Pädo-Priester: Bei Verdacht kein Anruf!

  • Publiziert: 05.06.2008, Aktualisiert: 14.01.2012

BERN – Die Kirche wird auch künftig nicht bei jedem Pädophilie-Verdacht an die Justiz gelangen. Dafür wollen die Bischöfe mit einer Check-Liste gegen die schwarzen Schafe in ihren Diensten vorgehen.

Nachdem in den vergangenen Monaten immer wieder Pädophilie-Vorwürfe an Priester aufgekommen waren, wollte die Bischofskonferenz handeln: Die internen Richtlinien für den Umgang mit sexuellen Übergriffen sollten überprüft werden. Mit der Aufgabe betraut wurde das Fachgremium, das die Richtlinien 2002 erstellt hatte.

Viel Neues hat die Kommission allerdings nicht erarbeitet: Zwar werde derzeit über eine Checkliste zum Vorgehen bei Verdachtsfällen diskutiert, nicht geändert wird laut Bischof Kurt Koch jedoch der Kern der Richtlinien.

Die Kirche wird weiterhin nur dann die Justiz alarmieren, wenn sich «die Gefahr von Wiederholungstaten nicht auf andere Weise bekämpfen lässt». Die Opfer sollen wie bisher darauf hingewiesen werden, dass sie eine Strafanzeige einreichen können. Und die Täter sollen zur Selbstanzeige bewogen werden.

Das genügt nicht allen: Kirchenmänner wie Norbert Brunner, der Bischof von Sitten – hatten angeregt, dass die Kirche bei jedem Verdacht die Justiz einschalten sollte. Nach Ansicht der Bischofskonferenz wäre eine Anzeigepflicht jedoch nicht mit dem Opferschutz zu vereinbaren. (SDA/bih)

Profi-Medienarbeit und Heilig-Sprechung

Die Bischofskonferenz hat sich auch mit der kirchlichen Medienarbeit beschäftigt und will diese ausbauen. Die Bischöfe setzen unter anderem auf eine professionelle Medienausbildung junger Katholiken und auf gute Kontakte mit «Schlüsselfiguren der profanen Medienwelt».

Desweiteren hat die Bischofskonferenz die Heiligsprechung von Schwester Maria Bernarda Bütler vorbereitet. Papst Benedikt XVI. wird sie – als erste Schwester aus der Schweiz – am 12. Oktober «zur Ehre der Altäre erheben». Maria Bernarda Bütler wurde 1848 geboren und war in Kolumbien tätig, wo sie die «Kongregation der Franziskaner Missionsschwestern von Maria Hilf» gründete. Seit ihrem Tod begleite sie der Ruf der Heiligkeit, schreiben die Bischöfe. Tausende pilgerten an ihr Grab in Cartagena (Kolumbien).
play Bischof Kurt Koch: Checkliste soll regeln, wer zuständig ist. (Keystone)

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