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Ein Computerprogramm legt Pädophilen nun das Handwerk. Mit ihm wurden 2008 in der Schweiz rund 120 Straftäter überführt. Dieses Jahr könnten es doppelt so viele werden.
Genf im April 2009: Die Polizei durchsucht die Wohnung eines Mannes. Er wohnt noch bei seiner Mutter; zahlreiche kinderpornografische Fotos und Filme werden beschlagnahmt.
Im Tessin gehen der Polizei zwei Männer ins Netz, die solch widerwärtiges Material produziert und übers Internet verbreitet haben.
In beiden Fällen bekamen die Ermittler einen Tipp von der Schweizerischen Koordinationsstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (KOBIK). Die Web-Spezialisten arbeiten seit einigen Monaten mit einer neuen Software, gemeinsam entwickelt mit den Kinderschützern der «Action Innocence» (Aktion Unschuld).
Das Programm ermöglicht erstmals, pädophile Web-Plattformen automatisch zu überwachen und festzustellen, wer was herunterlädt. Speichern Benutzer aus der Schweiz verbotenes Material, wird die IP-Adresse ihres Computers registriert. Holt derselbe Nutzer weitere Bilder auf seine Festplatte, nimmt man ihn genauer unter die Lupe und erstellt ein Dossier zu Handen der kantonalen Untersuchungsbehörden.
Die Methode hat Erfolg: «2008 haben fast alle unserer weitergeleiteten Dossiers zu Strafuntersuchungen geführt», sagt Christian Ambrosini von KOBIK. Bis jetzt schlug die Polizei 120-mal zu. Die Fachleute hoffen, dass sich die Zahl 2009 sogar verdoppeln könnte.
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Dank einer neuen Software gehen der Polizei immer mehr Pädophile ins Netz. (Keystone)