Bundesrats-Kandidatur: Pellis Spielchen machen CVP verrückt

  • Publiziert: 26.06.2009, Aktualisiert: 19.01.2012

BERN – Ich kandidiere nicht für den Bundesrat: Das ist das Mantra von FDP-Chef Fulvio Pelli. Aber CVP-Chef Christophe Darbellay glaubt ihm kein Wort.

Das Kandidaten-Karussell um die Nachfolge des zurücktretenden FDP-Bundesrats Pascal Couchepin dreht sich munter. Einerseits versucht die FDP, ihre Promis zu lancieren. Anderseits will sich aber auch besonders die CVP für den freiwerdenden Bundesratssitz ins Gespräch bringen.

Doch einer wehrt sich mit Händen und Füssen gegen seine Favoritenrolle, zumindest vordergründig: FDP-Präsident Fulvio Pelli wird nicht müde zu verkünden, dass er selber nicht ins Rennen steigen wolle. Er glaube nicht, dass die FDP nur mit seiner Kandidatur den zweiten Bundesratssitz halten könne.

Trotzdem: Konsequent ist Pelli nicht! Er nehme den Appell der Tessiner Freisinnigen «zur Kenntnis», er solle noch einmal über eine Kandidatur nachdenken. «Dieser Appell ist möglicherweise zu einem späteren Zeitpunkt zu berücksichtigen», sagt Pelli mit seiner typischen Zurückhaltung der «Thurgauer Zeitung».

Zudem macht sich der Tessiner stark für einen Kandidaten aus dem Südkanton oder der Westschweiz: Es wäre seiner Ansicht nach inakzeptabel, wenn sechs von sieben Bundesräten Deutschschweizer wären, so Pelli. Den Freiburger CVP-Fraktionschef Urs Schwaller, den Top-Favoriten der CVP, zählt er aber nicht zu den Romands.

Für CVP-Präsident Christophe Darbellay ist klar, was das alles zu bedeuten hat: «Die ganze Welt weiss, dass es am Ende Fulvio Pelli gegen X sein wird», sagt er zur Westschweizer Tageszeitung «Le Matin». Der Tessiner sei der «gefährlichste» Kandidat für die CVP. Die Chancen seiner eigenen Partei, den Sitz zu erobern, schätzt Darbellay auf 40 bis 45 Prozent. (SDA/noo)

play Fulvio Pelli: Auf der Suche nach dem richtigen Zeitpunkt für die Bekanntgabe seiner Kandidatur? (Keystone)

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