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Das zwei Jahre alte Männchen hauchte gestern Abend in der Region Thusis sein kurzes Leben aus. Ein Wildhüter hatte ihm den Todesschuss verpasst. Das meldete heute die Bündner Jadgaufsicht.
Und was ist der Grund für dieses traurige Ende? Risiko für uns Menschen! Der Bär hatte in den letzten Wochen seine Nahrung systematisch in Siedlungen gesucht und zeigte trotz wiederholten Vergrämungsaktionen überhaupt keine Scheu mehr. Damit sei er zum Sicherheitsrisiko für Menschen geworden, teilten die Behörden mit. «JJ3» habe in den letzten Wochen beinahe täglich aus Dörfern in Mittelbünden vertrieben werden müssen, erklärte der Bündner Regierungsrat Stefan Engler.
Das Raubtier sei trotz der ständigen Vergrämungs-Aktionen nicht scheuer, sondern immer unverfronerer geworden. Der Entscheid, den Bären abzuschiessen, wurde am Freitag in Absprache mit dem Bundesamt für Umwelt (Bafu) getroffen.
Der Entscheid sei nicht leichtfertig gefällt worden, sagte Engler. Das Risiko, dass «JJ3» hätte Menschen gefährden können, habe nicht mehr eingegangen werden können.
Den in Freiheit geborenen Braunbären in einem Gehege einzusperren, sei verworfen worden. Eine solche Haltung könne nur Tieren zugemutet werden, die in Gefangenschaft geboren worden seien, sagte Reinhard Schnidrig von der Sektion Wald und Wildtiere des Bafu.
Den Halbbruder des Problembären, «MJ4», haben die Wildhüter hingegen verschont. Denn der zweite Bündner Braunbär hat seine Scheu vor den Menschen bewahrt.
Der WWF kritisiert die Tötung von «JJ3»: «Jeder Bär, der in den Alpen verloren geht, erhöht das Risiko, dass Bären im Alpenraum ein zweites Mal ausgerottet werden». 2005 war erstmals seit etwa 100 Jahren wieder ein Bär im Graubünden eingewandert. (SDA)