenn Bern nichts tut, dann nehmen wir es in die Hand.» Vereinspräsident, Vertreter Schweizer Polizeikorps, sogar zwei Nationalräte stellten ihre Kampfansage vor: Eine Online-Petition.

«Wir wollen bis September über 100'000 Unterschriften sammeln. Dann eine parlamentarische Initiative lancieren», erklärt Vereinspräsident Stefano Piazza (49). «Wir fordern Gefängnis für alle, die Beamte angreifen, zwischen zehn Tagen und drei Jahren Haft», sagt Max Hofmann, Generalsekretär des Verbandes Schweizer Polizeibeamter (VSPB).

Laut Artikel 285 des Strafgesetzbuchs, bei dem es um Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte geht, werden Rüpel mit mindestens 30 Tagessätzen bestraft. «Lächerlich und völlig wirkungslos», findet Hofmann, «der Artikel muss verschärft werden. Die Täter müssen Haft erleben, um über die Tat nachzudenken.»

Ein paar Tage Knast wirken Wunder

Das sieht auch CVP-Nationalrat Marco Romano (33) so: «Der Polizist verdient Respekt, ob in Uniform oder nicht. Er muss doch in Sicherheit seinen Job machen. Ich begrüsse die Petition.»

Nationalrat und Parteikollege Fabio Regazzi (53) sagt: «Wir müssen auf zwei Ebenen wirken. Erstens auf der politischen, um eine Verschärfung des Artikel 285 zu erlangen. Zweitens muss das Image der Polizei aufpoliert werden. Die Bevölkerung muss an die Rolle der Polizei und ihre Wichtigkeit - schliesslich sorgt sie ja für unserer aller Sicherheit - erinnert werden.» 

Für Max Hofmann würden in paar Tage Knast Wunder wirken. Die Täter seien meist Hooligans, politische Extremisten von links und rechts, betrunkene Kids, Randalierer. «Aber auch so mancher Bänkler oder Angestellte mittleren Alters ist darunter, der denkt, er kann im Stadion beispielsweise die Sau raus lassen», sagt Hofmann, «die Hemmschwelle ist enorm gesunken. Schon bei Verkehrskontrollen werden Beamte angegriffen. Das wäre früher undenkbar gewesen.» Bei den meisten Tätern zögen keine Geldstrafen. «Aber eine Haft, die bleibt hängen», glaubt der Generalsekretär des VSPB.

Publiziert am 23.03.2016 | Aktualisiert am 23.03.2016
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16 Kommentare
  • Mac  Weber 24.03.2016
    Habt ihr allen ernstes von unserer Regierung mehr Engagement erwartet? Speziell von unserer Justizministerin?
  • Alexandra  Weber aus Kloten
    24.03.2016
    BRAVO - leider ist es nötig, dass Betroffene selber die Attacke gegen die schlafenden untätigen Gummibärchen in Bern starten. Ansonsten wird die Selbstjustiz überhand nehmen dann werden wieder die Opfer bestraft. So krumm kann unser Gesetz doch nicht sein, dass die Kuscheljustiz einen Dauerschutz erhält oder?!?!
    Fertig aus mit dem Dauerschlaf in Bern - Frühwache und Handeln im Sinne der Ordnungshüter.
    ewz
  • Olivier  Baumberger 24.03.2016
    Na ja, es ist ja nicht nur die Kuscheljustiz daran schuld. Es beginnt ja auch schon in der Kinderstube. Antiautoritäre Erziehung ist genau so schlecht. Den Kindern und Jugendlichen, bringt man ja auch nichts anderes bei. Und wir Erwachsenen sollten dabei auch mal eine etwas grössere Vorbildsrolle einnehmen und nicht gleich wegen einer Busse anfangen zu weinen und über den angeblichen Polizeistaat zu wettern. Kinder und Jugendliche übernehmen unser Verhalten eben auch auf.
  • hanspeter  kobelt 24.03.2016
    Gut so! Endlich stehen die Polizisten auf und kaempfen gegen das Uebel an!
    Es macht wohl niemandem Spass, als Abfalleimer angesehen zu werden, in den jeder Typ seinen Dreck ungestraft werfen kann.Angepoebelt und bedroht von Kriminellen, Chaoten, Demonstranten und allem Gesocks, was sich bei uns schon rumtreibt, um schlussendlich von der Kuscheljustiz im Stich gelassen zu werden. Ich rede nicht von den wenigen Polizisten, welche ihre "Macht" missbrauchen, sondern von der Mehrheit der Guten
    .
  • Karl Stefan  Friedl aus Patong
    24.03.2016
    Unsere Justiz ist zum Lachen. Mörder, Vergewaltiger und dergleichen kommen nach der U-Haft frei. Andere werden wegen Fr. 5.00 Diebstähle in 1 Tag in U-Haftgesetzt . Würde die Polizei auch menschlicher auftreten, so würden sie auch so behandelt. K. St. F.