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Stefan Küng (40) soll alles andere als ein frommer Geistlicher gewesen sein. Er habe Handynummern von Buben gesammelt, berichtete ein Aadorfer Ex-Religionsschüler (heute 17) dem BLICK. Dann habe der Pfarrer per Handy gefragt, ob sie ihn zuhause besuchen würden. Er wiederum habe die Füsse der Buben massiert. Der ehemalige Schüler erzählte: «Die Leute fragten sich, wie weit aufwärts diese Massage ging.» Denn sicher sei gewesen: «Er bezahlte dafür grosszügig.»
Ende März kam Stefan Küng , wurde Ende April entlassen. Ein Polizeisprecher erklärte, dass es sich nicht um «qualifizierten Missbrauch» gehandelt habe, also nicht um massive sexuelle Übergriffe.
Noch läuft die Strafuntersuchung, welche klären soll, welche Art von Massagen in Stefan Küngs Zuhause stattfanden.
Der Pfarrer hat den Ergebnissen in einem Punkt schon vorgegriffen: Er hat inzwischen demissioniert. Der zuständige Bischof von Basel, Kurt Koch, hat seinen Rücktritt angenommen. Fabian Berz, Personalverantwortlicher des Bistums Basels, betont aber gegenüber dem «Landboten»: «Die Annahme des Demissionsgesuchs ist weder eine Aussage noch ein Urteil des Bischofs zum laufenden Verfahren.» Der Rücktritt sei eine «persönliche Entscheidung» des Pfarrers. Ebenso gebe es auf Wunsch des Pfarrers keine offizielle Verabschiedungsfeier in Aadorf.
Berz greift gar noch weiter: «Dass der Pfarrer die Gemeinde schon vor Ende der Untersuchung verlässt, liegt vor allem an der Vorverurteilung gewisser Medien.» Dies verunmögliche eine weitere Tätigkeit in der Gemeinde.
Bis das Verfahren abgeschlossen ist, darf der Pfarrer nicht als Priester arbeiten, wie der «Landbote» berichtet. Ist das Urteil da, prüft die Bistumsleitung die Situation neu.
Möglichst bald will die Bistumsleitung einen neuen Pfarrer für Aadorf finden. Momentat leitet Dekan Daniel Bachmann die Pfarrei. (spj)