«Es gurkt uns alle an» Spiele in AFG-Arena nur mit Bewilligung der Stapo

  • Publiziert: 27.08.2010, Aktualisiert: 03.01.2012

«Es gurkt uns alle an», sagt Stadtrat Nino Cozzio. Dennoch soll künftig der FC St. Gallen in der AFG-Arena nur noch spielen dürfen, wenn die Stadtpolizei ihr Okay gibt.

Das Reglement sieht eine Bewilligungspflicht für Fussballspiele in der AFG-Arena vor. Die Behörden können dem FC St. Gallen Auflagen machen, etwa beim Sicherheitskonzept oder dem Alkoholausschank. Im Extremfall könnte die Polizei ein Spiel wegen drohender Ausschreitungen sogar verbieten oder abbrechen.

Der Stadtrat will dazu ein Reglement erlassen, die «Lex Arena», wie Stadtrat Nino Cozzio heute sagte. Das Stadtparlament wird im September über die Vorlage entscheiden.

Kostenloses Polizei-Grundaufgebot

Im Gegenzug will die Stadt dem FC St. Gallen für die Polizeieinsätze weniger verrechnen. Neu soll als «Service public» ein Grundaufgebot von 200 Polizeistunden pro Match kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Für unproblematische Spiele reiche dies aus, sagte Cozzio.

Darüber hinaus gehende Polizeieinsätze werden dem Veranstalter zu 60 Prozent verrechnet. Mit der neuen Regelung würde der FC St. Gallen jährlich um gut 200000 Franken entlastet. Heute verrechnet die Polizei dem Verein 60 Prozent der gesamten Einsätze. Pro Spiel sind dies bis zu 120000 Franken.

Konkurs und Relegation drohen

Seit Ende 2009 ist der Fussballklub wegen akuter finanzieller Engpässe nicht mehr in der Lage, die Polizeirechnungen zu bezahlen. Zurzeit sind Rechnungen von 880000 Franken offen. Dem Verein droht der Konkurs und die Relegation in die 1. Liga.

Stadt und Kanton, Stadionbetreiber und Investoren präsentierten gestern ein Sanierungskonzept. Die öffentliche Hand soll sich mit sechs Millionen Franken an der Rettung des FC St. Gallen und der AFG-Arena beteiligen, Banken und Investoren je mit fünf Millionen.

«Es gurkt uns alle an»

«Es gurkt uns alle an», betonte Nino Cozzio. Vor einigen Jahren seien Hooligans in St. Gallen noch kein Thema gewesen. Die Probleme begannen 2008 mit dem Umzug des FC St. Gallen vom «Espenmoos» ins neue 18000-plätzige Stadion in St. Gallen-Winkeln.

Stadt und Kanton, Stadionbetreiber und Investoren hatten am Donnerstag ein Sanierungskonzept für den finanziell maroden Klub präsentiert. Die öffentliche Hand soll sich mit sechs Millionen Franken an der Rettungsaktion beteiligen, Banken und Investoren je mit fünf Millionen. (SDA/gux)

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