Panama Papers Steuerverwaltung findet 450 Personen mit Bezug zu Panama Papers

Die Eidgenössische Steuerverwaltung hat in der Schweiz 450 Privatpersonen und Firmen gefunden, die einen Bezug zu den Panama Papers haben. Ob sie in den Offshore-Konstrukten wirklich Geld vor dem Fiskus versteckten, ist jedoch noch unklar.

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Das Logo von Mossack Fonseca an der Niederlassung in Genf. Im Zusammenhang mit den Panama Papers war die Anwaltskanzlei aus Panama in die Kritik geraten. (Symbolbild) Keystone/MARTIAL TREZZINI

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«Wir haben 450 Personen gefunden - juristische und natürliche Personen -, die einen Bezug zu Offshore-Strukturen und zur Schweiz haben», sagte Steuerverwaltungssprecher Joel Weibel am Montag zu Radio SRF.

Ob es wirklich Missbräuche gab, ist allerdings noch unklar. Das Verwenden von Offshore-Konstrukten an sich ist nicht strafbar. Nun müssen die Kantone an die Arbeit: Die Informationen zu den 450 Personen werden laut Weibel den zuständigen Kantonen übergeben - diese überprüfen die genannten Namen mit dem korrespondierenden Steuerdossier. Erst dann wird sich zeigen, ob wirklich Steuern hinterzogen wurden.

Anfang April hatten Medien aus aller Welt über gut 200'000 von der Finanzkanzlei Mossack Fonseca mit Sitz in Panama gegründete Kapitalgesellschaften berichtet, in denen Politiker, Prominente und Sportler ihr Vermögen geparkt haben sollen. Panama und seine wichtige Finanzbranche gerieten daraufhin weltweit in die Kritik.

Die Schweiz spielt in der Affäre offenbar eine wichtige Rolle. Laut dem Internationalen Konsortium Investigativer Journalisten, das die Recherchen koordiniert hatte, befinden sich über 1200 Schweizer Firmen unter den 14'000 Banken, Anwaltsfirmen und anderen Mittelsmännern, die Briefkastenfirmen aufbauen liessen. Nur aus Hongkong und Grossbritannien stammen noch mehr. Die Schweizer Vermittler gehören auch zu den aktivsten.

In der Folge forderten auch in der Schweiz Politiker strengere Massnahmen gegen Steuerflucht und Geldwäscherei. Im Juni lehnte der Bundesrat jedoch eine ganze Flut parlamentarischer Vorstösse aus den Reihen von SP und Grünen ab. Unter anderem argumentierte er mit bereits getroffenen Massnahmen. (SDA)

Publiziert am 03.10.2016 | Aktualisiert am 04.10.2016
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