Parmelin räumt auf Armee gibt Teile des Pannensystems FIS Heer auf

Das umstrittene IT-Projekt FIS Heer des Verteidigungsdepartement (VBS) wird nun definitiv nicht mit mobiler Telekommunikation ausgebaut. Die Funkgeräte könnten nicht mit der Datenflut umgehen, befand das VBS. Damit müssen 125 Millionen Franken abgeschrieben werden.

Pannensystem abgebaut: Armee verzichtet auf Teile des FIS Heer play
Das Führungsinformationssystem FIS Heer für die vernetzte Einsatzführung funktioniert nur an fixen Standorten und im halbmobilen Betrieb einwandfrei. (Symbolbild) Keystone/VBS/

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Das Verteidigungsdepartement (VBS) kämpft bereits seit längerem mit Informatikproblemen. Das 700 Millionen Franken teure Führungsinformationssystem FIS Heer für die vernetzte Einsatzführung funktioniert zwar an fixen Standorten und im halbmobilen Betrieb. Die Funkgeräte haben aber eine zu geringe Bandbreite, um im mobilen Bereich die Datenmenge in der notwendigen Zeit zu übertragen.

Dies habe sich auch mit den Geräten der neuesten Generation nicht geändert, begründet das VBS nun den definitiven Verzicht auf den mobilen Betrieb. Absehbar sei somit keine technisch befriedigende Lösung möglich, heisst es in einer Mitteilung vom Dienstag. In der Vergangenheit hatte das VBS auf die technische Entwicklung gehofft.

Von 700 Millionen Franken werden 125 Millionen abgeschrieben

Mit dem definitiven Verzicht müssen von den ursprünglichen Investitionen in der Höhe von 700 Millionen Franken rund 125 Millionen abgeschrieben werden. Teilweise seien bereits Vorausmassnahmen ergriffen worden und Teile der Stufen Züge und Einzelfahrzeuge umgesetzt worden, schreibt das VBS weiter.

Aus Sicht des VBS wird dadurch aber nicht der Nutzen des ganzen Projekts geschmälert. Das Führungsinformationssystem funktioniere im stationären und halbmobilen Betrieb einwandfrei. Dies zeige sich auch an den Armeeeinsätzen im Rahmen der Fussballeuropameisterschaft 2008 in der Schweiz und der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels im letzten Sommer.

Schon 2011 wollte man das Projekt stoppen

Dass die Armee überhaupt am Grossprojekt FIS Heer festgehalten hat, war nicht immer sicher. Ende 2011 hatte der damalige Verteidigungsminister Ueli Maurer laut darüber nachgedacht, das Projekt auf Eis zu legen. 2012 entschied er dann am FIS Heer festzuhalten, aber den Einsatzbereich stark einzuschränken.

Damals war vorgesehen, nur spezifische grosse Verbände und Truppenkörper auszurüsten. Unterdessen wird das Projekt FIS Heer laut VBS aber in allen grossen Verbänden und allen Truppenkörpern genutzt. Damit erfolge der Einsatz breiter als ursprünglich geplant. (SDA) (SDA)

Publiziert am 10.01.2017 | Aktualisiert am 10.01.2017
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