In der Nähe von Bregenz werden Nadine und Jon von einem Lastwagen gerammt. Retter mussten das junge Schweizer Paar aus dem Wrack schneiden. Beide sind in akuter Lebensgefahr.
Das junge Liebespaar war auf der Rückfahrt: Jon M.* (21) aus Abtwil SG und seine Freundin Nadine K.* (20) waren in einem deutschen Outlet-Center shoppen.
Der Maurer Jon ist am Steuer des Audi A6, ein Geschenk seines Vaters. Neben ihm sitzt die Detailhandelsfachfrau Nadine. Die beiden Schweizer sind seit drei Jahren ein Paar. Eine Freundin (22) von Nadine begleitet sie auf dem Ausflug.
Kurz vor 13.30 Uhr steuert Jon den Audi in den fast sieben Kilometer langen Pfändertunnel in Richtung Bregenz (A).
In der Gegenrichtung rollt ein Sattelschlepper der Spedition Giedmena durch den Tunnel. Der litauische Chauffeur (51) verliert die Kontrolle über seinen Laster. Der schwere Mercedes wird zum unkontrollierten Geschoss. Schlingert durch die Pfänder-Röhre.
Es ist der Albtraum jedes Autofahrers: Der Lastwagen schiesst mitten im engen Tunnel auf die Gegenfahrbahn! Der LKW knallt gegen das Auto der Schweizer. Drückt es weg wie Spielzeug.
Der Audi dreht sich auf die Fahrerseite, verkeilt sich zwischen Tunnelwand und Camion. Wird so eingeklemmt 80 Meter weit mitgeschleift!
Die drei jungen Leute aus der Schweiz werden schwer verletzt. Die Feuerwehr Bregenz-Rieden muss sie aus dem Audi schneiden. Aber kann sie lebend bergen!
Fast ein Wunder, schaut man das furchtbar zugerichtete Wrack an. Am schlimmsten trifft es Nadine: Ein Heli fliegt sie in die Oberschwabenklinik Ravensburg (D). Sie liegt im Koma.
Auch Jon ist schwer verletzt. Gestern wurde er im Kantonsspital St. Gallen stundenlang operiert. «Für unsere Familie ist es sehr hart», sagt Jons Cousin. «Jon war immer ein vorsichtiger Fahrer. Er hat sicher keinen Fehler gemacht, dafür lege ich meine Hand ins Feuer.»
Vom Schicksal seiner Freundin weiss Jon noch nichts. Die Ärzte wollen ihn schonen. 45 Kilometer Luftlinie liegen zwischen den Verliebten. Und das Bangen um Leben und Tod.
Gemäss Landespolizei Vorarlberg waren alle Unfallbeteiligten nüchtern. Warum der litauische Chauffeur den Unfall baute, war gestern laut Polizei noch unklar.
* Namen bekannt
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