Überfall auf Hanfplantage in Altstätten SG Posträuber Dieter Müller (40) war der Schütze

ALTSTÄTTEN - SG - Bei einer Schiesserei in Altstätten SG wurden vor einem Jahr zwei Menschen verletzt. Unter den Angreifern: der berüchtigte Posträuber Dieter Müller (40). Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben.

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Am 16. Februar 2015 kam es in einer Industriehalle an der Alten Landstrasse in Altstätten zu einer Schiesserei. Die St. Galler Kantonspolizei entdeckte danach eine riesige Hanfanlage. Rund ein Jahr nach der Tat hat die Staatsanwaltschaft heute Details zum Überfall bekannt gegeben und über den Stand der Untersuchung informiert.

Angreifer verkleideten sich als Polizisten

Den Untersuchungen zufolge waren es sechs Männer gewesen, die in der Nacht auf den 16. Februar gewaltsam in die von zwei Aufpassern bewachte Hanfanlage eindrangen. Einige von ihnen trugen Westen mit der Aufschrift «Polizei». Sie setzten Störsender ein, damit die Bewacher keine Verstärkung herbeirufen konnten.

Einer der Angreifer schoss mehrmals mit einer kurzläufigen Schrotflinte auf die Aufpasser und verletzte sie dabei schwer. Wie BLICK letztes Jahr berichtete, handelt es sich bei einem der Angreifer um den berüchtigten Posträuber Dieter Müller (40). Der ehemalige TV-Verkäufer und vier Kumpel hatten im September 1997 die Zürcher Fraumünster-Post überfallen und 53,1 Millionen Franken erbeutet.

Die St. Galler Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass es sich beim Schützen von der Hanfplantage in Altstätten um Müller handelt.

Die Angreifer fesselten die beiden verletzten Hanfplantagen-Bewacher und verlangten Geld und Marihuana. Als sie realisierten, dass sich einer der beiden Männer in Lebensgefahr befand, brachen sie den Überfall ab und flohen. Einer der Täter alarmierte noch die Rettungsdienste.

Sonderkommission, Auswertung von Telefondaten

Die Ermittlungen erstreckten sich auf fünf Kantone. Es wurde eine Sonderkommission gebildet. Unter anderem brachte die Auswertung der Daten von Telefonen und anderen technischen Geräten die Polizei auf die Spur der Angreifer, die verhaftet werden konnten.

In der Hanfplantage wurden rund 10'000 Hanfpflanzen sichergestellt. Im Lauf der Untersuchungen wurden insgesamt 28 Personen verhaftet, 24 davon sind Schweizer. Es gab 38 Hausdurchsuchungen. Sechs weitere Hanfanlagen wurden entdeckt. Laut Roman Dobler, Sprecher der St. Galler Staatsanwaltschaft, könne man nicht von organisiertem Verbrechen sprechen. Es sei eine Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppierungen gewesen.

Mehrfache versuchte Tötung

Die Staatsanwaltschaft hat den vorbestraften Posträuber Müller unter anderem wegen mehrfacher versuchter Tötung angeklagt und fordert für ihn eine unbedingte Freiheitsstrafe von elf Jahren.

Für die anderen Angreifer verlangt die Staatsanwaltschaft unter anderem wegen Raub, versuchter Körperverletzung und anderen Delikten Freiheitsstrafen zwischen zweieinhalb und vier Jahren. Die Untersuchung gegen die Betreiber der Hanfproduktionsanlage ist noch nicht abgeschlossen. (noo/SDA)

Publiziert am 29.03.2016 | Aktualisiert am 01.05.2016
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Schiesserei in Altstätten: Eine Abrechnung im Drogenmilieu?

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17 Kommentare
  • hanspeter  kobelt 30.03.2016
    Der wurde doch im Knast therapiert, oder etwa nicht? 1997 das Ding in der ZH-Post. Und jetzt schon wieder im Busines? Frage, wann wurde er damals fuer wieviel verurteilt, wieviel musste er absitzen, und wieviel hat das ganze gekostet? Anscheinend konnte er im Knast einiges dazulernen. Vielleicht ein Chat beim Biertrinken im Gym oder beim Psychologen? Wann merkt man endlich, dass diese Psychologenmasche nichts bringt, ausser Kriminelle weniger kriminell zu machen und die Knastzeit zu verringern?
  • andré  gubelmann aus belmonte
    30.03.2016
    Die Gerichtsurteile in der Schweiz muntern etliche Menschen auf ktiminelle Taten zu verüben.Wäre ich jünger würde ich es mir auch noch genau überlegen.
  • Ines Maria  Giezendanner aus Viganello
    29.03.2016
    Müller hat sich doch schwer gebessert_früher mussten es Millionen sein, heute ist er schon mit ein paar Pflänzchen zufrieden. Das wird ihm der Richter ganz sicher angerechnet haben nach dem milden Urtei zu schliessen.
    • Martina  Keller 30.03.2016
      Eine Forderung auf 4 Jahre durch den Staatsanwalt ist noch kein Urteil. Lesen Sie bitte den Text richtig vor Sie einen Kommentar abgeben. Es können oder präziser, es werden weniger als 4 Jahre werden......
    • Toni  Brunner aus Dasmarinas/Cavite/Philippines
      30.03.2016
      Gebessert...? Er scheint eher "beruflich" auf dem stark absteigenden Ast zu sein.
  • Michael  Meienhofer aus Ostermundigen
    29.03.2016
    Resozialisierter Krimineller - kostet viel Geld ,bringt den Tätern meistens nichts nur der Sozilamafia = staatlich organisiertes verschleudern von Steuergeldern - und niemand wird belangt da es genug dumme Steuerzahlöer hat.....
  • chris  van Hooge 29.03.2016
    Ab in die U.S.A. in den Steinbruch, kommt nicht nur Billiger sondern ist auch effektiv. Alles andere wird ja auch ausgelagert.