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«JJ3» hat ein schweres Leben: Der vor einer Woche aus dem Winterschlaf erwachte Braunbär geniesst bei den Behörden nicht mehr viel Kredit. Sollte er nach seinen Touren im letzten Herbst in diesem Frühjahr wieder in Siedlungen auftauchen und sich Menschen nähern, dürfte bald seine letzte Stunde geschlagen haben.
Der WWF dagegen warnt vor dem Abschuss. Der mit einem GPS-Sender ausgestattete «JJ3» sei ein Problembär, aber kein Risikobär und dürfe gemäss dem Bären-Konzept des Bundes nicht abgeschossen werden, sagte Joanna Schoenenberger, Projekleiterin Bär beim WWF.
Schnell würde ein anderes Tier den Platz von «JJ3» einnehmen, wie die Beispiele Wolf oder Luchs gezeigt hätten, so der WWF. Deshalb müssten die Schutzmassnahmen für Schafe und Bienenstöcke fortgesetzt und das Problem mit leicht zugänglichen Abfallcontainern gelöst werden.
Der Bär ist zu wenig scheu
Es sei klar, solange «JJ3» als Problem- und nicht als Risikobär eingestuft sei, werde das Tier nicht getötet, beruhigte Reinhard Schnidrig, Leiter der Sektion Jagd, Wildtiere und Waldbiodiversität beim Bundesamt für Umwelt. Wenn er aber wie früher mehrfach auf der Lenzerheide auftauche, sei dies auf Dauer kein Zustand.
Der Einwanderer werde permanent überwacht und nötigenfalls mit Schrot vergrämt. Der Bär habe bislang keine Anstalten gemacht, in bewohnte Gebiete einzudringen. Menschen gegenüber sei er nie aggressiv gewesen, das Problem sei, dass er keine Scheu habe. Es werde sich zeigen, ob «JJ3» aus den Vergrämungen gelernt habe, sagte Schnidrig.
Der aus dem Winterschlaf erwachte «JJ3» hält sich derzeit im Albulatal auf. Er war laut dem Bündner Jagdinspektor Georg Brosi in den letzten Tagen wenig aktiv. Das Tier befindet sich in der Aufwachphase, in der Bären keinen grossen Hunger verspüren, weil der Stoffwechsel noch nicht normal funktioniert. (SDA/hhs)
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Der WWF will «JJ3» vor dem Abschuss bewahren. (Keystone, Bildmontage Blick.ch)