Weiblicher Liebesschuft Gefühle für Ferien vorgetäuscht?

ST. GALLEN - In St. Gallen muss sich eine Frau vor Gericht verantworten. Sie soll ihre Liebe für ein Luxus-Leben vorgetäuscht zu haben.

In St. Gallen steht Frau für vorgetäuschte Liebe vor Gericht play
Eine Frau wehrt sich am St. Galler Kantonsgericht gegen Betrugsvorwurf. KEYSTONE/Gian Ehrenzeller

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Hoher Sachschaden Auffahrunfall kostet mehrere zehntausend Franken
2 Sieben Täter geständig Jugendliche demolieren Oldtimer-Zug
3 Ohne Fahrausweis unterwegs Mann (19) lässt Auto nach Unfall stehen

Schweiz

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
0 shares
7 Kommentare
Fehler
Melden

Einer 57-jährigen Frau wird vorgeworfen, dass sie einem Mann Liebesgefühle vorgetäuscht und ihm dadurch 115'000 Franken abgeknöpft hat. Die Anschuldigungen seien haltlos, erklärte sie am Dienstag vor dem Kantonsgericht St. Gallen.

Die Beschuldigte lernte den sieben Jahre älteren Mann aus dem Kanton St. Gallen über eine Dating-Plattform kennen. Schon beim ersten Treffen habe er sich Hals über Kopf in die Frau verliebt, erklärte der Mann, der seit mehreren Jahren an einer psychischen Krankheit leidet und deswegen getrennt von seiner Ehefrau lebt.

Sie habe ihn raffiniert dazu gebracht, ein viel teureres Auto als gedacht zu kaufen, eine Reise für beide zu buchen, luxuriös Essen zu gehen und ihr immer wieder grössere Bargeldsummen zu übergeben. Sie hätten besprochen, eine neue Familie zu gründen und eventuell nach Brasilien, der ehemaligen Heimat der Frau, auszuwandern. Die Beschuldigte habe ihn völlig in der Hand gehabt.

In Klinik eingewiesen

Als Familienmitglieder des Mannes vom teuren Autokauf und der Ferienreise erfuhren, erwirkten sie einen befristeten fürsorgerischen Freiheitsentzug. Auch wurde die Frage aufgeworfen, ob der Mann bevormundet werden soll. Einige Monate später kam zu einer Anzeige, einem Strafverfahren und im August 2015 zu einer Gerichtsverhandlung am Kreisgericht Werdenberg-Sarganserland. Die Frau erhielt einen Freispruch von Schuld und Strafe. Die Rückzahlungsforderung von über 100'000 Franken verwies das Gericht auf den Zivilweg.

Gegen diesen Entscheid legte der Mann Berufung ein und verlangte eine Verurteilung wegen Betruges. Zudem sei die Beschuldigte zur Zahlung von 115'000 Franken an ihn zu verpflichten. Die Verteidigung und die Staatsanwaltschaft beantragten die Abweisung der Berufung.

Über den Tisch gezogen

Die Beschuldigte habe seinen Mandanten nach Strich und Faden über den Tisch gezogen, betonte der Rechtsvertreter des Mannes. Sie habe seine bipolare psychische Störung und labile Persönlichkeit ausgenutzt, um sich von ihm ihren aufwändigen Lebensstil bezahlen zu lassen.

Der Verteidiger beantragte hingegen, die Berufung sei vollumfänglich abzuweisen. Das erstinstanzliche Urteil sei fundiert begründet und beleuchte alle Aspekte dieses Falles. Die Aussagen des Privatklägers seien widersprüchlich. Einmal habe er erklärt, er habe das Geld aus dem Verkauf des wenige Wochen zuvor erstandenen Autos der Beschuldigten übergeben. Ein anderes Mal erwähne er, er habe es im Wald vergraben. Möglich sei, dass er Geld verstecke, um es bei der Scheidung von seiner noch Ehefrau behalten zu können.

Urteil steht noch aus

Seine Mandantin müsse sich seit drei Jahren gefallen lassen, dass ihr Leben immer wieder bis ins Detail durchleuchtet werde, erklärte der Verteidiger weiter. Man habe alle ihre Konti überprüft, um zu sehen, ob sie Geld darauf eingezahlt habe, und nichts gefunden.

Die Frau sei gut beleumundet und habe noch nie finanzielle Probleme gehabt. Der Vorwurf, sie habe Geld vom Privatkläger ergaunert, sei haltlos. Das Urteil des Kantonsgerichts St. Gallen steht noch aus. Es wird in den nächsten Tagen erwartet. (SDA/nbb)

Publiziert am 20.09.2016 | Aktualisiert am 23.09.2016
teilen
teilen
0 shares
7 Kommentare
Fehler
Melden

TOP-VIDEOS

7 Kommentare
  • Fritz  Frigorr 21.09.2016
    Machen dies nicht viele Frauen, nur damit sie "versorgt" sind ?
  • Peter  Leo 20.09.2016
    Die Frau soll den Mann über den Tisch gezogen haben? Dies ist nur möglich, wenn er sich über den Tisch ziehen lässt. Alles klar.
  • Thomas  Hager aus Luzern
    20.09.2016
    Wenn er nicht bevormundet also mündig war hat er es aus eigenem Willen also freiwillig gemacht. Das Liebe die Biochemie verändert und manchmal blind macht sollte er in dem Alter und nach einer gescheiterten Ehe auch wissen. Man kann schliesslich von Niemandem erwarten vor einer Beziehung ein Psychologiestudium zu absolvieren.
    • Willy  Gfeller 21.09.2016
      Offenbar haben Sie übersehen, dass der Mann an einer bipolaren Störung leidet. Bevor man Allgemeinplätze von sich gibt, sollte man den Text genau lesen.
  • Heinrich  Hauser 20.09.2016
    Wäre ein Mann in dieser Geschichte der Böse, wäre er schon längst Verurteilt und bestraft worden und müsste das Geld inklusive einer Entschädigung an die Frau zurück zahlen. Aber wenn Frauen so etwas machen ist es ja nicht Ihre Schuld. Vor Gericht sind eben nicht alle Gleich, enweder is man eine Frau oder Reich. Als normaler Schweizer Mann hast du vor Gericht verloren.
    • Thomas  Hager aus Luzern
      20.09.2016
      Normale Schweizer Männer sind langweilig und somit das geborene Opfer für raffinierte Frauen. Der Mann wurde weder gezwungen, genötigt oder erpresst. Die Verwandten sind nur sauer das sie jetzt weniger erben können, zuvor haben sie nicht agiert erst als es um das Geld ging.
    • Max  Stirni 20.09.2016
      Nur finden Sie wohl schweizweit keinen Fall, der genau umgekehrt liegt. Sprich: Eine Frau ist grundsätzlich nie in der Situation, dass sie das Gefühl hat, dass die Liebe Geld kostet. Es sei denn natürlich der Liebhaber, stammt aus Schwarzafrika und leidet materielle Not. Dann ists was Anderes. Aber in der Schweiz haben Sie als Mann a priori die Zwei am Rücken. Punkt schluss.