
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar abzugeben.
Wenn Sie ein Konto bei Facebook haben, können Sie sich damit anmelden.
play
Islam-Unterricht an einer deutschen Schule: Das soll es vermehrt auch in der Schweiz geben. (Keystone)
Im Zentrum der Diskussionen nach der Minarett-Abstimmung steht die Integration der muslimischen Minderheit in der Schweiz – vor allem der Kinder. Integrationsexperten sind sich einig: Um ihren Platz in der hiesigen Gesellschaft finden zu können, sollen die Schüler auch ihre eigenen kulturellen Wurzeln kennen.
Deshalb setzen einige Gemeinden auf den muslimischen Religionsunterricht – so etwa Kreuzlingen. Vertreter der albanischen und türkischen islamischen Gemeinden, der Landeskirchen, der Lehrer und der Pädagogischen Hochschule haben gemäss dem «Tages-Anzeiger» ein Konzept für einen solchen Unterricht ausgearbeitet.
«Nach der Abstimmung ist es an der Zeit, dass die Diskussion wieder über das Niveau des Kebab-Standes hinauskommt», sagt Jürg Schenkel, der Schulpräsident von Kreuzlingen. Schulleiter Hans-Jürgen Michael betont, dass es ihnen darum gehe, den islamischen Religionsunterricht aus den Hinterhöfen herauszuholen.
Auch Christen willkommen
Ein gemässigter Imam, der nichts mit fundamentalistischen Ideen am Hut hat, wird den Kleinen ab nächsten Sommer die Grundlagen des Glaubens beibringen – auf Deutsch. Die Lektionen in Kreuzlingen sind freiwillig und stehen auch interessierten Nicht-Mulsimen offen.
Protestantische und katholische Pfarrer sollen als Gastdozenten den Schülern das Christentum näherbringen. Den Lehrer wollen die muslimischen Gemeinden und Eltern aus der eigenen Tasche bezahlen. Die Schulgemeinde stellt nur die Räume zur Verfügung.
SVP hat wenig einzuwenden
Deshalb opponiert nicht mal die lokale SVP gegen das Projekt. Der Zürcher Hardliner Ulrich Schlüer ist allerdings skeptisch. Angesichts der Probleme in den Schulen sei ein muslimischer Religionsunterricht sicher nicht prioritär, findet er. Gratis-Räume soll es nur dann geben, wenn das gleiche Recht auch für den lokalen Turnverein gelte.
Gegen Islam-Lektionen auf freiwilliger Basis hat Schlüer aber grundsätzlich nichts einzuwenden – solange sie nicht auf Kosten der Schweizer Steuerzahler gingen.
«Die einzige Pflicht der Schweiz ist es, die Immigranten-Kinder so in der Sprache zu unterrichten, dass sie dem Unterricht folgen können. Die Aufgabe, ihnen die Kultur ihres Herkunftslandes beizubringen, ist allein Sache der jeweiligen Ausländergruppe», sagt der Nationalrat gegenüber Blick.ch. (hhs)