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Christoph Blocher zieht über seine eigenen Parteifreunde her, die für die Bilateralen eintreten. «Die Befürworter verfolgen nur ihre privaten Interessen», sagte er gestern im BLICK. Ausserdem ist laut Blocher jeder «wenig weitsichtig», der sich für ein Ja zur Personenfreizügigkeit einsetzt.
Jetzt wehren sich Peter Spuhler, Ulrich Giezendanner und Hansjörg Walter. «Natürlich denke ich an meine Firma und die Mitarbeiter. Das ist meine Pflicht», sagt Bahnunternehmer Peter Spuhler (49). Mit Egoismus habe das aber nichts zu tun. «Der Peter Spuhler braucht keine ¬Bilateralen. Der kann auf seine Niederlassungen im EU-Raum ausweichen», so Spuhler über sich selbst.
Ganz anders seien aber seine Mitarbeiter von einem Scheitern der Bilateralen betroffen. «Sie können nicht ausweichen!» Für sie und für die ganze Schweizer Wirtschaft seien die Verträge existenziell. Sein Fazit zu Blochers Nein-Kampagne: «Ich hätte ihm mehr wirtschaftlichen Sachverstand zugetraut. Wie Blocher jetzt den eigenen Parteikollegen Egoismus vorwirft, ist peinlich.»
«Ohne Arbeit gibts kein Brot»
Bei Ulrich Giezendanner (55) tönts ähnlich: «Am Export hängen in meiner Speditionsfirma viele ¬Arbeitsplätze.» Klar, vertrete er deshalb die Interessen der Exportwirtschaft. «Denn ohne Arbeit gibts kein Brot. Wer da kurz- und wer weitsichtig ist, wird sich schnell zeigen.» Giezendanner widerspricht Blochers Warnung, die Personenfreizügigkeit sei ein Schönwetter-Projekt: «Setzen wir die Bilateralen aufs Spiel, trifft uns die Rezession umso härter.»
Für Spuhler ist auch die «Angstmacherei», ausländische Arbeitnehmer würden die Sozialwerke ausplündern, «pure Demagogie». Natürlich könnten in der Krise einige arbeitslos werden. «Aber sie haben auch in die Arbeitslosenkasse eingezahlt», so Spuhler. Mit den 250 000 Jobs, die dank der Bilateralen geschaffen wurden, seien vier Milliarden zusätzlich in die Sozialwerke geflossen. «Das darf man nicht unter den Tisch kehren.»
Bauer Hansjörg Walter (58) kann über Blochers Unterstellung nur lachen: «Mein Hof kommt gut ohne Freizügigkeitsabkommen aus. Ich habe keine ausländischen Angestellten.» Aber die Schweizer Landwirtschaft sei auf EU-Arbeitskräfte angewiesen. Betroffen zeigt sich Fast-Bundesrat Walter über Blochers persönliche Angriffe: «Dass wieder auf die Person gespielt wird, ist nicht gut.» Stattdessen spielt Walter den Ball zurück an den Absender: «Nein sagen ist einfach. Aber Blocher hat ja gar keine Alternative anzubieten.»
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Ärgert sich: Unternehmer Peter Spuhler geht mit Christoph Blocher ins Gericht. (Keystone)