Ritzerin Paula O. hat die Schweiz verlassen

  • Aktualisiert am 03.01.2012

ZÜRICH – Sie täuschte vor, von Neonazis überfallen und misshandelt worden zu sein. Jetzt ist Paula O. offenbar heim nach Brasilien gereist.

Am 6. März habe sich Paula O. beim Personenmeldeamt abgemeldet, ihren Mietvertrag habe sie bereits Anfang Februar gekündigt. Dies sagte die Sprecherin des Migrationsamts des Kantons Zürich zu einer Meldung der Online-Zeitung «tagesanzeiger.ch». «Es ist davon auszugehen, dass die Brasilianerin das Land verlassen hat.»

Sogar Brasiliens Präsident schaltete sich ein


Mit der Ausreise der 27-Jährigen geht das vorläufig letzte Kapitel eines aufsehenerregenden Falles zu Ende. Die Geschichte begann Anfang Februar 2009, als sich die damals 26-jährige Brasilianerin bei der Polizei meldete.

Die Juristin gab an, beim Bahnhof Zürich-Stettbach von drei Neonazis überfallen, mit einem Messer verletzt und mit Tritten in den Bauch traktiert worden zu sein. Darauf habe sie ihre ungeborenen Zwillinge in der Bahnhofstoilette verloren.

Die Bilder ihres Bauches, auf dem die Buchstaben «SVP» eingeritzt waren, erschienen selbst in brasilianischen Medien. In der Folge gab es eine weltweite Empörung über den angeblichen rassistischen Angriff. Sogar der brasilianische Präsident Lula da Silva schaltete sich ein und forderte eine rückhaltlose Aufklärung.

Die Ermittlungen und medizinischen Untersuchungen ergaben dann allerdings, dass die Frau sich die zahlreichen oberflächlichen Schnitte und Schriftzüge selbst beigebracht hatte und zum Zeitpunkt des Vorfalls gar nicht schwanger war.

Verurteilt wegen Irreführung

Das Bezirksgericht Zürich verurteilte die Frau im Dezember 2009 wegen Irreführung der Rechtspflege zu einer bedingten Geldstrafe von 90 Tagessätzen à 120 Franken.

Vor Gericht hatte sie gesagt, sie wolle in der Schweiz bleiben. Ihre Aufenthaltsbewilligung lief allerdings im Dezember aus. Darauf reichte sie ein Gesuch um Verlängerung ein, das vom Migrationsamt abgelehnt wurde. (SDA)

Auf diesem Bild zeigt Paula O.* stolz ihren vermeintlichen Babybauch.- ZVG

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