Litauischer LKW schleudert in Gegenverkehr Tunnel-Horror für St. Galler Liebespaar!

In der Nähe von Bregenz werden Nadine und Jon von einem Lastwagen gerammt. Retter mussten das junge Schweizer Paar aus dem Wrack schneiden. Beide sind in akuter Lebensgefahr.

  • Publiziert: 24.10.2012, Aktualisiert: 10.11.2012
  • Von Lea Gnos, Romina Lenzlinger und Daniel Riedel

Das junge Liebespaar war auf der Rückfahrt: Jon M.* (21) aus Abtwil SG und seine Freundin Nadine K.* (20) waren in einem deutschen Outlet-Center shoppen.

Der Maurer Jon ist am Steuer des Audi A6, ein Geschenk seines Vaters. Neben ihm sitzt die Detailhandelsfachfrau Nadine. Die beiden Schweizer sind seit drei Jahren ein Paar. Eine Freundin (22) von Nadine begleitet sie auf dem Ausflug.

Kurz vor 13.30 Uhr steuert Jon den Audi in den fast sieben Kilometer langen Pfändertunnel in Richtung Bregenz (A).

Der Laster wird zum Geschoss

In der Gegenrichtung rollt ein Sattelschlepper der Spe­dition Giedmena durch den Tunnel. Der litauische Chauffeur (51) verliert die Kontrolle über seinen Laster. Der schwere Mercedes wird zum unkontrollierten Geschoss. Schlingert durch die Pfänder-Röhre.

Es ist der Albtraum jedes Autofahrers: Der Lastwagen schiesst mitten im engen Tunnel auf die Gegenfahrbahn! Der LKW knallt gegen das Auto der Schweizer. Drückt es weg wie Spielzeug.

Der Audi dreht sich auf die Fahrerseite, verkeilt sich zwischen Tunnelwand und Camion. Wird so eingeklemmt 80 Meter weit mitgeschleift!

Die drei jungen Leute aus der Schweiz werden schwer verletzt. Die Feuerwehr Bregenz-Rieden muss sie aus dem Audi schneiden. Aber kann sie lebend bergen!

Nadine liegt im Koma

Fast ein Wunder, schaut man das furchtbar zugerichtete Wrack an. Am schlimmsten trifft es Nadine: Ein Heli fliegt sie in die Oberschwabenklinik Ravensburg (D). Sie liegt im Koma.

Auch Jon ist schwer verletzt. Gestern wurde er im Kantonsspital St. Gallen stundenlang operiert. «Für unsere Familie ist es sehr hart», sagt Jons Cousin. «Jon war immer ein vorsichtiger Fahrer. Er hat sicher keinen Fehler gemacht, dafür lege ich meine Hand ins Feuer.»

Vom Schicksal seiner Freundin weiss Jon noch nichts. Die Ärzte wollen ihn schonen. 45 Kilometer Luftlinie liegen zwischen den Verliebten. Und das Bangen um Leben und Tod.

Gemäss Landespolizei Vorarlberg waren alle Unfallbeteiligten nüchtern. Warum der litauische Chauffeur den Unfall baute, war gestern laut Polizei noch unklar. 

* Namen bekannt

Haben Sie in Tunnels ein mulmiges Gefühl?»

Beliebteste Kommentare

  • Traugott  Oberdorfer
    . . . Und da gibt es immer noch Leute, die meinen, eine zweite Gotthardröhre, die ja dann notabene im Normalfall eine Richtungstrennung erlaubt, bringe nichts!
  • Stefan  Fankhauser
    Tunnels mit Gegenverkehr, wie auch zweispurige Autobahnenstrassen, sollten schon lange nicht mehr gebaut werden. Trotzdem wird der gleiche Fehler immer wieder gemacht.

Alle Kommentare (41)

  • Andre  Bangerter , Lüsslingen
    Es ist schön,dass man wieder einen Grund mehr hat um gegen uns Chauffeure aus vollen Rohren zu schiessen,aber überlegt auch einmal warum wir immer mehr LKWs auf unseren Strassen haben. Es ist Tragisch was da passiert ist,aber es sitzen auch nur Menschen hinter dem Steuer die Ihre Arbeit machen. Bei einem Fehler passiert leider mehr als bei einem der den ganzen Tag hinter dem PC sitzt.
  • Hans  Häberli , via Facebook
    Dieses tragische Beispiel zeigt einmal mehr, dass der Güterverkehr auf grosse Distanzen auf die Schiene und nicht auf die Strasse gehört. Die Bahn verkehrt nach fixem, realistischen Fahrplan und nicht wie die LKWs unter rücksichtslosem Zeitdruck.
    • Mike  Egger
      Viel Spass! Wenn der LKW verladen wird, dann brauchst du nicht 3-4 Stunden durch die Schweiz, sondern du kannst froh sein wenn der LKW noch in der gleichen Woche in Italien ankommt.
      • 24.10.2012
      • als Kommentar auf Hans  Häberli
      • 66
      • 28
    • Peje  Kosova
      Mag sein Herr Egger,jedoch würde es sie persönlich betreffen würden sie auch eine andere Meinung vertreten,hab nichts gegen brummi-fahrer gibt gute und weniger gute!der zustand der brummis aus ost-europa ist einfach unglaublich schlecht,ich denke nicht mal 30prozent würden durch den MFK hier kommen!mache mir mehr sorgen wegen der laschen kontrollen!
      • 24.10.2012
      • als Kommentar auf Hans  Häberli
      • 44
      • 9
  • Daniel  Harman , Zürich
    Was viele nicht wissen, am Gotthard haben wir schon zwei Röhren!! Eine für den Verkehr und einen Notstollen, der Notstollen könnte aber ausgebaut werden, was höchste Zeit ist. Mit zwei Röhren wird kein Notstollen gebraucht, da die andere Röhre als Notstollen genutzt werden kann. Tunnels mit Gegenverkehr, wie auch zweispurige Autobahnenstrassen, sollten schon lange nicht mehr gebaut werden!!
  • Eric  Baumgartner , via Facebook
    Sicher machen Lastenwagenfahrer Fehler! Nur die wirklichen schuldigen sind die Unternehmen dahinter wo einen Zeitdruck ausüben auf die Lastwagenfahrer!
  •   Matthias Stagge , Muri AG
    Ich kann da nur sagen. Daumen drücken und hoffen das sie wieder richtig gesund werden!
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