Sex, Drogen und 3 Morde Patric zeigte mir seinen Aids-Test, weil er Sex ohne Gummi wollte

  • Publiziert: 08.12.2009, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Karin Baltisberger

Im Dreifach-Mord von Grenchen SO spielt eine deutsche Prostituierte eine zentrale Rolle. Nicole I. (29) erzählt in einer exklusiven BLICK-Serie von ihrer Beziehung zu zwei der Verhafteten. Im zweiten Teil berichtet sie über die Beziehung zu Hammerwerfer Patric Suter.

«Ich wollte Patric eigentlich nicht wiedersehen. Es ist nicht üblich, dass ich mich mit Freiern in der Freizeit treffe. Als ich aber meiner besten Freundin von dem Abend erzählte, wie spendierfreudig Patric war und dass er mich zum Essen einladen wollte, überredete sie mich, ihn anzurufen.

Patric ging mit uns in einen Nobel-Schuppen in Essen. Meine Freundin gab ich als meine Schwester aus, damit sie mit durfte. Wir assen und tranken wie die Könige.

Von da an hatten Patric und ich sowas wie eine Beziehung. Das heisst, Patric wollte das unbedingt und ich liess ihn das glauben. Von meinem Freund ahnte er nichts.

Im Mai 2008, etwa einen Monat nach unserem Kennenlernen, musste ich aus meiner alten Wohnung raus. Patric schlug vor, dass wir zusammen eine Wohnung suchen.

Also engagierte er einen Makler und organisierte alles von der Schweiz aus. Ich musste keinen Finger krümmen. Wenig später präsentierte er mir eine Wohnung am Ahornweg in Essen, in einer sehr feinen Gegend.

Vier Zimmer, 130 Quadratmeter, allein die Terrasse war 30 Quadratmeter gross, Marmorböden, riesige Küche. Eine echte Luxuswohnung. 1600 Euro kostete sie im Monat. Das hätte ich mir nie leisten können.

Obwohl wir die Wohnung zusammen mieteten und er die ganzen Kosten übernahm, liess ich ihn nie dort übernachten. Er sollte ja nichts von meinem Freund mitbekommen. Patric hat das akzeptiert. Er übernachtete jeweils im Schloss Hugenpoet, einem Fünfsternehotel, wenn er nach Essen kam. Ich selber war nie dort.

Patric bezahlte einfach alles für mich und überhäufte mich mit Geschenken. Er richtete mir meine ganze Wohnung mit teuren Designer-Stücken ein. Darunter waren beispielsweise ein Sofa aus Büffelleder für 19 000 Euro, eine Bose-Stereoanlage, ein Fernseher.

Ich fühlte mich wie «Pretty Woman». Mit dem Unterschied, dass ich für Patric keine Liebe empfand. Und wir hatten nach der Nacht im Edel-Bordell auch keinen Sex mehr.

Patric wollte es immer ohne Gummi machen. Doch da spielte ich nicht mit. Ich habe meine Prinzipien. Doch er wollte es unbedingt. Er legte mir sogar mal einen Aidstest vor.

Dann musste ich eben andere Ausreden erfinden. Ich sagte, ich hätte gerade meine Periode, Kopfweh, sei müde. Wenn alles nichts half, spielte ich die Unsichere und sagte, ich sei mir noch nicht ganz sicher, brauche noch Zeit.

Denn Sex mit Patric wollte ich nicht. Ich war ja damals schon mit meinem jetzigen Freund zusammen. Der sah es sowieso nicht gern, wenn ich zu Patric in die Schweiz flog.

Patric war ein sehr liebevoller Partner. Er hat sich immer gut um mich gekümmert, ihm war es wichtig, dass es mir an nichts fehlte. Ich war für ihn immer viel zu dünn. Damals wog ich noch 50 Kilo, 18 Kilo weniger als heute. Patric sagte immer, ich müsse zunehmen.

Ausserdem überwies er mir regelmässig 5000 Euro, damit ich nicht mehr anschaffen ging und gut leben konnte. Auch meine Ferien nach Gran Canaria finanzierte er. Ich sagte, ich fliege mit meinem Kind hin. In Wirklichkeit nahm ich meinen richtigen Freund mit.

Die Polizei hat mir gesagt, Patric behaupte, er sei nie mit mir zusammen gewesen. Ich sei lediglich seine Geschäftspartnerin. Was das für ein Geschäft sein soll, weiss ich nicht. Er wollte mir mal einen Laden in München kaufen, doch das wurde nie spruchreif.

Ich glaube, Patric ist die ganze Geschichte sehr peinlich. Weil er mir meine Lügen glaubte und weil er vor seinen Kollegen nun schlecht dasteht.

Ich weiss selber nicht so genau, was Patric an mir fand. Er mochte meine chaotische Art. Er sagte, ich überrasche ihn immer wieder aufs Neue. Vor mir sei sein Leben sehr geordnet gewesen, aber langweilig.

Mir war nie klar, wie lange die Beziehung halten würde. Ich liess es einfach drauf ankommen.»

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