St. Galler Einbrecher-Schreck Tankwart droht mit Waffengewalt

Hier wird scharf geschossen: Auf einem Plakat droht ein Tankstellenbesitzer in Thal mit dem Einsatz seiner Schusswaffe, sollte bei ihm eingebrochen werden.

Das Plakat an der Haustüre: Marcel Zürcher will sich wehren. play

Das Plakat an der Haustüre: Marcel Zürcher will sich wehren.

Joye Geisselhardt/St. Galler Tagblatt

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Dieses Plakat soll die Einbrecher fernhalten. play
Dieses Plakat soll die Einbrecher fernhalten. Joye Geisselhardt/St. Galler Tagblatt

Marcel Zürcher hat die Nase voll. Mehrere Male wurde seine Tankstelle im sanktgallischen Thal von Einbrechern heimgesucht. Im Sommer 2015 wurde gleich zwei Mal innerhalb von drei Monaten eingebrochen.

Nun greift der Betreiber der BP-Tankstelle zu rabiaten Mitteln. Seit Kurzem prangt an der Türe ein Schild, auf dem er den Einbrechern mit Waffengewalt droht:

«Lieber Einbrecher, wir machen Sie darauf aufmerksam, dass wir bei einem Einbruch oder Überfall rücksichtslos von der Schusswaffe Gebrauch machen. Danke!»

Und Zürcher meint es ernst. «Ich besitze eine Waffe und weiss, wie ich sie richtig einsetze», sagt er gegenüber dem «St. Galler Tagblatt». Auch sei er im Besitz des erforderlichen Waffenscheins.

Das Plakat ist aber nicht die einzige Massnahme, um sich Einbrecher vom Leib zu halten. Marcel Zürcher hat zusätzlich Gitter an den Fenstern anbringen und eine Alarmanlage einbauen lassen.

Die BP Tankstelle im sanktgallischen Thal. play
Die BP Tankstelle im sanktgallischen Thal. Google Maps

Vor der Einbruchserie sei die Tankstelle lange verschont geblieben. Dass es nun so kurz nacheinander zu Vorfällen gekommen ist, sei beunruhigend. Er habe sich gezwungen gefühlt, zu handeln. «Man muss sich ja irgendwie wehren können», sagt er. Wirklich einsetzen würde er die Waffe aber nur, wenn sein Leben in Gefahr wäre.

Marcel Zürcher glaubt fest an die abschreckende Wirkung seines Plakats. «Auch von meinen Kunden, von denen viele langjährige Stammkunden sind, bekomme ich nur positive Rückmeldungen. Die Leute finden es gut, dass sich endlich jemand wehrt.»

Doch ist das Plakat überhaupt rechtens? Gemäss der St. Galler Staatsanwaltschaft verstösst Zürchers Abschreckungsmethode nicht gegen das Gesetz. Damit eine Drohung strafrechtliche verfolgt wird, müsse sie explizit an eine Person ausgesprochen werden, doch das sei hier nicht der Fall. (vsc)

Publiziert am 11.02.2016 | Aktualisiert am 11.02.2016
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61 Kommentare
  • Daniel  Hofmann 11.02.2016
    In Deutsch allein nützt dieses Plakat wohl kaum was. Müsste mindestens in 5 Sprachen übersetzt sein.
  • Martin  Fürst aus Zürich
    11.02.2016
    Der Diebstahl/Raub von gutbürgerlichem Vermögenssubstrat rechtfertigt keine Notwehrexzesse! Jeder Räuber, der sich in seinen Rechten eingeschränkt sieht, ist grundsätzlich klageberechtigt. Ausserdem ist die Schreckung der Bevölkerung bzw. der Räuber-Community ein Offizialdelikt.
  • John  Livers aus St.Gallen
    11.02.2016
    Bravo M. Zürcher, ich schlafe schon lange mit geladener Dienstwaffe am Bett. Ich hoffe nur der Hund - selbstverständlich im Haus - weckt mich frühzeitig.
  • Stefan  Gubser aus Arth
    11.02.2016
    Wenn denn der Schuss nur nicht nach hinten losgeht...Toll der Räuber ist gewarnt und wird wohl nicht lange fackeln seine Waffe zu gebrauchen da er ja weiss was ihm sonst blüht. So weit wird hier studiert....
  • Ueli  Müller aus Bern
    11.02.2016
    Endlich mal einer, der "Füdli" hat. Solche Leute braucht es offenbar heut zu Tage. Ich stimme zu, eine Skizze wäre besser, so wie die neue Benimm-Zettel! Versteht dann jeder.